ERP Software Vergleich 2026: Guide für KMU & Auswahl

ERP Software Vergleich 2026: Entdecke die besten ERP-Systeme für KMU, versteckte Kosten und warum KI-gestützte Auswahl statische Listen schlägt.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
2. Februar 202618 Min. Lesezeit

Das Dilemma der ERP-Auswahl: Warum Listen versagen

Die Auswahl einer ERP Software gehört zu den risikoreichsten Entscheidungen, die du als Geschäftsführer oder IT-Leiter treffen kannst. Es ist eine Operation am offenen Herzen des Unternehmens. Wer heute nach bester ERP Software googelt, wird von Vergleichsportalen mit statischen Listen überflutet. Capterra, OMR und Co. listen hunderte Tools, bewertet mit Sternchen, die oft mehr über das Marketingbudget des Anbieters aussagen als über die Eignung für deine spezifischen Prozesse.

Das Problem liegt auf der Hand: Eine Liste kann nicht wissen, ob du Chargenrückverfolgung benötigst, wie deine Lagerlogistik aufgebaut ist oder ob du eine DATEV-Schnittstelle mit Kostenstellenrechnung brauchst. Ähnlich wie bei der KI im E-Commerce benötigst du individuelle Lösungen statt pauschaler Empfehlungen.

Dieser Artikel ist anders. Wir liefern dir keinen bloßen ERP Software Vergleich von Features, sondern einen strategischen Rahmen. Wir analysieren den Markt 2025/2026, decken versteckte Kosten auf und zeigen, warum die Zukunft der ERP-Auswahl nicht in statischen Listen, sondern in KI-gestützter Beratung liegt.

ERP-Markt Deutschland 2025/2026 im Überblick
500+
ERP-Anbieter

Der fragmentierte deutsche Markt macht die Auswahl extrem komplex

70%
Cloud-Anteil

Prognostizierter Anteil bei ERP-Neuimplementierungen laut [Cargoson](https://vertexaisearch.cloud.google.com/grounding-api-redirect/AUZIYQH3UNOFf1lJLzz0W_Gct-A05OhXLAjemG8BunQs9D7E9VefonyOrgI4lHsUXP31m-AaSnzhXqYM0Nrkxhda8un3SB3Cr5WeAJv6PoSe1BSLNyFsJLNffkoUynR2EuyLQXpx05P7Sr67NbpYAfsjLErDQw==)

15-30%
Lizenzanteil TCO

Implementierung und Anpassung sind die wahren Kostentreiber

01.01.2025
E-Rechnungspflicht

Deadline für B2B E-Rechnungsempfang in Deutschland

Was ist ERP Software eigentlich? Und was nicht?

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, müssen wir eine klare Grenze ziehen. Viele kleine Unternehmen nutzen Tools wie Lexware Office oder SevDesk und glauben, sie hätten ein ERP. Das ist oft ein Irrtum, der zu Problemen führt, sobald das Unternehmen wächst.

Die Definition von Enterprise Resource Planning

Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel und Material rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen und zu steuern. Eine ERP Software ist das digitale Abbild dieser Prozesse. Sie verbindet alle Abteilungen – vom Einkauf über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Buchhaltung – in einer einzigen Datenbank. Diese zentrale Datenhaltung unterscheidet echte ERP-Systeme fundamental von isolierten Einzellösungen, wie ERP Detail erklärt.

ERP vs. Buchhaltungssoftware: Der entscheidende Unterschied

Der Unterschied ist entscheidend für deine Auswahl. Während Buchhaltungssoftware retrospektiv dokumentiert, plant ERP-Software proaktiv. Diese Unterscheidung beeinflusst maßgeblich, welche Lösung für dein Unternehmen sinnvoll ist.

MerkmalBuchhaltungssoftware (z.B. Lexware, SevDesk)ERP Software (z.B. Haufe X360, SAP B1, weclapp)
FokusRückwirkende Dokumentation (Finanzen, Steuern)Zukunftsgerichtete Planung & Steuerung
DatenflussIsoliert (Silos), oft manueller ImportIntegriert (Echtzeit zwischen Lager & Verkauf)
KomplexitätGering, Plug & PlayHoch, erfordert Implementierung & Customizing
ZielgruppeFreelancer, KleinstunternehmenWachsende KMU, Mittelstand, Konzerne
Typischer Preis10-50 € pro Monat30-200 € pro User/Monat + Implementierung

Die 3 Kategorien von ERP-Käufern: Wo stehst du?

Ein häufiger Fehler ist der Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Ein ERP Software Vergleich macht nur Sinn innerhalb derselben Kategorie. Basierend auf Unternehmensgröße und Komplexität lassen sich drei Käufertypen identifizieren, wie auch die KMU-ERP-Experten bestätigen.

Typ A: Der Starter – Small & Agile

Dieses Profil umfasst Unternehmen mit 1 bis 20 Mitarbeitern, die hauptsächlich Dienstleistungen anbieten oder einfachen Handel betreiben. Der Bedarf liegt bei Standardprozessen, schneller Einführung innerhalb weniger Tage und Cloud-only-Lösungen. Der Fokus liegt auf Usability, Preis und mobiler App-Verfügbarkeit.

  • Beispiele: weclapp (Cloud), Xentral (Starter), Lexware
  • Kostenrahmen: 30-60 € pro User/Monat, kaum Implementierungskosten
  • Einführungsdauer: Wenige Tage bis maximal 2 Wochen
  • Ideales Szenario: E-Commerce-Startups, kleine Agenturen, Dienstleister

Typ B: Der Grower – Mittelstand & Spezialisten

Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitern, die komplexe Lagerhaltung, Produktion oder Projektgeschäft betreiben, fallen in diese Kategorie. Der Bedarf liegt bei Anpassbarkeit (Customizing), tiefen Integrationen und Branchenfunktionen. Der Fokus richtet sich auf Skalierbarkeit, Automatisierung und Compliance wie GoBD.

  • Beispiele: Haufe X360, MyFactory, Odoo, Sage 100
  • Kostenrahmen: 60-150 € pro User/Monat + 10.000 € bis 100.000 € Implementierung
  • Einführungsdauer: 3-12 Monate je nach Komplexität
  • Ideales Szenario: Produzierende KMU, wachsende Handelsunternehmen

Typ C: Das Enterprise – Complex & Global

Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, internationale Standorte und Konzernstrukturen benötigen Multi-Company- und Multi-Currency-Funktionen sowie tiefgreifende Individualentwicklung. Der Fokus liegt auf Governance, Sicherheit und einem kompletten Ökosystem.

  • Beispiele: SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365, Oracle NetSuite
  • Kostenrahmen: Projekte oft sechsstellig bis millionenschwer
  • Einführungsdauer: 12-36 Monate
  • Ideales Szenario: Internationale Konzerne, Holdings, Industrieunternehmen
ERP-Entscheidungsmatrix zeigt drei Käufertypen mit passenden Systemen

Top ERP Systeme in Deutschland 2025/2026 im Detail

Anstatt einer endlosen Liste konzentrieren wir uns auf die relevantesten Player für den deutschen Mittelstand (KMU), die in den Suchergebnissen und Marktanteilsanalysen dominieren. Jedes System wird mit einer ehrlichen Consultant's Take-Einschätzung bewertet – nicht mit Marketingversprechen.

Haufe X360: Der Cloud-Champion für den Mittelstand

Kategorie: Typ B (Grower) | Bereitstellung: Cloud (SaaS)

Haufe X360 hat sich als starke Lösung für den Mittelstand etabliert. Es basiert technologisch auf dem US-System Acumatica, wurde aber für den deutschen Markt (DACH) vollständig lokalisiert, wie Haufe X360 selbst beschreibt. Das System wurde auch durch eine Partnerschaft mit Shipcloud erweitert, die Logistik-Features auf Konzern-Niveau für KMU bietet.

  • 360-Grad-Ansatz: Sehr starkes Ökosystem – verbindet klassisches ERP mit E-Commerce und Finanzbuchhaltung
  • Flexibilität: Modularer Aufbau – du zahlst für das, was du nutzt (Produktion, E-Commerce oder Dienstleistung)
  • Preismodell: Startet bei ca. 49 € (Dienstleistung) bis über 185 € (Produktion/Service) pro User/Monat mit Mindestbuchungsbeträgen (oft ca. 449 €/Monat)

weclapp: Der Favorit für E-Commerce und Startups

Kategorie: Typ A bis B | Bereitstellung: Cloud (SaaS)

Weclapp ist einer der beliebtesten Anbieter für ERP Software für kleine Unternehmen und E-Commerce-Händler in Deutschland. Das System wirbt mit Made in Germany und hoher Benutzerfreundlichkeit, wie weclapp auf der eigenen Website betont. Gerade für Unternehmen, die ihre Shopware ERP Integration aufbauen wollen, bietet weclapp hervorragende Anbindungsmöglichkeiten.

  • Usability: Moderne Oberfläche, die kaum Schulung erfordert
  • E-Commerce: Exzellente Anbindung an Shops (Shopify, Shopware) und Marktplätze (Amazon, eBay)
  • All-in-One: CRM und Projektmanagement sind tief integriert
  • Preismodell: Transparentes Abo-Modell – Cloud ERP Dienstleistung ab ca. 39-69 €, Cloud ERP Handel etwas teurer, Rabatte bei 1-2 Jahresverträgen

SAP Business One: Der Goldstandard für Industrie-KMU

Kategorie: Typ B (gehobener Mittelstand) | Bereitstellung: Hybrid (Cloud & On-Premise)

Oft missverstanden als kleines SAP – es ist eine eigenständige Lösung für KMU, nicht zu verwechseln mit S/4HANA. Laut SMC IT bietet SAP Business One eine unschlagbare Funktionstiefe für internationale Expansion.

  • Funktionstiefe: Extrem mächtig in Lagerverwaltung, Produktion und Reporting
  • Internationalität: Wenn du planst, Tochtergesellschaften im Ausland zu gründen, ist SAP B1 unschlagbar (Multi-Currency, lokale Steuergesetze)
  • HANA Datenbank: Ermöglicht Echtzeit-Analysen großer Datenmengen
  • Preismodell: Teurer Einstieg – Lizenzen kosten oft 2.700 € (Professional) bis 1.400 € (Limited) einmalig pro User (On-Premise) oder ca. 91 €/Monat in der Cloud, plus hohe Implementierungskosten

MyFactory: Die Private-Cloud-Alternative

Kategorie: Typ B | Bereitstellung: Cloud / Private Cloud

MyFactory ist ein Urgestein im Cloud-ERP-Markt und bietet eine sehr hohe Flexibilität, da es auch auf eigenen Servern (Private Cloud) gehostet werden kann. Das war eines der ersten Systeme, das komplett im Browser lief, wie MKP IT berichtet.

  • Webbasiert: Vollständige Browser-Nutzung ohne lokale Installation
  • Individualisierbarkeit: Sehr anpassungsfähig an spezielle Branchenprozesse
  • PPS: Starkes Modul für Produktionsplanung und -steuerung (PPS)
  • Preismodell: Modular – Business Manager, ERP, CRM, PPS können kombiniert werden, Preise starten oft bei ca. 99 € im Abo

Odoo: Der Open-Source-Disruptor

Kategorie: Typ A bis B (Open Source) | Bereitstellung: Cloud / On-Premise

Odoo ist der Disruptor im Markt. Mit einem Open-Source-Kern und tausenden Apps ist es extrem modular. Man startet mit CRM und fügt Lager, Buchhaltung oder Website einfach hinzu. Laut Odoo selbst bietet das System mittlerweile auch GoBD-konforme Buchhaltung.

  • Modularität: Aggressives Pricing – oft kostenlos für die erste App, dann Pauschalpreise pro User
  • Community: Riesiges Ökosystem an Entwicklern weltweit
  • Schwäche/Risiko: Die GoBD-Konformität in Deutschland war lange ein Thema – Odoo ist mittlerweile zertifiziert (IDW PS 880), aber die Verantwortung liegt beim Anwender

ERP Kosten: Die Wahrheit hinter dem Preisschild

Wenn du nach ERP Software Kosten suchst, findest du meistens Lizenzpreise. Doch das ist gefährlich. In der Branche spricht man vom Eisberg-Modell – die sichtbaren Kosten sind nur die Spitze.

Eisberg-Modell der ERP-Kosten zeigt sichtbare Lizenzkosten und versteckte Implementierungskosten

Der sichtbare Teil: Lizenzkosten im Überblick

Die offensichtlichen Kosten lassen sich relativ leicht vergleichen. Bei Cloud-Lösungen (SaaS) zahlst du monatliche Miete im Bereich von 30 € bis 200 € pro User/Monat. Bei On-Premise-Systemen erfolgt ein einmaliger Kauf zwischen 1.500 € und 4.000 € pro User, plus jährliche Wartung von ca. 18-22 % des Lizenzwertes, wie Glasholz analysiert.

Der unsichtbare Teil: Implementierung & Service

Hier scheitern Budgets. Die Faustformel für das Verhältnis von Softwarekosten zu Dienstleistungskosten liegt oft bei 1:1 bis 1:3, wie Panorama Consulting in ihrer Studie bestätigt. Das bedeutet: Wenn du Lizenzen für 20.000 € kaufst, rechne mit 20.000 € bis 60.000 € für die Einführung.

Die Xentral-Analyse zeigt, dass Lizenzkosten oft nur 15-30 % der TCO (Total Cost of Ownership) ausmachen.

Wofür zahlst du das Geld? Die versteckten Kostentreiber umfassen mehrere Bereiche, die Hamburger Software detailliert aufschlüsselt:

  1. Prozessanalyse: Der Berater muss verstehen, wie du arbeitest – das dauert
  2. Datenmigration: Kundendaten aus Excel oder Altsystemen müssen bereinigt und importiert werden
  3. Customizing: Anpassung von Masken, Workflows und Formularen (Rechnungsdesign)
  4. Schulung: Mitarbeiter müssen das System bedienen lernen
  5. Change Management: Der oft unterschätzte Widerstand der Belegschaft muss gemanagt werden
Die 5 versteckten Kostentreiber bei ERP-Projekten
1
Prozessanalyse

Ist-Aufnahme deiner Workflows – oft 10-20 Beratertage

2
Datenmigration

Bereinigung und Import aus Altsystemen – unterschätzte Komplexität

3
Customizing

Anpassung an Branchenanforderungen – jede Änderung kostet

4
Schulung

Training aller Nutzergruppen – Key-User und Endanwender

5
Change Management

Akzeptanz im Team schaffen – der menschliche Faktor

Cloud vs. On-Premise: TCO-Vergleich

Studien von Scopevisio und business.digital zeigen, dass Cloud-Lösungen initial günstiger sind (OpEx), sich die Kostenkurven aber nach ca. 5-7 Jahren schneiden können. Dennoch dominiert die Cloud, weil die versteckten Kosten für eigene Server, IT-Personal, Backups und Security bei On-Premise oft vergessen werden.

KostenfaktorCloud ERPOn-Premise ERP
InitialkostenNiedrig (monatliche Miete)Hoch (Lizenzkauf + Hardware)
IT-PersonalNicht erforderlichErforderlich für Wartung
UpdatesAutomatisch inklusiveManuell, oft kostenpflichtig
SkalierungFlexibel pro UserHardware-Investition nötig
5-Jahres-TCOOft günstiger für KMUKann bei vielen Usern günstiger sein
DatensicherheitZertifizierte RechenzentrenEigene Verantwortung
ERP-Auswahl ohne Analysis Paralysis

Statt wochenlang Datenblätter zu vergleichen: Lass dir von KI-gestützter Beratung die passenden Systeme für dein Geschäftsmodell empfehlen – neutral und datenbasiert.

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Auswahlstrategie: Warum Bestenlisten scheitern

Die meisten Unternehmen gehen bei der ERP-Auswahl so vor: Google-Suche nach beste ERP Software, Lesen von Top-10-Listen auf Capterra, Einladen von 3 Anbietern zur Demo, und schließlich Kauf basierend auf dem besten Verkaufsgespräch. Das Ergebnis: Analysis Paralysis oder eine Fehlentscheidung.

Ein Vertriebler wird dir immer sagen, dass sein System deine Anforderungen erfüllt – im Standard oder mit einer kleinen Anpassung. Diese Dynamik führt zu systematischen Fehlentscheidungen. Ähnlich wie bei der Auswahl von KI Produktberatung Anbietern benötigst du objektive Kriterien statt Verkaufsrhetorik.

Der neue Weg: KI-gestützte Beratungsansätze

Der Markt ist zu komplex für manuelle Vergleiche. Hier kommt KI (Künstliche Intelligenz) ins Spiel – nicht als Feature im ERP, sondern als Werkzeug zur Auswahl des ERP. Die Entwicklung von Conversational AI ermöglicht heute dialogbasierte Auswahlprozesse, die früher nur durch teure Beratungsprojekte möglich waren.

Anstatt statische Filter zu nutzen wie Branche: Handel, analysieren moderne Matching-Algorithmen deine Prozessbeschreibungen. Der Unterschied zu einem klassischen Chatbot liegt in der Tiefe der Analyse.

  • Input: Wir fertigen kundenspezifische Maschinen, brauchen Anzahlungsrechnungen und haben ein Konsignationslager.
  • Analyse: Die KI versteht die Abhängigkeiten (Fertigung -> Finanzbuchhaltung -> Lager)
  • Output: Eine Shortlist von Systemen, die genau diese Kombination beherrschen, ohne dass du 50 Datenblätter lesen musst

Der entscheidende Vorteil: Die KI ist unvoreingenommen. Sie bewertet Funktionalität, nicht Marketingbudget. Das unterscheidet sie fundamental von Vergleichsportalen, deren Rankings oft von Werbebudgets beeinflusst werden.

Der Consultation Approach im Detail

Der klassische Auswahlweg kontrastiert stark mit dem modernen Ansatz. Während der alte Weg aus Google-Suche, G2-Reviews, Sales-Demo und anschließendem Bedauern besteht, folgt der neue Weg einem strukturierten Prozess: Anforderungsdefinition, KI-Analyse, unvoreingenommenes Matching und anschließende gezielte Demos nur mit passenden Anbietern.

Moderne KI-Verkaufsberater nutzen ähnliche Matching-Prinzipien für Produktempfehlungen – diese Technologie lässt sich auch auf die ERP-Auswahl übertragen. Die Integration mit bestehenden Systemen, etwa durch Shopware API Automatisierung, zeigt, wie durchdacht solche Lösungen heute sein können.

Trends 2025/2026: Was dein neues ERP können muss

Wenn du heute investierst, muss das System auch 2030 noch wettbewerbsfähig sein. Achte auf diese entscheidenden Trends, die den Markt in den nächsten Jahren prägen werden.

Die E-Rechnungspflicht in Deutschland

Ab dem 1. Januar 2025 ist der Empfang und die Verarbeitung von E-Rechnungen (strukturierten Datensätzen wie XRechnung oder ZUGFeRD) im B2B-Bereich verpflichtend. Einfache PDFs reichen nicht mehr aus. Die IHK und das Bundesfinanzministerium haben die Regelungen detailliert veröffentlicht.

Agentic AI & Autonome Workflows

Wir bewegen uns von Automatisierung zu Autonomie. Bis 2026 werden KI-Agenten in ERP-Systemen Aufgaben selbstständig erledigen. Laut CrossML revolutionieren diese Agenten bereits die Art, wie Unternehmen ihre Ressourcen planen.

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein KI-Agent bemerkt, dass ein Lieferant Lieferprobleme hat, sucht alternative Lieferanten, prüft Preise und schlägt dem Einkäufer eine Bestellung vor – oder führt sie bei Kleinteilen selbstständig aus. Cloudkeeper prognostiziert, dass bis 2026 40 % der Enterprise-Apps solche KI-Agenten integriert haben werden.

Diese Entwicklung ist vergleichbar mit dem, was wir bei der Kundenservice Automatisierung mit KI bereits beobachten können. Die Prinzipien lassen sich direkt auf ERP-Prozesse übertragen.

Cloud-Dominanz und Sicherheitsstandards

Der Marktanteil von ERP Software Cloud-Lösungen wird bis 2025 auf voraussichtlich 70 % steigen. On-Premise wird zur Nische für hochsensible Spezialbereiche. Der Grund ist nicht nur Flexibilität, sondern Sicherheit: Hyperscaler (AWS, Azure) bieten Sicherheitsstandards, die ein mittelständischer Serverraum nie erreichen kann.

Unternehmen, die bereits Shopware CRM Integration oder ähnliche Cloud-Lösungen nutzen, kennen die Vorteile: automatische Updates, keine Wartungssorgen, und Zugriff von überall. Diese Vorteile gelten verstärkt für ERP-Systeme.

Timeline der ERP-Trends 2025-2030 mit E-Rechnung, KI-Agenten und Cloud-Dominanz

Branchenspezifische ERP-Empfehlungen

Ein kritischer Punkt, den generische Bestenlisten oft übersehen: ERP-Anforderungen unterscheiden sich fundamental nach Branche. Die Unterscheidung zwischen ERP für Services und ERP für Manufacturing ist entscheidend für deine Auswahl.

ERP für E-Commerce und Handel

Im E-Commerce-Bereich stehen Multi-Channel-Anbindungen, Lagerverwaltung und schnelle Auftragsabwicklung im Fokus. Weclapp und Xentral dominieren dieses Segment. Die Integration von virtuellem Verkaufsberater und ERP schafft durchgängige Kundenerlebnisse. Auch die Automatisierung von Shopware Support profitiert von gut integrierten ERP-Systemen.

ERP für Produktion und Fertigung

Produzierende Unternehmen benötigen starke PPS-Module (Produktionsplanung und -steuerung), Stücklistenverwaltung und Qualitätsmanagement. MyFactory und SAP Business One sind hier stark aufgestellt. Die Komplexität rechtfertigt höhere Implementierungskosten.

ERP für Dienstleister und Agenturen

Projektmanagement, Zeiterfassung und Ressourcenplanung stehen im Vordergrund. Haufe X360 im Dienstleistungs-Modus oder spezialisierte Lösungen wie Projectfacts sind hier die bessere Wahl als generische Produktions-ERPs.

Der KI-Mitarbeiter-Vergleich für ERP-Support

Ein oft übersehener Aspekt bei der ERP-Auswahl ist der Support nach der Einführung. Hier zeigt sich, warum der Vergleich zwischen KI-Chatbot und menschlichem Mitarbeiter auch für ERP-Systeme relevant wird. Moderne ERPs integrieren zunehmend KI-basierte Hilfestellungen, die Anwender bei Routinefragen unterstützen.

Die Shopware KI Produktberatung zeigt exemplarisch, wie solche Integrationen aussehen können. Ähnliche Konzepte halten Einzug in ERP-Systeme: KI-gestützte Assistenten helfen bei der Berichterstellung, warnen vor Anomalien und schlagen Optimierungen vor.

Fazit: Treffe keine Entscheidung aus dem Bauch

Die Suche nach der besten ERP Software führt in die Irre. Es gibt nur die passendste Software für dein Geschäftsmodell. Die Faktoren Unternehmensgröße, Branche, Wachstumspläne und vorhandene IT-Infrastruktur bestimmen, welches System für dich funktioniert.

  • Verlasse dich nicht auf statische Bestenlisten – sie kennen dein Geschäft nicht
  • Unterschätze nicht die Implementierungskosten – rechne mit Faktor 2-3 der Lizenzkosten
  • Achte auf Zukunftsfähigkeit – E-Rechnung und KI-Readiness sind Pflicht
  • Definiere deine Anforderungen vor der ersten Demo – nicht danach
  • Nutze strukturierte Auswahlverfahren statt Bauchgefühl

Nutze Technologie, um Technologie zu finden. Ein statischer Vergleich kann deine individuellen Workflows nicht abbilden. Starte mit einer sauberen Anforderungsanalyse und lass dich neutral beraten – sei es durch Experten oder intelligente Matching-Tools.

FAQ: Häufige Fragen zu ERP Software

Für kleine Unternehmen (Typ A) liegen die Kosten meist zwischen 30 € und 70 € pro Nutzer im Monat bei Cloud-Lösungen. Implementierungskosten sind hier oft gering (unter 5.000 €), da Standards genutzt werden. Weclapp und Xentral sind typische Vertreter dieser Preisklasse. Beachte jedoch, dass selbst bei günstigen Lizenzen die Datenmigration und Einarbeitung Zeit kostet.

Ja, in der Regel sicherer als lokale Server in KMU. Anbieter wie Haufe oder weclapp nutzen zertifizierte Rechenzentren in Deutschland (ISO 27001), die Georedundanz und professionellen Schutz vor Cyberangriffen bieten. Die Sicherheitsstandards von AWS oder Azure übersteigen das, was ein mittelständischer Serverraum leisten kann. Allerdings solltest du die Datenschutzvereinbarungen (AVV) genau prüfen.

Die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen im B2B-Bereich gilt ab dem 01.01.2025. Für den Versand gelten Übergangsfristen bis 2027/2028, abhängig vom Umsatz. Unternehmen mit mehr als 800.000 € Umsatz müssen früher aktiv werden. Ältere On-Premise-Systeme benötigen oft Updates oder Zusatzmodule, um E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) verarbeiten zu können.

Für reinen E-Commerce sind weclapp und Xentral führend – sie bieten exzellente Marktplatz-Anbindungen (Amazon, eBay) und Shop-Integrationen (Shopify, Shopware). Für Großhandel mit komplexer Lagerlogistik sind oft Haufe X360 oder MyFactory besser geeignet, da sie tiefere Funktionen für Chargenführung und Kommissionierung bieten.

Die Dauer variiert stark nach Kategorie: Für Typ-A-Unternehmen (Starter) sind wenige Tage bis 2 Wochen realistisch. Typ-B-Unternehmen (Grower) sollten 3-12 Monate einplanen, abhängig von der Komplexität und dem Customizing-Bedarf. Enterprise-Projekte (Typ C) dauern typischerweise 12-36 Monate. Der größte Zeitfresser ist oft nicht die Software-Installation, sondern die Datenmigration und das Change Management.

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