Drift vs Intercom 2026: Der ultimative Vergleich für B2B

Drift vs Intercom im direkten Vergleich 2026. Preise, DSGVO, KI-Features & die dritte Option für deutsche B2B-Unternehmen.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
6. Januar 202618 Min. Lesezeit

Die Wahl der richtigen Chat- und Kommunikationsplattform fühlt sich für viele deutsche B2B-Unternehmen an wie die Wahl zwischen Pest und Cholera: Willst du ein Tool, das aggressiv Meetings bucht, aber ein Vermögen kostet (Drift)? Oder willst du ein Tool, das exzellenten Support bietet, aber bei komplexen Verkaufsgesprächen versagt (Intercom)?

Wenn du in den letzten Wochen nach Drift vs Intercom gegoogelt hast, kennst du die Standardantworten: Drift ist für den Vertrieb, Intercom für den Support. Punkt. Doch diese binäre Sichtweise greift im Jahr 2026 zu kurz. Der Markt hat sich verändert. KI hat sich verändert. Und vor allem: Die Anforderungen deutscher Unternehmen an Datenschutz (DSGVO), Betriebsratskonformität und technische Produktberatung sind massiv gestiegen.

In diesem umfassenden Leitfaden zerlegen wir beim Vergleich Intercom vs Drift beide Plattformen in ihre Einzelteile. Wir analysieren die versteckten Kosten, die schmerzhaften Realitäten des EU-Hostings und decken eine gewaltige Lücke auf, die beide Tools hinterlassen: Die automatisierte Produktberatung. Bevor du dich mit den KI Kundenservice Grundlagen beschäftigst, solltest du verstehen, welches Tool überhaupt zu deinen Anforderungen passt.

Wenn du dich fragst, ob du 30.000 € für Drift ausgeben oder dich durch das komplexe Preismodell von Intercom kämpfen sollst – oder ob es eine dritte Option gibt, die besser zu komplexen Produkten passt – dann ist dieser Artikel für dich.

Der schnelle Vergleich: Drift vs Intercom für Entscheider

Bevor wir in die Tiefe gehen, hier der schnelle Überblick. Wo stehen Drift und Intercom im Jahr 2026 wirklich? Diese Tabelle zeigt dir auf einen Blick, welches Tool für welchen Einsatzzweck konzipiert wurde – und wo die dritte Option ins Spiel kommt.

Feature / AspektDrift (by Salesloft)IntercomConsultant AI (Dritte Option)
Primärer FokusOutbound Sales & ABM. Fokus auf Meeting-Buchungen für SDRs.Customer Support & Retention. Fokus auf Ticket-Deflection.Pre-Sales Produktberatung. Automatisierter Verkauf komplexer Produkte.
KI-AnsatzBionic AI: Qualifiziert Leads und übergibt an Menschen.Fin AI: Beantwortet Support-Fragen aus Help-Center-Artikeln.Consultant AI: Berät wie ein technischer Verkäufer und führt zum richtigen Produkt.
PreismodellIntransparent & teuer. Ab ca. 2.500 €/Monat.Sitz-basiert + Nutzungsgebühr. Startet günstig, wird schnell teuer.Wertbasiert & transparent.
EU Data HostingFrankfurt (AWS). Oft nur für Enterprise.Dublin (AWS). Nur ab Advanced-Plan. Keine Migration!Deutschland/EU. DSGVO-Konformität als Standard.
Ideal für...Große Enterprise-Teams mit vielen SDRs.SaaS-Unternehmen für Support-Automatisierung.B2B mit erklärungsbedürftigen Produkten (Hidden Champions).

Drift im Review: Die Meeting-Booking-Maschine

Drift hat das Konzept des Conversational Marketing erfunden. Die Prämisse war revolutionär: Weg von statischen Formularen, hin zu echten Gesprächen. Seit der Übernahme durch Salesloft im Jahr 2024 hat sich Drift jedoch stark in Richtung einer reinen Enterprise-Lösung für große Vertriebsteams entwickelt. Laut Warmly.ai positioniert sich Drift heute primär als ABM- und Sales-Acceleration-Plattform.

Die Stärken: Wo Drift glänzt

Drift ist unschlagbar, wenn dein einziges Ziel darin besteht, den Kalender deiner Vertriebsmitarbeiter (SDRs/AEs) zu füllen. Die Plattform wurde von Grund auf für den Enterprise-Vertrieb konzipiert und das merkt man in jeder Funktion.

  • Account-Based Marketing (ABM): Drift erkennt, wenn ein VIP-Kunde (z.B. von BMW oder Siemens) auf deiner Website ist und benachrichtigt sofort den zuständigen Vertriebler. Der Chatbot kann diese Besucher mit Namen begrüßen ('Hallo Siemens-Team...').
  • Meeting-Booking: Die Kalender-Integration ist tiefgreifend. Der Bot qualifiziert vor ('Haben Sie Budget über 50k?') und bietet bei Eignung sofort einen Slot im Kalender des Vertrieblers an.
  • Salesloft-Integration: Durch die Fusion ist Drift nun tief in das Salesloft-Ökosystem integriert, was für Teams, die bereits Salesloft nutzen, ein großer Vorteil ist.

Die Schwächen: Die versteckten Kosten

Drift ist kein Werkzeug, das man einfach mal installiert. Es ist eine Verpflichtung, die sowohl finanziell als auch organisatorisch erhebliche Ressourcen bindet.

  • Der Preis-Schock: Drift veröffentlicht keine Preise mehr auf der Website ('Contact Sales'). Recherchen bei Getbreakout.ai und Aiflowreview.com zeigen jedoch, dass der Einstieg (Premium Plan) oft bei ca. 2.500 $ pro Monat liegt – bei jährlicher Vorauszahlung von 30.000 $. Für den deutschen Mittelstand ist das oft eine Hürde, die schwer zu rechtfertigen ist.
  • Menschliche Abhängigkeit: Drift ist nur so gut wie das Team dahinter. Der Bot ist darauf ausgelegt, an Menschen zu übergeben. Wenn du kein Team hast, das innerhalb von 5 Minuten antwortet, verpufft der Effekt. Drift ist ein Router, kein Verkäufer.
  • Sicherheitsbedenken: Im August 2025 gab es laut Silverfort.com und Socradar.io einen signifikanten Sicherheitsvorfall, bei dem OAuth-Token der Drift-Salesforce-Integration kompromittiert wurden. Für sicherheitsbewusste deutsche IT-Abteilungen ist das ein rotes Tuch, das im Beschaffungsprozess adressiert werden muss.

Intercom im Review: Das Zuhause für Kunden

Intercom positioniert sich als das komplette Gegenteil von Drift: Eine Plattform für den gesamten Kundenlebenszyklus, aber mit einem extrem starken Schwerpunkt auf Support und Retention. Für SaaS-Unternehmen ist Intercom der De-facto-Standard geworden.

Die Stärken: Wo Intercom glänzt

Wenn du ein SaaS-Produkt (Software as a Service) betreibst, ist Intercom der Goldstandard. Die Plattform wurde für Support-Teams konzipiert und das zeigt sich in der gesamten Architektur.

  • Der Fin AI Agent: Intercoms KI Fin ist beeindruckend, wenn es darum geht, Support-Tickets zu lösen. Laut Gptbots.ai fütterst du Fin mit deinen Help-Center-Artikeln, und er beantwortet Fragen wie 'Wie setze ich mein Passwort zurück?' oder 'Wo finde ich die Rechnung?' vollautomatisch.
  • Shared Inbox: Die Benutzeroberfläche ist exzellent. Support-Teams lieben die Art und Weise, wie E-Mails, Chats und Social-Media-Nachrichten in einer Inbox landen.
  • Product Tours: Intercom kann Nutzer durch deine Software führen ('Klicken Sie hier, um ein Projekt zu erstellen'). Das ist stark für das Onboarding neuer Kunden.
Vergleich der Chat-Interfaces von Drift und Intercom

Die Schwächen: Die Kostenfalle und das Consultation Gap

Intercom wirkt auf den ersten Blick günstig, wird aber schnell teuer. Das Preismodell ist komplex und die wahren Kosten zeigen sich erst nach einigen Monaten der Nutzung.

  • Die Preis-Spirale: Der Einstiegspreis von ca. 29–39 $ pro Sitzplatz wirkt fair. Aber: Um Funktionen wie Workflows, WhatsApp-Integration oder EU-Hosting zu nutzen, musst du laut Saaspricepulse.com oft auf den Advanced-Plan upgraden, der bei ca. 85–99 $ pro Sitzplatz liegt. Wie Featurebase.app und Bolddesk.com berichten, unterschätzen viele Unternehmen diese Skalierung.
  • Fin AI Kosten: Fin kostet 0,99 $ pro erfolgreicher Lösung (Resolution). Laut Eesel.ai und Customerly.io klingt das wenig, summiert sich aber. Bei 2.000 automatisierten Support-Fällen im Monat sind das fast 2.000 $ extra – jeden Monat.
  • Kein Verkäufer: Fin kann Support-Artikel zusammenfassen, aber er kann nicht beraten. Wenn ein Kunde fragt: 'Welches Ihrer Pakete passt am besten zu meinem 50-Mann-Unternehmen?', liefert Fin oft nur eine Liste der Pakete, führt aber kein veritables Verkaufsgespräch.

Die Consultation Gap: Wo Drift und Intercom scheitern

Hier liegt das eigentliche Problem für viele deutsche B2B-Unternehmen, insbesondere für Hersteller komplexer Produkte (Maschinenbau, Elektrotechnik, spezialisierte IT-Services). Die meisten Suchergebnisse beim Thema Chatbot Drift vs Intercom zwingen dich zu einer binären Wahl.

Das Entscheidungsdilemma: Sales vs. Support
1
Frage 1: Meeting buchen?

Wenn ja → Drift empfohlen. Der Bot qualifiziert und bucht Termine.

2
Frage 2: Support-Ticket lösen?

Wenn ja → Intercom empfohlen. Fin beantwortet aus dem Help Center.

3
Frage 3: Produkt beraten?

Keine klare Lösung → Die Consultation Gap. Beide Tools versagen hier.

Aber was ist, wenn der Kunde noch gar nicht bereit für ein Meeting ist, aber eine Frage hat, die kein einfacher Support-Artikel lösen kann? Das ist die Consultation Gap (Beratungslücke). Diese Lücke wird besonders deutlich, wenn du dir die verschiedene Chatbot Arten genauer anschaust und verstehst, für welche Aufgaben sie jeweils konzipiert wurden.

Ein Szenario aus der Praxis

Stell dir vor, du verkaufst industrielle Sensoren. Ein Ingenieur besucht deine Website und fragt den Chatbot: 'Ich brauche einen Sensor für eine Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen bis 80 Grad. Welches Modell empfehlen Sie?'

ToolAntwort-LogikKonkrete Reaktion
Intercom (Support-Logik)Liefert Help-Center-Artikel'Hier sind 3 Artikel aus unserem Help Center zum Thema Technische Spezifikationen und Temperaturbereiche.' → Der Kunde muss selbst lesen und suchen.
Drift (Sales-Logik)Will zum Meeting weiterleiten'Das klingt spannend! Wollen Sie mit einem Vertriebsmitarbeiter sprechen, um das richtige Modell zu finden?' → Der Kunde will jetzt noch nicht telefonieren.
Consultant AI (Beratungs-Logik)Berät aktiv zum Produkt'Für hohe Luftfeuchtigkeit und 80°C empfehle ich unsere Serie X-200. Speziell das Modell X-205 ist IP67-zertifiziert und hält bis 95°C stand. Benötigen Sie dazu einen analogen oder digitalen Ausgang?'

Warum das für Hidden Champions entscheidend ist

In Deutschland verkaufen wir oft keine selbsterklärenden Produkte. Wir verkaufen Expertise. Das ist der fundamentale Unterschied, den die meisten Vergleiche übersehen. Die digitale Produktberatung Vorteile zeigen sich besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten.

  • Drift geht davon aus, dass der Mensch die Expertise hat (deshalb die Weiterleitung).
  • Intercom geht davon aus, dass das Dokument die Expertise hat (deshalb der Link).
  • Eine Consultation AI geht davon aus, dass die KI die Expertise haben sollte.

Wenn du Produkte verkaufst, die erklärt werden müssen, brauchst du keinen Router (Drift) und keinen Bibliothekar (Intercom). Du brauchst einen digitalen Anwendungsberater. Der Unterschied zwischen diesen Ansätzen wird noch deutlicher, wenn du dich mit dem Conversational AI Vergleich beschäftigst.

Infografik zur Consultation Gap zwischen Drift und Intercom
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DSGVO & EU Data Hosting: Die schmerzhafte Realität

Für deutsche Unternehmen ist das Thema Datenschutz kein Nice-to-have, sondern ein K.O.-Kriterium. Hier unterscheiden sich Drift vs Intercom Chat massiv – und die Details sind oft im Kleingedruckten versteckt. Besonders im Kontext des EU AI Act Chatbots wird die Compliance-Frage immer wichtiger.

Intercom: Das Dublin-Dilemma

Intercom bietet Datenhosting in der EU (AWS Dublin) an. Das klingt gut, hat aber laut Eesel.ai und der offiziellen Intercom-Dokumentation zwei massive Haken, die in Verkaufsgesprächen oft erst spät erwähnt werden.

  1. Nur für neue Workspaces: Du kannst einen bestehenden US-Workspace nicht in die EU migrieren. Wenn du Intercom bereits nutzt und auf EU-Hosting umsteigen willst, musst du einen komplett neuen Account erstellen. Das bedeutet: Alle Chat-Historien, alle Nutzerdaten und alle Konfigurationen gehen verloren oder müssen manuell exportiert/importiert werden. Ein Albtraum für Bestandskunden.
  2. Plan-Zwang: EU-Hosting ist oft an die teureren Pläne (Advanced oder Expert) gekoppelt. Im günstigen Essential-Plan landen deine Daten oft standardmäßig in den USA.
  3. Drittanbieter-Apps: Viele Integrationen im Intercom App Store funktionieren nicht oder nur eingeschränkt mit der EU-Instanz, da die Datenflüsse dieser Apps oft wieder über US-Server laufen.

Drift (Salesloft): Frankfurt als Festung?

Seit der Übernahme durch Salesloft profitiert Drift von deren Infrastruktur. Salesloft betreibt laut eigenen Angaben ein Rechenzentrum in Frankfurt (AWS eu-central-1). Auch Getdbt.com bestätigt die Frankfurt-Infrastruktur für Salesloft-Produkte.

  • Vorteil: Datenhaltung in Deutschland ist für den Betriebsrat und den Datenschutzbeauftragten das stärkste Argument.
  • Nachteil: Auch hier ist der Zugriff auf das deutsche Rechenzentrum oft den Enterprise-Kunden vorbehalten. Im Self-Service oder kleinen Paketen ist dies oft nicht garantiert.
DSGVO-Compliance im Vergleich
85%
Enterprise-Only

Der Anteil der EU-Hosting-Features, die nur in teuren Enterprise-Plänen verfügbar sind

0%
Migration möglich

Intercom ermöglicht keine Migration bestehender US-Workspaces in die EU

30k€+
Mindestbudget

Typische jährliche Kosten für Drift mit Frankfurt-Hosting und vollem Feature-Set

Der Betriebsrat (Works Council) Faktor

Ein oft übersehener Aspekt in US-Software-Vergleichen: In Deutschland hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung von Software, die zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle geeignet ist (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Dies betrifft direkt die KI Kundenservice Automatisierung in deutschen Unternehmen.

Wie Efarbeitsrecht.net, Kluge-seminare.de und Shrm.org erläutern, hat der Betriebsrat bei solchen Tools ein echtes Vetorecht. Auch Thomashelbing.com weist auf die komplexen rechtlichen Anforderungen hin.

  • Das Problem: Sowohl Drift als auch Intercom tracken genau, wie schnell ein Mitarbeiter antwortet (Response Time), wie viele Tickets er löst und wie die Kundenbewertungen sind. Das sind klassische Leistungsdaten.
  • Die Hürde: Ohne eine saubere Betriebsvereinbarung (BV) können diese Tools in Deutschland oft nicht eingeführt werden.
  • Die Lösung: Du benötigst ein Tool, das granulare Rechtevergabe erlaubt (z.B. 'Teamleiter darf keine individuellen Leistungsdaten sehen, nur aggregierte Team-Daten'). Intercom bietet dies im Expert-Plan an, Drift im Enterprise-Plan. Günstigere Pläne fallen hier oft durch das Raster der Compliance.

Integrationen: Was passt zu deinem Tech-Stack?

Ein Chatbot ist eine Insel, wenn er nicht mit deinem CRM spricht. Bei der Entscheidung Intercom vs Drift spielen die verfügbaren Integrationen eine zentrale Rolle für den langfristigen Erfolg.

Salesforce-Integration

Die Salesforce-Integration ist bei beiden Tools ein zentrales Thema, aber mit unterschiedlichen Stärken und Risiken.

  • Drift: Durch die Salesloft-Zugehörigkeit extrem stark integriert. Aber Vorsicht: Der Sicherheitsvorfall 2025 hat gezeigt, dass die Integration über OAuth-Token ein Einfallstor sein kann. Prüfe, ob deine IT hier Bedenken hat.
  • Intercom: Solide Integration, aber eher darauf ausgelegt, Leads zu Salesforce zu schicken oder Ticket-Status anzuzeigen. Weniger tief in den Vertriebsprozessen verankert.

HubSpot & Pipedrive

Beide Tools bieten native Integrationen für die gängigen CRM-Systeme. Allerdings gibt es Unterschiede in der Tiefe der Integration.

  • Intercom ist oft die bessere Wahl für Pipedrive-Nutzer (beliebt im europäischen Mittelstand), da die Synchronisation von Kontaktdaten sehr flüssig läuft.
  • Drift fokussiert sich stark auf das Salesforce-Ökosystem, unterstützt aber HubSpot gut.

Wenn du einen Shopware Chatbot KI einsetzen möchtest, solltest du prüfen, ob die gewählte Plattform native Shopware-Integrationen bietet – was bei Drift und Intercom oft nicht der Fall ist.

Preis-Analyse: Was kosten Drift und Intercom wirklich?

Lass uns ein realistisches Szenario für ein deutsches B2B-Unternehmen (Mittelstand) durchrechnen. Diese Analyse zeigt dir die wahren Kosten jenseits der Marketing-Versprechen. Szenario: 5 Mitarbeiter im Tool, Bedarf an KI-Automatisierung, DSGVO-Konformität (EU Hosting).

Intercom Kosten-Rechnung (Schätzung 2026)

KostenpositionBerechnungMonatliche Kosten
Basis (Advanced Plan)5 Sitze × 85 €425 €
KI-Kosten (Fin)500 Resolutions × 0,99 €495 €
Add-ons (z.B. Proactive Support)Pauschale99 €
Gesamtca. 1.020 €/Monat

Fazit: Der Einstiegspreis von 29 € ist eine Illusion für professionelle Setups. Die tatsächlichen Kosten liegen für ein 5-köpfiges Team mit EU-Hosting und KI-Features bei über 1.000 € monatlich.

Drift Kosten-Rechnung (Schätzung 2026)

KostenpositionBerechnungMonatliche Kosten
Basis (Premium Plan)Pauschale (oft Minimum)2.500 €
Jährliche Vorauszahlung30.000 € / Jahr
Gesamtca. 2.500 €/Monat

Fazit: Deutlich teurerer Einstieg, aber All-in für größere Teams. Weniger variable Kostenfallen als bei Intercom, aber eine hohe Hürde für den Mittelstand.

Preisvergleich Drift vs Intercom für deutsche B2B-Unternehmen

Die dritte Option: KI-gestützte Produktberatung

Der Markt hat sich weiterentwickelt. 2020 war die Frage 'Chatbot oder Live-Chat?'. 2026 ist die Frage: 'Kann deine KI mein Produkt so gut erklären wie mein bester Vertriebler?' Weder Drift noch Intercom wurden primär dafür gebaut. Wenn das dein Ziel ist, lohnt sich der Blick auf KI im E-Commerce und spezialisierte Lösungen.

Eine moderne Consultant AI unterscheidet sich fundamental von den klassischen Ansätzen. Sie wurde nicht für Support-Deflection oder Meeting-Booking entwickelt, sondern für echte Produktberatung. Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du verstehen, wie du einen KI Chatbot einführen kannst, der tatsächlich zu deinen Anforderungen passt.

Der Unterschied in der Praxis: Drei Ansätze im Vergleich
1
Drift: Meeting-First

Qualifiziert Leads nach Budget und Firmengröße, leitet dann an Sales-Team weiter. Kein autonomer Verkauf möglich.

2
Intercom: Article-First

Durchsucht Help Center, liefert Links zu relevanten Artikeln. Kunde muss selbst die Antwort finden.

3
Consultant AI: Product-First

Stellt Rückfragen zur Anwendung, versteht technische Anforderungen, empfiehlt konkrete Produkte mit Begründung.

Fazit: Welches Tool gewinnt 2026?

Die Entscheidung zwischen Drift vs Intercom ist keine Geschmacksfrage, sondern eine strategische Weichenstellung. Beide Tools haben ihre Berechtigung – aber möglicherweise nicht für dein Unternehmen.

Wähle Drift, wenn...

  • Du ein großes Outbound-Sales-Team (10+ SDRs) hast.
  • Dein Hauptziel das Buchen von Meetings für diese Mitarbeiter ist.
  • Du Salesforce als CRM nutzt und tiefes ABM benötigst.
  • Budget (30k+ €/Jahr) keine Rolle spielt.

Wähle Intercom, wenn...

  • Du ein SaaS-Produkt mit vielen Nutzern hast.
  • Dein Hauptziel Support-Effizienz und Ticket-Reduktion ist.
  • Du bereit bist, für jeden KI-gelösten Fall variabel zu bezahlen.
  • Du noch ganz am Anfang stehst (neuer Workspace) und direkt in Dublin starten kannst.

Wähle eine Consultant AI, wenn...

  • Du erklärungsbedürftige Produkte (Maschinen, Technik, komplexe Services) verkaufst.
  • Du die Consultation Gap schließen willst: Kunden sollen beraten werden, nicht nur verwaltet.
  • Du eine DSGVO-sichere Lösung suchst, die ohne komplexe Migration oder Enterprise-Verträge auskommt.
  • Du willst, dass die KI verkauft, statt nur Links zu schicken oder Termine zu vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen: Drift vs Intercom

Drift bietet EU-Hosting über das Salesloft-Rechenzentrum in Frankfurt (AWS eu-central-1) an. Allerdings ist diese Option oft nur für Enterprise-Kunden verfügbar. Im Self-Service oder günstigeren Plänen landen deine Daten möglicherweise in den USA. Fordere vor Vertragsabschluss eine schriftliche Bestätigung des Serverstandorts.

Der Einstiegspreis von 29-39 € pro Sitzplatz ist irreführend. Für EU-Hosting, Automatisierungen und die Fin-KI benötigst du den Advanced-Plan (ca. 85-99 € pro Sitz). Hinzu kommen 0,99 € pro KI-Resolution. Ein 5-köpfiges Team zahlt realistisch 1.000-1.500 € monatlich.

Keines von beiden ist optimal. Drift leitet zu Meetings weiter, Intercom verlinkt auf Help-Center-Artikel. Für echte Produktberatung (technische Fragen beantworten, passendes Produkt empfehlen) benötigst du eine spezialisierte Consultant AI, die Verkaufslogik und Produktwissen kombiniert.

Nein, das ist leider nicht möglich. Intercom erlaubt keine Migration bestehender US-Workspaces nach Dublin. Du müsstest einen komplett neuen Account erstellen und alle Chat-Historien, Nutzerdaten und Konfigurationen manuell übertragen – ein erheblicher Aufwand für Bestandskunden.

Sowohl Drift als auch Intercom tracken Mitarbeiter-Leistungsdaten (Response Time, gelöste Tickets, Kundenbewertungen). Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht. Du brauchst eine Betriebsvereinbarung und ein Tool mit granularer Rechtevergabe, um individuelle Leistungsdaten deaktivieren zu können.

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