Warenwirtschaftssystem: Definition, Funktionen & Vorteile für KI

Was ist ein Warenwirtschaftssystem? Erfahre alles über WaWi Funktionen, Vorteile und wie KI deine Warenwirtschaft zum Wettbewerbsvorteil macht.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
2. Februar 202618 Min. Lesezeit

Vom Lager-Chaos zur intelligenten Kundenberatung

Stell dir folgendes Szenario vor: Ein Kunde ruft an oder schreibt deinem Chatbot. Er möchte wissen, ob das E-Bike in Mattschwarz und Rahmengröße L sofort lieferbar ist. In einem traditionellen Unternehmen beginnt nun die Hektik. Der Vertriebsmitarbeiter rennt ins Lager, ruft in der Logistik an oder starrt auf eine Excel-Liste, die zuletzt vor drei Tagen aktualisiert wurde. Das Ergebnis? Lange Wartezeiten, frustrierte Kunden und im schlimmsten Fall ein verlorener Verkauf, weil die Information nicht auffindbar war.

In der modernen Handelswelt ist dieses Szenario ein absolutes No-Go. Kunden erwarten Echtzeit-Antworten. Hier kommt das Warenwirtschaftssystem (WaWi) ins Spiel. Doch während die meisten Artikel das WaWi als reines Verwaltungstool für das Hinterzimmer beschreiben, hat sich seine Rolle fundamental gewandelt.

Heute ist das Warenwirtschaftssystem nicht mehr nur der Lagerverwalter. Es ist die Datenbasis für deine künstliche Intelligenz und deinen aktiven Vertrieb. Es ist das Gehirn, das deinem KI-Verkaufsberater sagt: Das schwarze Bike ist ausverkauft, aber das dunkelgraue Modell ist technisch identisch, auf Lager und sogar 50 Euro günstiger – schlag das dem Kunden vor!

In diesem umfassenden Guide erfährst du nicht nur, wie du deine Lagerprozesse optimierst, sondern wie du dein Warenwirtschaftssystem in einen echten Wettbewerbsvorteil verwandelst, der deine Customer Experience (CX) auf ein neues Level hebt.

Was ist ein Warenwirtschaftssystem? Die Definition

Ein Warenwirtschaftssystem (kurz WaWi oder WWS) ist eine Softwarelösung, die alle materiellen Güterströme eines Unternehmens abbildet, steuert und überwacht. Es ist das digitale Abbild der physischen Realität in deinem Lager und deiner Logistikkette. Die Warenwirtschaftssystem Definition umfasst dabei weit mehr als nur die Bestandsführung.

Die klassische Definition

Im Kern beantwortet das WaWi zu jedem Zeitpunkt die grundlegenden Fragen der Warenwirtschaft Bedeutung:

  1. Was haben wir? (Artikeldaten)
  2. Wie viel haben wir? (Bestandsdaten)
  3. Wo liegt es? (Lagerort)
  4. Wann brauchen wir Nachschub? (Meldebestand)

Es deckt den kompletten Zyklus ab: Bedarfsermittlung → Beschaffung → Wareneingang → Lagerung → Verkauf → Warenausgang → Versand.

Die moderne Definition: Single Source of Truth

In einer Zeit, in der Unternehmen über mehrere Kanäle verkaufen (Omnichannel: Onlineshop, Marktplätze wie Amazon/eBay, Ladengeschäft, Social Commerce), reicht die klassische Definition nicht mehr aus. Das moderne WaWi System ist die Single Source of Truth – die einzige Quelle der Wahrheit.

Wenn dein Onlineshop Lieferbar anzeigt, aber das Lager leer ist, verlierst du Kundenvertrauen. Das WaWi synchronisiert diese Daten in Echtzeit über alle Kanäle hinweg. Noch wichtiger: Es liefert die strukturierten Daten, die moderne KI-Tools benötigen, um Trends vorherzusagen oder Kunden automatisiert zu beraten. Laut Omniful sind KI-gestützte Systeme dabei der nächste logische Evolutionsschritt.

Warenwirtschaftssystem als zentrale Datenbasis für alle Vertriebskanäle

Wichtige Funktionen eines WaWi-Systems im Überblick

Ein leistungsfähiges Warenwirtschaftssystem ist modular aufgebaut. Um die Warenwirtschaftssystem Funktionen vollständig zu verstehen, betrachten wir die vier zentralen Säulen und eine neue, fünfte Säule, die oft vergessen wird – aber für die Zukunft entscheidend ist.

1. Einkauf und Beschaffung (Purchasing)

Der Prozess beginnt, bevor die Ware überhaupt im Haus ist. Die Beschaffungsfunktion ist eine der grundlegenden Warenwirtschaftssystem Funktionen:

  • Lieferantenmanagement: Verwaltung von Kontaktdaten, Konditionen und Lieferzeiten
  • Bestellvorschläge: Das System erkennt, wenn ein Meldebestand unterschritten wird, und generiert automatisch Bestellvorschläge
  • Preisanfragen: Automatisierter Vergleich von Einkaufspreisen bei verschiedenen Lieferanten

2. Lagerhaltung und Logistik (Warehousing)

Das Herzstück des Systems. Hier entscheidet sich die Effizienz deiner gesamten Warenwirtschaft:

  • Bestandsführung: Echtzeit-Tracking von Mengen pro Artikel und Variante (Größe, Farbe)
  • Lagerplatzverwaltung: Chaotische Lagerhaltung (System weist freien Platz zu) vs. Festplatzsystem
  • Inventur: Unterstützung bei Stichtags- oder permanenter Inventur (oft per Scanner/App)
  • Chargen- und Seriennummernverfolgung: Essenziell für Rückrufaktionen oder Garantiefälle

3. Verkauf und Auftragsabwicklung (Sales)

Hier wird der Umsatz generiert und dokumentiert. Die Verkaufsfunktionen gehören zu den am häufigsten genutzten Warenwirtschaftssystem Funktionen:

  • Auftragserfassung: Manuell oder automatisch via Shop-Schnittstelle
  • Angebotserstellung: Umwandlung von Angeboten in Aufträge per Klick
  • Rechnungswesen: Erstellung von Lieferscheinen und Rechnungen (inkl. E-Rechnung ab 2025)
  • Retourenmanagement: Abwicklung von Rücksendungen und Gutschriften

4. Warenausgang und Versand (Shipping)

Die letzte Meile zum Kunden wird ebenfalls vom WaWi System gesteuert:

  • Kommissionierung: Erstellung von Picklisten (Laufwegeoptimierung im Lager)
  • Versandlabel-Druck: Direkte Anbindung an Dienstleister wie DHL, UPS oder DPD
  • Tracking: Übermittlung der Sendungsnummer an den Kunden

5. Datenbereitstellung für KI und externe Kanäle

Dies ist der entscheidende Unterschied zu Systemen von vor 10 Jahren und der Kern der modernen Warenwirtschaft Bedeutung:

  • API-First Ansatz: Das WaWi muss Daten nicht nur speichern, sondern aktiv pushen
  • Produktdaten-Anreicherung: Speicherung von Attributen (Material, Pflegehinweise, Passform), die für eine KI-Beratung notwendig sind
  • Echtzeit-Sync: Millisekundengenaue Übertragung des Lagerbestands an KI-Chatbots, damit diese keine nicht lieferbaren Produkte empfehlen
Der WaWi-Kreislauf: Von der Bestellung zur KI-Beratung
1
Bedarfsermittlung

System analysiert Verkaufstrends und Meldebestände automatisch

2
Beschaffung

Automatische Bestellvorschläge und Lieferantenauswahl

3
Wareneingang

Erfassung per Scanner, Qualitätskontrolle und Einlagerung

4
Lagerung & Tracking

Echtzeit-Bestandsführung über alle Lagerplätze

5
Verkauf & Beratung

KI-gestützte Produktempfehlungen basierend auf Verfügbarkeit

6
Versand & Nachverfolgung

Automatisierte Kommissionierung und Tracking-Updates

Warenwirtschaftssystem Vorteile: Warum es unverzichtbar ist

Die Warenwirtschaftssystem Vorteile haben sich von einer reinen Notwendigkeit zu einem strategischen Hebel entwickelt. Wer hier spart, zahlt an anderer Stelle drauf – und zwar deutlich mehr.

Vorteile auf einen Blick

  • Vermeidung von Out-of-Stock-Situationen und Umsatzverlusten
  • Effizienzsteigerung durch Automatisierung und Fehlerreduktion
  • Rechtssicherheit und GoBD-Konformität
  • E-Rechnungs-Readiness für 2025
  • Verbesserte Customer Experience durch Echtzeit-Datentransparenz

Vermeidung von Out-of-Stock-Kosten

Nichts ist teurer als ein leeres Regal. Laut Slimstock verlieren Einzelhändler durch Out-of-Stock-Situationen massiv Umsatz – nicht nur den aktuellen Kauf, sondern oft den Kunden für immer.

Das Problem: Ohne WaWi bestellst du nach Gefühl. Die Lösung: Das WaWi analysiert Verkaufsgeschwindigkeiten und saisonale Trends (z.B. Weihnachtsgeschäft beginnt im Oktober) und warnt rechtzeitig.

Effizienzsteigerung und Fehlerreduktion

Manuelle Listen sind fehleranfällig. Ein Tippfehler in der Excel-Tabelle (100 statt 10) kann Tausende Euro binden oder Lieferengpässe verursachen. Dies ist einer der wichtigsten Warenwirtschaftssystem Vorteile:

  • Automatisierung: Barcode-Scanner und automatische Buchungen eliminieren den Faktor Mensch bei der Datenerfassung
  • Zeitersparnis: Mitarbeiter verbringen weniger Zeit mit Suchen und mehr Zeit mit wertschöpfenden Tätigkeiten

Rechtssicherheit und GoBD-Konformität

In Deutschland müssen steuerrelevante Daten manipulationssicher, nachvollziehbar und jederzeit verfügbar sein (GoBD). Ein zertifiziertes Warenwirtschaftssystem sichert diese Compliance automatisch. Excel-Listen sind hierfür nicht zulässig – ein oft unterschätzter Aspekt der Warenwirtschaft Bedeutung.

Die E-Rechnungspflicht ab 2025

Ein aktueller und kritischer Punkt: Ab dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht für B2B-Umsätze. Laut der IHK ist eine rechtzeitige Vorbereitung essenziell.

Die Konsequenz: Dein WaWi muss zwingend in der Lage sein, diese Formate zu empfangen, zu verarbeiten und idealerweise auch zu versenden. Das Bundesfinanzministerium hat die Rahmenbedingungen klar definiert. Wer jetzt noch auf veraltete Software setzt, riskiert ab 2025 massive Probleme im Geschäftsverkehr und beim Vorsteuerabzug.

Customer Experience durch Datenhoheit

Hier liegt dein Differenzierungspotenzial. Kunden erwarten heute Transparenz: Wann kommt meine Ware? und Ist das Teil im Laden vorrätig? Nur ein integriertes WaWi kann diese Fragen präzise beantworten. Falsche Bestandsanzeigen im Onlineshop sind einer der Hauptgründe für Retouren und schlechte Bewertungen.

Warenwirtschaftssystem Vorteile in Zahlen
30%
Weniger Kapitalbindung

Durch optimierte Bestandsführung und automatische Nachbestellung

50%
Schnellere Auftragsabwicklung

Dank automatisierter Prozesse von Bestellung bis Versand

90%
Weniger Bestandsfehler

Durch Echtzeit-Tracking und Scanner-basierte Erfassung

25%
Höhere Kundenzufriedenheit

Durch präzise Verfügbarkeitsanzeigen und schnelle Lieferung

WaWi vs. ERP: Der Unterschied einfach erklärt

Bei der Recherche stoßen viele auf die Frage: Was ist der Unterschied zwischen WaWi und ERP? Die Begriffe werden oft synonym verwendet, sind aber nicht deckungsgleich. Haufe X360 erklärt den Unterschied wie folgt:

MerkmalWarenwirtschaftssystem (WaWi)Enterprise Resource Planning (ERP)
FokusMaterialfluss & Warenbewegung (Physisch)Gesamte Unternehmensressourcen (Ganzheitlich)
KernbereicheEinkauf, Lager, Verkauf, VersandWaWi + Finanzbuchhaltung, Personal (HR), Controlling, Produktion, CRM
ZielgruppeHandel, E-Commerce, LogistikAlle Branchen (auch Dienstleister, Industrie)
KomplexitätMittel bis Hoch (fokussiert)Sehr Hoch (umfassend)
IntegrationOft als Modul in ein ERP integriertBeinhaltet meist ein WaWi-Modul

Laut CSB und Faveo gilt: Jedes ERP für Handelsunternehmen beinhaltet eine WaWi-Funktionalität. Aber nicht jedes WaWi ist ein vollwertiges ERP (es fehlt z.B. oft die Lohnbuchhaltung oder das komplexe Controlling).

Fazit für die Praxis: Für Startups reicht oft eine reine WaWi mit Schnittstelle zu DATEV. Ab einer gewissen Größe ist der Umstieg auf ein ERP sinnvoll, um Datensilos zwischen Lager und Buchhaltung zu vermeiden.

Die nächste Stufe: Warenwirtschaft mit KI-Produktberatung

Dies ist der Aspekt, den die meisten Standard-Ratgeber übersehen. Wir befinden uns im Übergang von der verwaltenden Warenwirtschaft zur beratenden Warenwirtschaft. Hier liegt das größte Potenzial für echte Wettbewerbsvorteile.

Das Problem: Das stumme Lager

Traditionell sind WaWi-Daten passiv. Sie liegen in einer Datenbank und warten darauf, dass ein Mensch sie abruft. Ein Kunde im Onlineshop sieht vielleicht Nicht auf Lager, aber das System bietet ihm keine intelligente Lösung an – eine verpasste Chance.

Die Lösung: WaWi als Gehirn für KI-Consultants

Durch die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLMs) können wir die WaWi-Daten zum Sprechen bringen. Die KI fungiert als Mittler zwischen dem Kunden und deinem Lagerbestand. Laut InventoryPath ist dies der nächste logische Schritt in der Evolution der Warenwirtschaft.

KI-gestützte Produktberatung verbunden mit Warenwirtschaftssystem

Szenario: Der intelligente Upsell in der Praxis

Ein Kunde sucht im Shop nach einem bestimmten Outdoor-Zelt. So läuft der Prozess mit einem KI-vernetzten WaWi System ab:

  1. Kunde fragt: Ich brauche das Zelt Everest Pro für meinen Trip nächste Woche.
  2. KI-Check: Die KI fragt das WaWi in Echtzeit via API ab
  3. WaWi-Antwort: Bestand: 0. Nächster Wareneingang: in 3 Wochen.
  4. KI-Aktion (Alt): Tut mir leid, das Produkt ist ausverkauft. → Kunde geht zu Amazon
  5. KI-Aktion (Neu): Die KI analysiert die Attribute im WaWi. Sie sieht: Das Zelt Alpine X hat ähnliche Wassersäulen-Werte, ist für dieselbe Personenzahl geeignet und ist sofort lieferbar
  6. KI-Antwort: Das Everest Pro kommt leider erst in 3 Wochen wieder rein. Aber für deinen Trip nächste Woche habe ich eine Alternative: Das Alpine X ist technisch fast identisch, wiegt sogar 200g weniger und ist sofort lieferbar. Soll ich es dir zeigen?

Vergleich: Traditioneller Bot vs. WaWi-Connected AI

FeatureStandard FAQ-BotKI-Produktberater (WaWi-Connected)
DatenbasisStatische TextbausteineEchtzeit-Daten aus dem WaWi
BestandswissenWeiß nicht, was auf Lager istPrüft Verfügbarkeit in Millisekunden
ProduktwissenBegrenzt auf KeywordsVersteht Attribute & Zusammenhänge (Cross-Selling)
ZielSupport-Tickets reduzierenAktiver Verkauf & Umsatzsteigerung
Reaktion bei Out-of-StockSackgasse (Nicht lieferbar)Lösungsorientiert (Empfehlung von Alternativen)

Warum Datenqualität hier entscheidend ist

KI ist nur so schlau wie die Daten, die sie bekommt. Wenn dein WaWi sagt Bestand: 5, aber das Lager ist leer (Inventory Inaccuracy), empfiehlt die KI ein Produkt, das du nicht liefern kannst. Das führt zu maximaler Kundenenttäuschung.

Laut UMU kann KI die Bestandsgenauigkeit verbessern, aber sie benötigt zunächst eine saubere Basis. Ein modernes WaWi zwingt dich zu sauberen Prozessen, die wiederum die Voraussetzung für jede KI-Strategie sind.

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Die Evolution der WaWi-Daten: Von analog bis KI

Um die Entwicklung der Warenwirtschaft und ihre heutige Warenwirtschaft Bedeutung besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die drei Evolutionsstufen:

Die Evolution der Warenwirtschafts-Daten
1
Stufe 1: Analog (Vergangenheit)

Klemmbrett, Papierstapel, Taschenrechner. Daten isoliert und langsam. Hohe Fehlerquote. Keine Transparenz über Bestände.

2
Stufe 2: Digital & Verwaltend (Gegenwart)

Desktop-PC, Barcode-Scanner, Server. Prozesse automatisiert. Reporting und Admin. Fokus auf Effizienz und Compliance.

3
Stufe 3: Vernetzt & Beratend (Zukunft)

KI-Gehirn verbunden mit Warensystem und Chat. Daten treiben aktiven Verkauf. KI-Consulting in Echtzeit. Personalisierte Customer Experience.

Auswahlkriterien für dein WaWi System

Der Markt für Warenwirtschaftssysteme ist riesig. Von Einstiegslösungen wie JTL oder Weclapp bis zu Boliden wie SAP oder Microsoft Dynamics. Worauf kommt es bei der Auswahl an?

1. Schnittstellen (API-First)

Das wichtigste Kriterium für die Zukunft. Hat das System eine moderne REST-API? Stelle dir folgende Fragen:

  • Kannst du deinen Shop (Shopify, Shopware, WooCommerce) nahtlos anbinden?
  • Können externe KI-Tools auf die Produktdaten zugreifen?
  • Gibt es Anbindungen zu Marktplätzen (Amazon, Kaufland)?

2. Cloud vs. On-Premise

Laut Gründer.de bieten beide Varianten unterschiedliche Vor- und Nachteile:

  • Cloud (SaaS): Monatliche Miete, Zugriff von überall, automatische Updates, keine eigene Server-Wartung. Ideal für KMUs und Startups, die flexibel bleiben wollen.
  • On-Premise: Kauf der Lizenz, Installation auf eigenen Servern. Volle Datenkontrolle, aber hoher IT-Aufwand. Oft nur noch bei sehr großen Konzernen oder speziellen Sicherheitsanforderungen sinnvoll.

3. E-Rechnung-Readiness (EN 16931)

Wie oben erwähnt: Prüfe jetzt, ob der Anbieter garantiert, dass das System ab dem 01.01.2025 E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD) empfangen und verarbeiten kann. Lasse dir das schriftlich bestätigen. Viele ältere On-Premise-Lösungen werden hier scheitern oder teure Updates benötigen.

4. Skalierbarkeit

Wächst das System mit? Wenn du heute 100 Bestellungen am Tag hast und nächstes Jahr 1.000 – schafft das WaWi das? Achte auf Transaktionslimits oder Nutzerbegrenzungen.

Checkliste für die Auswahl eines Warenwirtschaftssystems

Praxis-Checkliste: Ist deine Datenbasis bereit für KI?

Bevor du über KI-Tools nachdenkst, musst du deine Hausaufgaben im WaWi machen. Laut Markt und Mittelstand ist die Datenqualität der entscheidende Erfolgsfaktor. Nutze diese Checkliste:

  • ✓ Strukturierte Attribute: Sind Farben, Größen und Materialien in eigenen Feldern gepflegt (z.B. Feld Farbe: Blau) oder nur im Fließtext der Beschreibung versteckt? KI braucht Struktur.
  • ✓ EAN/GTIN Pflege: Hat jedes Produkt eine eindeutige Nummer? Dies ist essenziell für die Identifikation über Marktplätze hinweg.
  • ✓ Echtzeit-Bestände: Wird der Bestand sofort aktualisiert, wenn ein Verkauf erfolgt, oder nur einmal nachts? Für KI-Beratung ist Real-Time Pflicht.
  • ✓ Lieferanten-Daten: Sind Wiederbeschaffungszeiten hinterlegt? Die KI muss wissen, wann ein Artikel wieder da ist, um Kunden zu vertrösten.
  • ✓ Bild-Zuordnung: Sind Produktbilder sauber mit den Varianten verknüpft? (Das rote Bild zur roten Variante).
  • ✓ E-Rechnungs-Empfang: Ist ein E-Mail-Postfach oder eine Schnittstelle eingerichtet, um ab 2025 XML-Rechnungen direkt ins WaWi zu importieren?

Fazit: Vom Lagerverwalter zum Wettbewerbsvorteil

Das Warenwirtschaftssystem hat eine bemerkenswerte Evolution durchlaufen. Was als Werkzeug begann, um Chaos im Lager zu verhindern, ist heute das zentrale Nervensystem des modernen Handels.

Die Einführung oder der Wechsel eines WaWi ist kein reines IT-Projekt, sondern eine strategische Entscheidung mit drei Zeithorizonten:

  1. Kurzfristig sichert es deine Handlungsfähigkeit (E-Rechnung 2025, GoBD).
  2. Mittelfristig senkt es Kosten durch Effizienz und Fehlervermeidung.
  3. Langfristig ist es das Fundament für die nächste Stufe des E-Commerce: KI-gestützte, hyper-personalisierte Kundenberatung.

Unternehmen, die ihr WaWi nur als notwendiges Übel zur Verwaltung betrachten, werden im Wettbewerb zurückfallen. Diejenigen aber, die ihre Warenwirtschaft als Datenquelle für intelligente Services begreifen, werden nicht nur effizienter arbeiten, sondern ihren Kunden ein Einkaufserlebnis bieten, das weit über das bloße In den Warenkorb legen hinausgeht.

Starte jetzt: Überprüfe deine Datenqualität, mache dein System fit für 2025 und öffne die Türen für die KI-Zukunft deines Unternehmens.

Häufige Fragen zum Warenwirtschaftssystem

Die Kosten variieren stark je nach Anbieter und Funktionsumfang. Cloud-Lösungen starten oft bei 30-100 Euro pro Monat für kleine Unternehmen. Mittelständische Lösungen liegen bei 200-500 Euro monatlich. Enterprise-Systeme wie SAP können mehrere tausend Euro pro Monat kosten. Hinzu kommen oft Implementierungskosten und Schulungen.

Für E-Commerce sind Systeme mit starken Shop-Schnittstellen entscheidend. JTL-Wawi ist sehr beliebt bei deutschen Online-Händlern wegen der Shopify und eBay-Anbindung. Weclapp punktet mit einfacher Bedienung. Für größere Shops sind Xentral oder Pickware (speziell für Shopware) gute Optionen. Achte vor allem auf API-Qualität und Echtzeit-Sync-Fähigkeiten.

Ja, moderne WaWi-Systeme mit REST-API lassen sich mit KI-Tools verbinden. Die KI kann dann Bestandsdaten in Echtzeit abrufen, um Kunden intelligent zu beraten. Voraussetzung ist eine saubere Datenbasis mit strukturierten Produktattributen. Qualimero AI bietet beispielsweise eine direkte Integration für KI-gestützte Produktberatung.

Ein WaWi konzentriert sich auf den Materialfluss: Einkauf, Lager, Verkauf und Versand. Ein ERP (Enterprise Resource Planning) umfasst das gesamte Unternehmen inklusive Finanzbuchhaltung, Personalwesen und Controlling. Für reine Handelsunternehmen reicht oft ein WaWi, während produzierende Unternehmen meist ein vollständiges ERP benötigen.

Prüfe, ob dein System die Formate XRechnung und ZUGFeRD (EN 16931) empfangen und verarbeiten kann. Die meisten modernen Cloud-WaWi-Anbieter haben bereits Updates angekündigt oder ausgerollt. Bei älteren On-Premise-Systemen solltest du aktiv beim Anbieter nachfragen und dir die E-Rechnungs-Fähigkeit schriftlich bestätigen lassen.

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