Shopware B2B Components: alle Module, Funktionen und Konfiguration im Detail

Alle Shopware B2B Components erklärt: Employee Management, Quick Orders, Freigabe-Workflows, Angebotsverwaltung. Mit Editions-Verfügbarkeit und Praxistipps.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
24. März 202610 Min. Lesezeit

Was sind Shopware B2B Components?

Shopware B2B Components sind modulare Funktionsbausteine, die Shopware 6 um B2B-spezifische Features erweitern. Im Gegensatz zu Plugins sitzen sie direkt im Shopware-Core, sind API-first gebaut und lassen sich einzeln aktivieren oder deaktivieren. Sie sind der offizielle Nachfolger der alten B2B Suite, die mit Shopware 6.8 endgültig abgelöst wird. Einen breiteren Überblick über die gesamte Suite findest du in unserem B2B Suite Überblick.

Der entscheidende Unterschied zu Plugins: B2B Components sind keine aufgesetzten Erweiterungen, sondern tief in den Shopware-Kern integriert. Das bedeutet bessere Performance, keine Kompatibilitätsprobleme bei Updates und eine einheitliche API-Schnittstelle für alle B2B-Funktionen. Shopware selbst beschreibt sie als modulares Framework für B2B Commerce.

Verfügbar sind die B2B Components in den kommerziellen Editionen Evolve (ab 2.400 €/Monat) und Beyond (ab 6.500 €/Monat). In der Rise-Edition sind sie nicht enthalten. Einige fortgeschrittene Features wie Digital Sales Rooms sind Beyond vorbehalten.

Alle B2B Components im Überblick

Shopware bietet aktuell sechs Kern-Components, die sich flexibel kombinieren lassen. Jedes Modul ist einzeln aktivierbar. In der Praxis starten die meisten Händler mit Employee Management und Quick Orders und schalten weitere Module nach Bedarf frei. Die offizielle B2B Suite Dokumentation beschreibt die technische Konfiguration im Detail.

Shopware B2B Components: Module im Überblick
ComponentFunktionEditionAbhängigkeit
Employee ManagementMitarbeiter-Konten mit Rollen, Rechten und HierarchienEvolve+Keine (Basis-Modul)
Quick OrdersSchnellbestellung per Artikelnummer, CSV-Upload oder BestelllisteEvolve+Employee Management
Quote ManagementAngebote erstellen, versenden und nachverfolgenEvolve+Employee Management
Order ApprovalMehrstufige Freigabe-Workflows mit Budget-LimitsEvolve+Employee Management
Shopping ListsWiederverwendbare Bestelllisten für regelmäßige EinkäufeEvolve+Employee Management
Organisation UnitsAbteilungen, Kostenstellen und Unternehmensstrukturen abbildenBeyondEmployee Management
Übersicht aller sechs Shopware B2B Components mit Abhängigkeiten
Employee Management ist das Basis-Modul, auf dem alle anderen Components aufbauen

Rollen, Rechte und Budgets

Employee Management ist das Fundament der B2B Components. Ohne dieses Modul funktioniert keines der anderen. Es ermöglicht dir, unter einem Unternehmens-Account mehrere Mitarbeiter-Konten anzulegen, jeweils mit eigenen Rollen und Rechten. In der Praxis bedeutet das: Der Einkaufsleiter sieht alles, der Sachbearbeiter darf bestellen, aber nicht freigeben, und der Azubi hat nur Lesezugriff. Detailliert beschrieben in unserem B2B Kundenportal Guide.

Die Budget-Verwaltung setzt auf dem Rollensystem auf. Du kannst pro Mitarbeiter oder pro Abteilung Budgets definieren, entweder als Gesamtbetrag oder zeitlich begrenzt (monatlich, quartalsweise). Kontingente lassen sich auf verschiedene Dimensionen setzen: Bestellsumme, Anzahl bestellter Produkte, bestimmte Produktkategorien oder einzelne Artikel.

  1. Rollen anlegen: Definiere Rollen wie Einkaufsleiter, Besteller, Freigeber im Shopware-Backend unter B2B > Employee Management
  2. Rechte zuweisen: Jede Rolle erhält granulare Rechte (Bestellen, Freigeben, Budgets einsehen, Preise sehen)
  3. Budgets setzen: Pro Rolle oder pro Mitarbeiter ein Budget definieren, optional mit Zeitbegrenzung
  4. Hierarchie konfigurieren: Mehrstufige Freigabe-Ketten einrichten, bei der Überschreitungen automatisch eskalieren

Bestellprozesse: Schnellbestellung, Listen und Freigaben

B2B-Kunden bestellen anders als Endverbraucher. Sie kennen ihre Artikelnummern, bestellen regelmäßig die gleichen Produkte und arbeiten oft mit Einkaufslisten. Die B2B Components bilden das mit drei Modulen ab: Quick Orders, Shopping Lists und Order Approval. In der Kombination entsteht ein B2B Bestellprozess, der manuelle Prozesse fast vollständig ersetzt.

Quick Orders erlaubt die Schnellbestellung über drei Wege: direkte Eingabe der Artikelnummer, CSV-Upload für Sammelbestellungen oder Auswahl aus gespeicherten Bestelllisten. Für einen Industriebedarfs-Händler mit 500 Artikelpositionen pro Bestellung spart das Stunden. Die Schnellbestellung lässt sich im Frontend individuell konfigurieren.

Shopping Lists sind wiederverwendbare Warenkörbe. Der Einkäufer legt einmal eine Liste mit Standardartikeln an und kann sie mit einem Klick in den Warenkorb übernehmen. Verschiedene Listen für verschiedene Abteilungen oder Projekte sind möglich.

Preislogik und Angebotsverwaltung

Im B2B-Handel hat jeder Kunde andere Preise. Die B2B Components unterstützen kundenspezifische Preislisten, Staffelpreise und Mengenrabatte nativ. Die Preislogik greift direkt im Frontend: Der eingeloggte B2B-Kunde sieht seine individuellen Preise, nicht die Listenpreise. Das funktioniert über Preisgruppen, die du im Backend pro Kundengruppe oder pro einzelnem Kunden definierst. Mehr dazu in unserem Guide zu B2B Preise und Editionen.

Quote Management ergänzt die Preislogik um eine Angebotsverwaltung. Der Ablauf: Dein B2B-Kunde stellt eine Angebotsanfrage im Shop, dein Vertrieb bearbeitet sie im Backend, verhandelt Konditionen und sendet ein verbindliches Angebot zurück. Der Kunde kann es annehmen und direkt in eine Bestellung umwandeln. Der gesamte Prozess ist digital und nachvollziehbar.

Die ERP-Integration ist dabei entscheidend. Kundenspezifische Preise kommen in den meisten Setups nicht aus Shopware, sondern aus dem ERP-System. Die B2B Components bieten dafür eine API-Schnittstelle, über die Preislisten synchronisiert werden. Ohne saubere ERP-Anbindung funktioniert die B2B-Preislogik in der Praxis nicht zuverlässig. Für die Zahlungsabwicklung im B2B-Bereich ist der B2B Rechnungskauf besonders relevant.

Außendienst-Component

Der Sales Representative Login ist ein Feature, das in der Praxis oft unterschätzt wird. Es erlaubt deinen Außendienstmitarbeitern, sich im Frontend in den Account eines Kunden einzuloggen und Bestellungen in dessen Namen aufzugeben. Auf Messen, bei Kundenbesuchen oder bei Telefonbestellungen ersetzt das den Zettel und die Excel-Liste.

Der Außendienst sieht dabei die kundenspezifischen Preise, den Bestellverlauf und offene Angebote des Kunden. Er kann Warenkörbe vorbereiten, die der Kunde später selbst abschließt, oder Bestellungen direkt aufgeben. Alle Aktionen sind nachvollziehbar protokolliert. Die Details zur Konfiguration findest du in unserem Außendienst-Guide.

Component-Architektur: Abhängigkeiten und Zusammenspiel

Alle B2B Components bauen auf Employee Management auf. Das ist die einzige harte Abhängigkeit im System. Ohne Mitarbeiter-Konten und Rollen gibt es keine Budgets, keine Freigaben und keine kundenspezifischen Bestelllisten. Die anderen Module sind untereinander unabhängig: Du kannst Quick Orders ohne Quote Management nutzen, und Shopping Lists funktionieren ohne Order Approval.

Empfohlene Aktivierungsreihenfolge
1
Employee Management aktivieren

Basis-Modul: Rollen, Rechte, Mitarbeiter-Konten einrichten

2
Quick Orders + Shopping Lists

Bestelleffizienz sofort steigern, CSV-Upload und Wiederbestellung ermöglichen

3
Order Approval einrichten

Freigabe-Workflows und Budgets konfigurieren, wenn mehrere Besteller aktiv sind

4
Quote Management aktivieren

Angebotsprozesse digitalisieren, wenn dein Vertrieb individuelle Konditionen verhandelt

5
Organisation Units (Beyond)

Abteilungsstrukturen und Kostenstellen abbilden, wenn die Unternehmensstruktur komplex ist

Die Performance-Auswirkungen sind minimal. Jedes Modul lädt nur seine eigenen Daten, und die API-first-Architektur sorgt dafür, dass inaktive Module keine Ressourcen verbrauchen. In der Praxis merken selbst Shops mit 50.000+ Produkten keinen Unterschied, ob zwei oder alle sechs Module aktiv sind.

B2B Components vs. B2Bsellers Suite vs. Custom Plugins

Neben den nativen B2B Components gibt es mit der B2Bsellers Suite eine etablierte Drittanbieter-Alternative und natürlich die Option der Eigenentwicklung. Die Entscheidung hängt von Funktionsumfang, Budget und Wartungsaufwand ab.

Vergleich: Native Components vs. B2Bsellers vs. Custom
KriteriumB2B Components (nativ)B2Bsellers SuiteCustom Plugins
Funktionsumfang6 Kern-Module, wachsendDutzende Features out of the boxUnbegrenzt
KostenIn Evolve/Beyond enthaltenZusätzliche LizenzkostenEntwicklungskosten
Update-SicherheitVon Shopware gewartetVom Anbieter gewartetEigene Verantwortung
Setup-AufwandGering (Konfiguration)Mittel (Konfiguration + Customizing)Hoch (Entwicklung)
API-ZugangNativ, vollständigEigene APISelbst gebaut
Headless-fähigJaTeilweiseAbhängig von Umsetzung
Beste fürStandard B2B-AnforderungenKomplexe B2B mit vielen FeaturesEinzigartige Geschäftslogik

Meine Einschätzung: Für die meisten B2B-Shopware-Händler reichen die nativen Components. Sie decken 80% der typischen Anforderungen ab und haben den Vorteil, dass sie direkt von Shopware gewartet werden. Die B2Bsellers Suite ist dann interessant, wenn du Funktionen brauchst, die Shopware nativ noch nicht bietet, etwa erweiterte Katalog-Einschränkungen oder komplexe Kundengruppen-Logik. Custom Plugins sind der letzte Ausweg, wenn wirklich keine Standardlösung passt.

Vergleich der drei B2B-Lösungsansätze für Shopware: native Components, B2Bsellers Suite und Custom Plugins
Drei Wege zum B2B-Shop: nativ, Drittanbieter oder Eigenentwicklung

KI-Integration mit B2B Components

B2B-Kunden bestellen komplexe Produkte: Industriebedarf, Ersatzteile, chemische Produkte mit Spezifikationen. Die Frage, ob ein Produkt kompatibel, lieferbar oder in der richtigen Konfiguration bestellt wird, kostet deinen Vertrieb Zeit. Genau hier setzen KI-Mitarbeiter an, die direkt mit den B2B Components interagieren.

Ein KI-Mitarbeiter kann über die API der B2B Components auf kundenspezifische Preise zugreifen, Verfügbarkeiten in Echtzeit prüfen und dem Einkäufer Produktalternativen vorschlagen. In Verbindung mit Budget-Informationen berät der KI-Mitarbeiter sogar zum verfügbaren Budget: "Du hast noch 1.200 € Budget in dieser Periode. Das Produkt liegt bei 890 €, soll ich die Bestellung vorbereiten?" Unsere Kunden erzielen damit eine 7-fach höhere Conversion Rate im B2B-Bereich.

KI-Produktberatung für deinen B2B-Shop

Dein B2B-Sortiment ist beratungsintensiv, aber dein Vertrieb kann nicht rund um die Uhr erreichbar sein. Ein KI-Mitarbeiter berät deine Kunden in Echtzeit, kennt kundenspezifische Preise und steigert den Warenkorbwert um bis zu 35%.

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Fazit

Shopware B2B Components sind der richtige Ansatz für den B2B-Handel: modular, API-first, im Core integriert. Employee Management als Basis, Quick Orders und Shopping Lists für Effizienz, Order Approval für Kontrolle, Quote Management für den Vertrieb. Für die meisten Shopware B2B-Händler reicht das. Wer mehr braucht, ergänzt mit der B2Bsellers Suite. Wer die alte B2B Suite noch nutzt, migriert jetzt. Nicht nächstes Quartal. Den vollständigen Überblick über B2B mit Shopware findest du in unserem Shopware B2B Guide.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

B2B Components sind ab der Evolve-Edition (ab 2.400 €/Monat) verfügbar. Einige erweiterte Features wie Organisation Units sind der Beyond-Edition (ab 6.500 €/Monat) vorbehalten. In der Rise-Edition sind keine B2B Components enthalten.

Ja, jedes Modul ist einzeln aktivierbar. Employee Management ist das Basis-Modul und Voraussetzung für alle anderen. Du kannst beispielsweise nur Quick Orders und Shopping Lists nutzen, ohne Order Approval oder Quote Management zu aktivieren.

Die B2B Components sind in den Evolve- und Beyond-Editionen enthalten, es fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten an. Die Editions-Kosten starten bei 2.400 €/Monat (Evolve). Die alte B2B Suite hatte separate Lizenzkosten und wird mit Shopware 6.8 eingestellt.

B2B Components sind direkt im Shopware-Core integriert, nicht aufgesetzte Erweiterungen. Das bedeutet: bessere Performance, keine Kompatibilitätsprobleme bei Updates, native API-Unterstützung und Wartung durch Shopware selbst. Plugins stammen von Drittanbietern und bringen eigene Update-Zyklen mit.

Ja, Shopware bietet eine offizielle Migrationsdokumentation an. Die Migration sollte vor dem Update auf Shopware 6.8 abgeschlossen sein, da die alte Suite ab dieser Version nicht mehr unterstützt wird. Eine schrittweise Migration ist möglich und empfohlen.

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