Executive Summary: Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
Dieser umfassende Leitfaden analysiert den aktuellen Stand der Automatisierung im Mittelstand und zeigt einen strategischen Pfad für 2025 auf. Während viele KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) die Digitalisierung bisher vorrangig auf administrative Prozesse wie Buchhaltung und HR beschränkt haben, liegt das größte ungenutzte Potenzial im Vertrieb und der technischen Fachberatung.
Status Quo: Der deutsche Mittelstand digitalisiert zweigeteilt. Während Großunternehmen voranschreiten, verharren kleine Betriebe oft noch in manuellen Prozessen. Laut einer aktuellen Studie von Handwerksblatt nutzen immer noch 30% der kleinen Handwerksbetriebe Stift und Papier für die Buchhaltung – was ihre Wettbewerbsfähigkeit erheblich gefährdet.
Das Problem: Der Fachkräftemangel trifft den Vertrieb hart. Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft deuten darauf hin, dass bis 2027 allein im Verkaufsbereich rund 37.000 Fachkräfte fehlen werden.
Die Lösung: Der Übergang von statischen Chatbots zu KI-Agenten. Wie moin.ai erklärt, agieren moderne KI-Lösungen (Agentic AI) nicht mehr nur nach starren Regeln, sondern nutzen Retrieval Augmented Generation (RAG), um komplexes Expertenwissen skalierbar zu machen.
Der Mehrwert: KI-gestützte Produktberatung dient nicht nur der Kosteneinsparung, sondern der Umsatzsteigerung. Untersuchungen von HelloRep.ai zeigen, dass KI-Chat-Lösungen die Conversion-Rate um das Vierfache steigern können.
Prognose für Deutschland bis 2027
Durch KI-gestützte Produktberatung möglich
Nutzen noch Stift und Papier für Buchhaltung
Im Vergleich zu 5-10% bei FAQ-Bots
Warum Effizienz allein nicht mehr ausreicht
Die Diskussion um Digitalisierung und Automatisierung im Mittelstand drehte sich im letzten Jahrzehnt fast ausschließlich um ein Thema: Effizienz. Es ging darum, Rechnungen digital zu erfassen, die Lohnbuchhaltung zu automatisieren oder das Lagerverwaltungssystem zu optimieren. Das Ziel war klar: Kosten senken, Zeit sparen, Bürokratie abbauen.
Doch im Jahr 2025 stehen wir an einem Wendepunkt. Die Low-Hanging-Fruits der administrativen Automatisierung sind in vielen Betrieben geerntet – oder zumindest sind die Tools dafür (wie DATEV-Schnittstellen oder Zapier-Workflows) bekannt und verfügbar. Das neue, drängendere Problem ist nicht mehr nur die Verwaltung des Bestehenden, sondern die Sicherung des Wachstums in einem Markt, dem die Experten ausgehen.
Die neue Realität: Fachkräftemangel als Wachstumsbremse
Aktuelle Daten zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Der Fachkräftemangel im Vertrieb spitzt sich dramatisch zu. Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deuten darauf hin, dass bis 2027 allein im Verkaufsbereich rund 37.000 Fachkräfte fehlen werden. Für den Mittelstand bedeutet das: Selbst wenn das Produkt exzellent ist, fehlt oft das Personal, um es dem Kunden zu erklären und zu verkaufen.
Hierarchische Chatbots der ersten Generation – 'Drücken Sie die 1 für Öffnungszeiten' – haben bei Kunden eher Frust als Entlastung erzeugt. Sie waren nicht in der Lage, den menschlichen Berater zu ersetzen. Doch die Technologie hat einen Quantensprung gemacht.
Dieser Artikel zeigt, wie du Automatisierung in kleinen Unternehmen und im Mittelstand neu denken musst: Weg vom reinen Einsparen, hin zum skalierbaren Expertenwissen. Wir betrachten, wie moderne KI-Agenten komplexe Beratungsgespräche führen, die bisher deinen besten Ingenieuren und Vertrieblern vorbehalten waren.
Die 3 Ebenen der Automatisierung: Dein Reifegradmodell
Um zu verstehen, wo dein Unternehmen steht und wo die Reise hingehen muss, hilft eine Einteilung der Automatisierung in drei klare Reifegrade. Viele Unternehmen stecken derzeit zwischen Ebene 1 und 2 fest – und verpassen damit die größten Chancen.

Ebene 1: Administrative Automatisierung – Der Standard
Dies ist das Fundament. Hier werden repetitive, regelbasierte Aufgaben im Backoffice automatisiert. Das Ziel ist primär Effizienzsteigerung und Fehlerreduktion bei Routineaufgaben.
- Typische Beispiele: Automatische Rechnungsstellung, OCR-Texterkennung für Belege, Synchronisation von Kundendaten zwischen CRM und E-Mail-Marketing
- Eingesetzte Technologie: RPA (Robotic Process Automation), Schnittstellen-Tools wie Make oder Zapier, ERP-Systeme
- Status im Mittelstand: In größeren Mittelständlern weit verbreitet, in Kleinstbetrieben oft noch lückenhaft
Diese Ebene ist wichtig und notwendig – aber sie ist heute kein Differenzierungsmerkmal mehr. Wer hier noch nicht angekommen ist, hat dringenden Nachholbedarf. Wer hier stehenbleibt, verschenkt Potenzial.
Ebene 2: Einfacher Support & FAQ-Bots – Die Sackgasse
Viele Unternehmen haben versucht, den Kundenservice zu automatisieren, indem sie einfache Chatbots einführten. Diese Bots basieren auf starren Entscheidungsbäumen: Wenn der Kunde 'Preis' sagt, zeige die Preisliste. Das klingt logisch – funktioniert aber in der Praxis nur bei den einfachsten Anfragen.
Das fundamentale Problem: Diese Bots verstehen keinen Kontext. Wenn ein Kunde fragt: 'Welches Öl brauche ich für meine 10 Jahre alte Fräsmaschine bei 40 Grad Umgebungstemperatur?', scheitert der Bot. Er kann diese Informationen nicht verknüpfen, nicht auf Produktwissen zugreifen und nicht logisch schlussfolgern. Er verweist auf ein Kontaktformular – und der Kunde ist frustriert.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Der Kunde ist genervt, das Ticket landet trotzdem beim menschlichen Mitarbeiter. Die Automatisierung hat hier versagt, weil sie keine Intelligenz, sondern nur Skripte besaß. Wie Salesforce und Insale.ai bestätigen, liegt hier der Unterschied zwischen Support-Deflection und echter Kundenberatung.
Ebene 3: Expert Consultation & Agentic AI – Die Chance
Hier liegt der Blue Ocean für den Mittelstand. Es geht um die Automatisierung von kognitiver Arbeit – also genau dem, was bisher nur deine besten Experten leisten konnten.
Das Konzept: Ein KI-Agent, der nicht nur Textbausteine abruft, sondern dein Produktportfolio versteht. Er agiert wie ein digitaler Vertriebsingenieur, der technische Zusammenhänge kennt, Rückfragen stellt und fundierte Empfehlungen ausspricht.
Die Technologie: Large Language Models (LLMs) kombiniert mit RAG (Retrieval Augmented Generation) und Agenten-Frameworks. Diese Kombination ermöglicht es der KI, Bedarfsanalysen durchzuführen, technische Rückfragen zu stellen und spezifische Produktempfehlungen zu geben – 24/7 und in jeder Sprache.
Warum Produktberatung der nächste große Schritt für KMU ist
Warum solltest du dich gerade jetzt auf die Automatisierung der Beratung konzentrieren? Die Antwort liegt in der Diskrepanz zwischen Kundenerwartung und Ressourcenverfügbarkeit – und in den messbaren Ergebnissen, die moderne KI-Lösungen bereits heute liefern.
Das Ende der dummen Chatbots – und der Beginn echter KI-Beratung
Kunden erwarten heute sofortige Antworten. Studien zeigen, dass Käufer mit Kaufabsicht – sogenannte High Intent-Kunden – von Unmittelbarkeit angezogen werden. Sie recherchieren, vergleichen und treffen Entscheidungen oft innerhalb von Minuten. Wer hier nicht sofort eine kompetente Antwort liefert, verliert den Kunden an den Wettbewerber, der schneller reagiert.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Regelbasierte Chatbots haben Konversionsraten von oft nur 5–10%, da sie an Komplexität scheitern. KI-Verkaufsassistenten hingegen erreichen Konversionsraten von 15–25% und mehr, wie GoVivace dokumentiert, da sie Einwände behandeln und den Kunden durch den Funnel führen können.
Der Unterschied liegt in der Adaptivität: Ein KI-Agent (Sales Agent) lernt aus Interaktionen, versteht Nuancen und Tonalität und zwingt den Kunden nicht in ein starres Korsett aus vorgefertigten Antwortoptionen. Er kann auf 'Ich bin mir nicht sicher, welche Größe ich brauche' genauso reagieren wie auf 'Funktioniert das auch bei extremen Temperaturen?'.
Skalierung von Expertenwissen – Der Fachkräftemangel-Hack
Dein bester Vertriebsmitarbeiter kann vielleicht 10 qualifizierte Beratungsgespräche am Tag führen. Was passiert, wenn 50 Anfragen reinkommen? 40 potenzielle Kunden warten oder wandern zum Wettbewerb ab. Das ist keine Ineffizienz – das ist verlorener Umsatz.
Ein KI-Produktberater skaliert dieses Wissen unendlich. Er führt das erste qualifizierende Gespräch. Er klärt technische Rahmenbedingungen – Maße, Lasten, Umweltbedingungen – und übergibt dann einen hochqualifizierten Lead an den menschlichen Experten. Der Vertriebsprofi kann sich auf das konzentrieren, was er am besten kann: den Abschluss.
Umsatz statt nur Einsparung – Der unterschätzte ROI
Die meisten Automatisierungsprojekte im Mittelstand werden unter dem Aspekt der Kostensenkung verkauft. 'Sparen Sie 2 FTE ein!' Das ist zu kurz gedacht. Ein digitaler Produktberater ist eine Investition in den Umsatz – nicht nur eine Kostenstelle, die kleiner wird.
- Conversion Uplift: Webseiten mit KI-Chatbots sehen laut Amra & Elma eine Steigerung der Konversionsrate um durchschnittlich 23% – bis hin zu einer Vervierfachung bei Käufern, die mit der KI interagieren
- 24/7 Verfügbarkeit: B2B-Entscheider recherchieren oft außerhalb der Geschäftszeiten. Wenn deine KI um 21:00 Uhr eine technische Frage zur Kompatibilität eines Bauteils klären kann, hast du den Auftrag oft schon gewonnen, bevor die Konkurrenz am nächsten Morgen das Büro öffnet
- Kürzere Sales Cycles: Wenn die Grundlagenberatung bereits durch die KI erfolgt ist, kann der menschliche Vertrieb direkt in die Verhandlung einsteigen
Technologie-Deep-Dive: Wie die KI dein Produkt versteht
Eine der größten Sorgen deutscher Mittelständler bei KI ist die 'Halluzination' – die Angst, dass die KI Unsinn erzählt oder Produkte erfindet, die es nicht gibt. Diese Sorge ist berechtigt – und genau deshalb gibt es eine Technologie, die für den geschäftlichen Einsatz entscheidend ist: RAG (Retrieval Augmented Generation).
Was ist RAG? Eine einfache Erklärung
Stell dir vor, du schreibst eine Prüfung. Ohne RAG musst du alles auswendig wissen. Wenn du etwas vergessen hast, rätst du – das ist die 'Halluzination', die Standard-LLMs wie ChatGPT zeigen können. Mit RAG darfst du das Lehrbuch benutzen (Open Book Exam). Bevor du antwortest, schlägst du im Buch nach und formulierst die Antwort basierend auf dem Text.
Für dein Unternehmen bedeutet das: Die KI nutzt nur deine bereitgestellten PDFs, technischen Datenblätter und den Produktkatalog als Wissensquelle. Sie 'rät' nicht, sondern zitiert deine eigenen Unterlagen. Wie das Digitalzentrum Chemnitz erklärt, ist dies der Schlüssel für vertrauenswürdige KI-Anwendungen im Geschäftskontext.

Warum RAG für den Mittelstand sicher ist
Datenhoheit: Das Wissen der KI bleibt auf deine Dokumente beschränkt. Sie hat keinen Zugriff auf das allgemeine Internet oder fremde Datenquellen – nur auf das, was du ihr gibst.
Aktualität: Wenn sich ein Preis oder eine Spezifikation ändert, tauschst du einfach das PDF aus. Die KI weiß es sofort, ohne neu trainiert werden zu müssen. Zweitag und Datasolut beschreiben diesen Vorteil als Game-Changer für die Wartung von KI-Systemen.
Quellenangabe: Gute RAG-Systeme können dem Kunden sogar anzeigen, aus welchem Dokument – zum Beispiel 'Seite 14 der Betriebsanleitung' – die Information stammt. Das schafft Vertrauen – ein Währungsfaktor im deutschen B2B-Geschäft, der nicht zu unterschätzen ist.
Entdecke, wie du mit KI-gestützter Produktberatung deine Conversion-Rate steigern und dein Vertriebsteam entlasten kannst – ohne IT-Aufwand.
Jetzt kostenlos testenPraktische Use Cases: Der Unterschied im Alltag
Um den Mehrwert greifbar zu machen, vergleichen wir den klassischen Prozess mit dem automatisierten Ansatz anhand eines typischen Szenarios im technischen Mittelstand – zum Beispiel Maschinenbau oder Baustoffhandel.
Szenario: Anfrage zu einem Ersatzteil
Der alte Weg – Status Quo
- Kunde: Sucht auf der Website, findet nichts Genaues. Schreibt eine E-Mail: 'Ich brauche ein Ersatzteil für Anlage X, es klappert.'
- Vertrieb (Tag 1): Liest die Mail. Muss Rückfragen stellen: 'Welches Baujahr? Haben Sie die Seriennummer?'
- Kunde (Tag 2): Sucht die Nummer raus, antwortet.
- Vertrieb (Tag 3): Recherchiert im Katalog, erstellt ein PDF-Angebot, schickt es per Mail.
- Ergebnis: 3 Tage Durchlaufzeit. Hoher manueller Aufwand. Gefahr, dass der Kunde woanders kauft.
Der neue Weg – Automatisierung Level 3
- Kunde: Geht auf die Website. Der KI-Produktberater fragt: 'Wie kann ich dir helfen?'
- Dialog: Kunde beschreibt das Problem – 'Meine Anlage klappert, ich brauche wohl ein Ersatzteil.'
- KI-Analyse: Die KI erkennt das Modell anhand der Beschreibung, fragt gezielt nach dem Baujahr (weil sie weiß, dass es ab 2018 eine Änderung gab).
- Lösung: Die KI identifiziert das Teil, prüft den Lagerbestand und sendet im Chat direkt den Link zum Shop oder das vorausgefüllte Bestellformular.
- Ergebnis: 5 Minuten Durchlaufzeit. Abschluss sofort. Der menschliche Vertriebler musste nicht eingreifen.
Weitere Anwendungsfälle für die KMU Automatisierung
- Onboarding neuer Mitarbeiter: Ein interner KI-Bot, der alle Prozessanweisungen kennt und neuen Kollegen erklärt, wie die Reisekostenabrechnung funktioniert oder wie Maschine Y gewartet wird
- Komplexe Konfigurationen: Unterstützung bei der Zusammenstellung von kompatiblen Komponenten – zum Beispiel IT-Hardware, Solaranlagen-Sets oder Maschinenausstattungen
- Technische Vorqualifizierung: Erfassung aller relevanten Parameter vor dem Gespräch mit dem Vertrieb, damit dieser direkt mit dem passenden Angebot starten kann
FAQ-Bot vs. KI-Produktberater: Der direkte Vergleich
Diese Tabelle verdeutlicht, warum du dich von einfachen Bots verabschieden solltest, wenn du komplexe Produkte verkaufst. Der Unterschied ist nicht nur technisch – er ist geschäftskritisch.
| Merkmal | Klassischer FAQ-Chatbot (Level 2) | KI-Produktberater / Sales Agent (Level 3) |
|---|---|---|
| Technologie | Regelbasiert (Wenn-Dann-Logik), Keywords | LLM (Sprachmodell) + RAG (Vektorsuche) |
| Wissensbasis | Manuell gepflegte Frage-Antwort-Paare | Dynamisch aus PDFs, Webseiten, Datenbanken |
| Flexibilität | Gering: Scheitert bei unbekannten Formulierungen | Hoch: Versteht Kontext, Synonyme und Umgangssprache |
| Zielsetzung | Support-Tickets vermeiden (Deflection) | Verkauf und Beratung (Conversion) |
| Lernfähigkeit | Muss manuell erweitert werden | Lernt durch neue Dokumente sofort dazu |
| Benutzererlebnis | Roboterhaft, oft frustrierend | Natürlich, dialogorientiert, empathisch |
| Implementierung | Aufwendiges Skript-Schreiben | Upload von Dokumenten (Low-Code/No-Code) |
| Conversion-Rate | 5-10% | 15-25%+ |
Schritt-für-Schritt-Implementierung: So startest du
Die Einführung von KI im Mittelstand scheitert oft an zu großen Ambitionen. 'Wir müssen alles auf einmal machen!' ist der sichere Weg ins Chaos. Der bessere Weg ist iterativ – klein anfangen, schnell lernen, dann skalieren.
Identifiziere die 5-10 häufigsten Fragen, die dein Vertriebsteam täglich beantworten muss
Sammle Produktkataloge, Datenblätter und Preislisten – keine Big Data nötig
Wähle einen DSGVO-konformen Anbieter mit EU-Hosting und AVV
Starte mit einer Produktkategorie und teste intern bis 90% Antwortqualität
Richte nahtlose Übergabe an menschliche Mitarbeiter ein
Schritt 1: Die Pain-Point-Analyse
Sprich mit deinem Vertriebsteam. Die kennen die Schmerzpunkte am besten – und sie werden dankbar sein, wenn du ihnen repetitive Arbeit abnimmst.
- Welche 5-10 Fragen müssen sie jeden Tag beantworten?
- Welche Produkte sind erklärungsbedürftig, aber standardisierbar?
- Wo verlierst du Kunden auf der Website?
- Bei welchen Anfragen vergehen Tage, bis eine Antwort kommt?
Schritt 2: Daten-Inventur – Keine Angst vor Big Data
Du brauchst keine riesigen Data Lakes oder ein eigenes Data-Science-Team. Für einen KI-Produktberater reichen oft ganz normale Geschäftsdokumente:
- Produktkataloge (PDF)
- Technische Datenblätter
- Preislisten
- Vergangene E-Mail-Verläufe (anonymisiert) als Beispiel für gute Antworten
- FAQ-Dokumente und Schulungsunterlagen
Schritt 3: Technologie-Auswahl & Datenschutz (DSGVO)
Datenschutz ist für deutsche KMU nicht verhandelbar – und das ist auch gut so. Achte bei der Auswahl des Anbieters auf diese kritischen Punkte:
- Serverstandort: Hosting in Deutschland oder EU, wie von Lime Technologies und Denkwerk empfohlen
- DSGVO-Konformität: Auftragsverarbeitungsverträge (AVV), Löschkonzepte, transparente Datennutzung
- Modell-Auswahl: Es muss nicht immer OpenAI sein. Es gibt leistungsstarke Open-Source-Modelle oder europäische Anbieter wie Aleph Alpha, die datenschutzrechtlich oft unbedenklicher sind
Fördertipp: Prüfe auch Förderprogramme wie 'Digital Jetzt' oder regionale Digitalisierungszuschüsse. Viele Bundesländer unterstützen KMU bei der Einführung von KI-Lösungen mit nicht-rückzahlbaren Zuschüssen.
Schritt 4: Der Pilot (MVP)
Starte nicht mit dem gesamten Sortiment. Wähle eine Produktkategorie – idealerweise eine, bei der du viele Anfragen hast und die Antworten gut dokumentiert sind.
- Trainiere den Bot mit den Daten dieser Kategorie
- Lasse ihn erst intern gegen deine Vertriebler antreten ('Red Teaming' – versuche, den Bot zu Fehlern zu bringen)
- Dokumentiere Schwachstellen und verbessere die Wissensbasis
- Gehe erst live, wenn die Antwortqualität bei >90% liegt
Schritt 5: Integration und Mensch-Maschine-Handover
Die KI soll den Menschen nicht ersetzen, sondern ihm zuarbeiten. Richte einen 'Human Handover' ein: Wenn die KI nicht weiterweiß oder der Kunde explizit einen Menschen wünscht, muss der Chat nahtlos an einen Mitarbeiter übergeben werden – inklusive Zusammenfassung des bisherigen Gesprächs.
Wie Chatarmin betont, ist dieser nahtlose Übergang entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Niemand möchte sein Anliegen zweimal erklären.
Checkliste: Ist dein Unternehmen bereit für Level 3?
Nutze diese Checkliste, um zu prüfen, ob sich ein KI-Produktberater für dich lohnt. Je mehr Fragen du mit 'Ja' beantwortest, desto höher ist dein Potenzial.
- Komplexität: Sind deine Produkte erklärungsbedürftig (nicht selbsterklärend wie eine Schraube, sondern komplex wie eine Baugruppe)?
- Volumen: Erhält dein Vertriebsteam täglich wiederkehrende Fragen, die Zeit fressen?
- Datenbasis: Hast du digitale Produktinformationen (PDFs, Website-Texte) vorliegen?
- Mindset: Bist du bereit, KI nicht nur als Sparmaßnahme, sondern als 'digitalen Mitarbeiter' zu sehen?
- Ziel: Willst du nicht nur Support-Kosten senken, sondern die Conversion-Rate auf der Website erhöhen?

Fazit: Die Zukunft gehört dem Augmented SME
Die Automatisierung im Mittelstand wandelt sich grundlegend. Es reicht nicht mehr, nur Prozesse schneller zu machen. In einer Zeit, in der Fachwissen zur Mangelware wird, gewinnt das Unternehmen, das dieses Wissen am besten digitalisieren und skalieren kann.
Der Sprung vom einfachen FAQ-Bot zum intelligenten Produktberater ist technologisch heute einfacher denn je. Die Tools sind verfügbar, bezahlbar und sicher integrierbar. Die Hürde ist nicht mehr die Technik, sondern der Mut, den Vertriebsprozess neu zu denken.
Unternehmen, die diesen Schritt jetzt gehen, sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Sie sind für ihre Kunden da, wenn diese Fragen haben – sofort, kompetent und rund um die Uhr. Das ist der Service-Standard von 2025.
Automatisierung ist nicht mehr nur das Ersetzen von Händen (Roboter), sondern das Skalieren von Köpfen (KI-Beratung). Wer diesen Paradigmenwechsel versteht und umsetzt, wird nicht nur überleben – sondern wachsen.
Häufige Fragen zur Automatisierung im Mittelstand
Die Kosten variieren stark je nach Komplexität und Anbieter. Einstiegslösungen starten oft bei wenigen hundert Euro monatlich, während umfassende Enterprise-Lösungen mehrere tausend Euro kosten können. Wichtig: Rechne nicht nur die Kosten, sondern auch den ROI durch höhere Conversion-Raten und eingesparte Vertriebszeit. Viele Anbieter bieten kostenlose Testphasen an, um den Mehrwert zu evaluieren.
Ein Pilot-Projekt mit einer begrenzten Produktkategorie kann in 2-4 Wochen live gehen, wenn die Dokumentation gut aufbereitet ist. Die volle Implementierung über das gesamte Sortiment dauert typischerweise 2-3 Monate. Der Zeitaufwand hängt stark von der Qualität deiner bestehenden Produktdokumentation ab.
Ja, absolut. Achte bei der Anbieterwahl auf EU-Serverstandort, Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) und transparente Datenverarbeitung. Europäische Anbieter und Open-Source-Modelle bieten oft höhere Datenschutzstandards als US-basierte Lösungen. Kundendaten können anonymisiert verarbeitet werden.
Nein – sie unterstützt es. Die KI übernimmt die zeitintensive Erstberatung und Qualifizierung, sodass dein Vertriebsteam sich auf hochwertige Leads und komplexe Abschlüsse konzentrieren kann. Der menschliche Faktor bleibt für Verhandlungen, Beziehungsaufbau und Sonderfälle essenziell.
Ideal sind erklärungsbedürftige Produkte mit vielen Varianten oder technischen Spezifikationen: Industriekomponenten, Maschinen, IT-Hardware, Baustoffe, technische Ausstattungen. Weniger geeignet sind Commodity-Produkte, bei denen nur der Preis entscheidet. Die Faustregel: Wenn Kunden regelmäßig Beratung brauchen, bevor sie kaufen, ist KI-Produktberatung sinnvoll.
Verwandle dein Produktwissen in einen 24/7 verfügbaren digitalen Vertriebsexperten. Steigere Conversion-Raten und entlaste dein Team – ohne Programmierkenntnisse.
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