Shopify Rechnung erstellen - so funktioniert es
Öffne das Backend eines durchschnittlichen Shopify-Shops in Deutschland und suche nach der Rechnungsfunktion. Du wirst sie nicht finden, zumindest nicht so, wie du sie brauchst.
Shopify ist als globale Plattform gebaut. Rechnungen nach deutschem Recht, mit Steuernummer, fortlaufender Nummerierung und GoBD-konformer Archivierung, gehören nicht zum Standard. Für US-Händler ist das kein Problem. Für dich als deutschen Shopify-Händler schon.
Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Lösungen, von nativen Shopify-Funktionen über spezialisierte Apps bis hin zu vollständiger Buchhaltungssoftware. Die schlechte Nachricht: Nicht alle davon sind wirklich GoBD-konform.
In diesem Guide zeige ich dir, welche Optionen du hast, was sie kosten, und wo die Fallstricke liegen. Stand Anfang 2026, mit allen aktuellen Anforderungen zur E-Rechnung.

Shopify-eigene Rechnungsfunktionen
Shopify kann Rechnungen erstellen. Technisch gesehen. Mit dem integrierten Order Printer und der Draft-Orders-Funktion lassen sich PDF-Dokumente generieren, die wie Rechnungen aussehen. Laut der offiziellen Shopify-Dokumentation kannst du über Entwurfsbestellungen Rechnungen an Kunden senden.
Das Problem: Diese Dokumente erfüllen nicht die Anforderungen, die deutsche Finanzbehörden stellen. Der Order Printer generiert Rechnungen immer aus den aktuellen Bestelldaten. Ändert sich eine Bestellung nachträglich, ändert sich auch die Rechnung. Für die GoBD ist das ein klarer Verstoß gegen die Unveränderbarkeit.
Was Shopify nativ kann:
- Bestellbestätigungen per E-Mail versenden
- PDF-Rechnungen über den Order Printer generieren
- Draft Orders als Angebote oder Pro-forma-Rechnungen nutzen
- Grundlegende Bestelldaten (Artikel, Preise, Steuersätze) anzeigen
Was Shopify nativ nicht kann:
- Fortlaufende, lückenlose Rechnungsnummern vergeben
- GoBD-konforme, unveränderbare Archivierung sicherstellen
- E-Rechnungen im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format erstellen
- DATEV-Export für den Steuerberater generieren
- Automatischen Rechnungsversand nach Zahlungseingang auslösen
GoBD-Konformität und E-Rechnung
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland: B2B-Rechnungen müssen als E-Rechnung ausgestellt werden können. Das Bundesfinanzministerium hat die Übergangsfristen klar definiert und im März 2026 nochmals aktualisiert.
Die wichtigsten Fristen im Überblick:
- Seit 1. Januar 2025: Jedes Unternehmen in Deutschland muss E-Rechnungen empfangen können. Eine einfache E-Mail-Adresse reicht dafür aus.
- Bis 31. Dezember 2026: Übergangsfrist für alle Rechnungsaussteller. Papierrechnungen und einfache PDFs bleiben in dieser Zeit erlaubt.
- Bis 31. Dezember 2027: Verlängerte Frist für Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz unter 800.000 EUR.
- Ab 2028: E-Rechnung für alle inländischen B2B-Transaktionen verpflichtend, ohne Ausnahmen.
Für Shopify-Händler bedeutet das konkret: Deine Rechnungen müssen dem EN-16931-Standard entsprechen. Das heißt: XRechnung oder ZUGFeRD ab Version 2.0.1. Eine einfache PDF reicht seit 2025 nicht mehr als E-Rechnung. Sie gilt laut BMF als "sonstige Rechnung".
Zusätzlich gelten die GoBD-Anforderungen (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern):
- Fortlaufende, lückenlose Rechnungsnummerierung
- Unveränderbare Archivierung für mindestens 8 Jahre (laut BMF-FAQ, Stand März 2026)
- Vollständige Angaben nach §14 UStG: Name, Adresse, Steuernummer, Rechnungsdatum, Leistungsbeschreibung, Steuersätze
- Revisionssicherer Zugriff für Betriebsprüfungen

Die besten Rechnungs-Apps im Vergleich
Im Shopify App Store findest du über 100 Rechnungs-Apps. Die meisten davon sind für den US-Markt gebaut. Für deutsche Händler mit GoBD-Pflicht und E-Rechnung-Anforderungen kommen nur eine Handvoll in Frage.
Ich habe die sechs relevantesten Lösungen verglichen. Alle erfüllen die Grundanforderungen nach §14 UStG. Die Unterschiede liegen im Detail: DATEV-Export, ZUGFeRD-Unterstützung, Automatisierungsgrad und Preis.
| Tool | Preis/Monat | GoBD-konform | E-Rechnung | DATEV-Export | Shopify-App | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sufio | ab 19 USD | Ja | ZUGFeRD, XRechnung | Nein | Ja (nativ) | Von Shopify für B2B empfohlen, 40 Sprachen, 10 Jahre Archivierung |
| easybill | ab 15 EUR | Ja | ZUGFeRD, XRechnung | Ja | Ja | Stärke im Onlinehandel, Multi-Shop-fähig, 15% Rabatt bei Jahresabo |
| lexoffice | ab 6,90 EUR | Ja | ZUGFeRD | Ja (automatisch) | Ja | Günstigster Einstieg, komplette Buchhaltung inklusive EÜR |
| sevdesk | ab 17,90 EUR | Ja | ZUGFeRD, XRechnung | Ja | Über Drittanbieter | Beste Bewertungen (Note 1,2 im Test), UStVA-Erstellung |
| Billomat | ab 36 EUR + 5 USD App | Ja | ZUGFeRD | Ja | Ja | API-Zugang, Stärke bei Dienstleistern und Agenturen |
| Rechnungsprinter Pro | ab 9,99 EUR | Ja | Eingeschränkt | Ja | Ja (nativ) | Günstigste reine Rechnungs-App, unterstützt Klarna, PayPal, Stripe |
Meine Einschätzung
Für reine Rechnungserstellung ist Rechnungsprinter Pro der pragmatischste Einstieg. Ab 9,99 EUR pro Monat, direkt im Shopify-Admin, DATEV-kompatibel. Kein Schnickschnack, funktioniert.
Für Händler, die gleichzeitig ihre Buchhaltung lösen wollen, ist lexoffice das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Ab 6,90 EUR bekommst du Rechnungen, Belegerfassung, EÜR und automatischen DATEV-Export in einem Tool. Newcomer zahlen in den ersten drei Monaten sogar nur 3,45 EUR.
Für internationale Shops mit B2B-Kunden führt kein Weg an Sufio vorbei. 40 Sprachen, native Shopify-B2B-Integration, E-Rechnung in mehreren Formaten. Über 7.550 Shopify-Händler weltweit nutzen es bereits, darunter Marken wie Herman Miller und Zippo.
Für Shops mit hohem Bestellvolumen (500+ Bestellungen pro Monat) ist easybill die sicherste Wahl. Die Stärke liegt in der Automatisierung: Rechnungen werden bei Bestellung, Zahlung oder Versand automatisch erstellt und verschickt. Bei einem Jahresabo sparst du zusätzlich 15%.

Shopify Rechnung automatisch erstellen
Manuell Rechnungen schreiben funktioniert bis etwa 20 Bestellungen am Tag. Danach wird es zum Flaschenhals. Ich habe letzte Woche mit einem Shopify-Händler im Gartenbereich gesprochen, der im Frühjahr 300 Bestellungen pro Tag hatte und zwei Mitarbeiter nur für die Rechnungserstellung brauchte.
Die Lösung: automatische Rechnungserstellung. Die meisten Rechnungs-Apps bieten Trigger-basierte Automatisierung. Der Setup dauert etwa 30 Minuten.
- Trigger definieren: Rechnung erstellen bei Bestelleingang, Zahlungseingang oder Versand. Für die meisten Shops ist "nach Zahlungseingang" der richtige Zeitpunkt.
- Vorlage einrichten: Rechnungsvorlage mit Logo, Geschäftsdaten, Steuersätzen und Zahlungsbedingungen konfigurieren. Einmal richtig aufgesetzt, wird jede Rechnung automatisch befüllt.
- Versand aktivieren: Automatischer E-Mail-Versand der Rechnung als PDF-Anhang direkt an den Kunden. Bei Sufio und easybill ist das ein Schalter in den Einstellungen.
- Buchhaltung anbinden: DATEV-Export oder direkte Synchronisation mit dem Steuerberater einrichten. Bei lexoffice und sevdesk geht das vollautomatisch.
Noch einen Schritt weiter gedacht: Die Rechnungserstellung ist nur ein Teil der Automatisierung. Wenn du den gesamten Prozess von der Produktberatung bis zur Nachkaufkommunikation automatisieren willst, lohnt sich der Blick auf einen KI-Mitarbeiter. Bei Rasendoktor hat ein digitales Teammitglied die gesamte Kundenberatung übernommen, mit einem 16-fachen ROI und 100% automatisierten Webchat-Anfragen.
Ein KI-Mitarbeiter berät deine Kunden in Echtzeit, steigert den Warenkorbwert um bis zu 35% und entlastet dein Team. Rechnungen sind nur der Anfang.
Kostenlose Demo buchenVom Checkout zur Rechnung - der komplette Workflow
Die Rechnung ist kein isolierter Vorgang. Sie ist Teil einer Kette, die beim Shopify Checkout optimieren beginnt und bei der Buchhaltung endet. Je besser diese Kette automatisiert ist, desto weniger Fehler passieren.
Kunde schließt Bestellung ab und wählt Zahlungsart
Zahlungsanbieter bestätigt Geldeingang an Shopify
Shopify sendet automatische Bestätigungs-E-Mail an den Kunden
App generiert GoBD-konforme Rechnung mit fortlaufender Nummer
Automatischer Versand per E-Mail als PDF oder E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung)
DATEV-Export oder direkte Synchronisation mit dem Steuerberater
An jedem dieser Schritte gibt es Automatisierungspotenzial. Die meisten Shopify-Händler automatisieren nur die Bestellbestätigung (Schritt 3). Die Rechnungserstellung und der DATEV-Export laufen oft noch manuell. Genau hier liegen die größten Zeitfresser.
Ein gut konfigurierter Workflow spart bei 100 Bestellungen pro Tag etwa 2 Stunden. Bei 300 Bestellungen sind es 5-6 Stunden. Die Investition in eine Rechnungs-App (ab 6,90 EUR/Monat) amortisiert sich in der Regel innerhalb der ersten Woche.
Zahlungsarten und Rechnungsstellung
Nicht jede Zahlungsart funktioniert gleich bei der Rechnungsstellung. Die verschiedenen Shopify Zahlungsarten wie Kreditkarte, PayPal oder Klarna haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Rechnungsprozess.
Bei Kreditkarten und PayPal ist der Ablauf einfach: Zahlung geht ein, Rechnung wird erstellt. Bei Kauf auf Rechnung (über Klarna oder ähnliche Anbieter) wird es komplizierter. Die Rechnung ist gleichzeitig das Zahlungsmittel. Hier erstellt in der Regel der Zahlungsanbieter die Rechnung an den Endkunden, nicht dein Shopify-Shop.
Das bedeutet: Du brauchst eine klare Trennung zwischen deiner internen Shopify-Rechnung (für Buchhaltung und Steuer) und der Kundenrechnung (die der Zahlungsanbieter verschickt). Deine Rechnungs-App muss beide Fälle sauber abbilden können. Rechnungsprinter Pro und easybill unterstützen diese Trennung explizit.
Häufige Fehler bei Shopify Rechnungen vermeiden
Ich sehe bei Shopify-Händlern immer wieder die gleichen Fehler. Die meisten davon sind leicht vermeidbar, können aber bei einer Betriebsprüfung teuer werden.
- Fehlende Steuernummer oder USt-IdNr: Muss auf jeder Rechnung stehen, unabhängig vom Rechnungsbetrag. Prüfe deine Vorlage einmal gründlich.
- Falsche Steuersätze: Besonders bei ermäßigten Sätzen (7% statt 19%) oder innergemeinschaftlichen Lieferungen. Shopify setzt die Sätze nicht immer korrekt.
- Keine fortlaufende Nummerierung: Shopify vergibt Bestellnummern, keine Rechnungsnummern. Das ist ein Unterschied. Deine Rechnungs-App muss eigene, lückenlose Nummern vergeben.
- Keine revisionssichere Archivierung: Ein Ordner auf der Festplatte reicht nicht. GoBD verlangt unveränderbare Speicherung mit Zeitstempel und Zugriffsprotokoll.
- Kleinunternehmerregelung vergessen: Wer unter 22.000 EUR Jahresumsatz liegt und die Kleinunternehmerregelung nutzt, darf keine Umsatzsteuer ausweisen. Die Rechnung braucht stattdessen einen Hinweis nach §19 UStG.
- Rechnungen nur als PDF statt E-Rechnung: Seit 2025 gilt: Wenn dein B2B-Kunde eine E-Rechnung verlangt, musst du liefern können. Einfache PDFs gelten laut BMF nicht als E-Rechnung.
FAQ - Shopify Rechnungen
Shopify kann über den Order Printer und Draft Orders einfache PDF-Rechnungen generieren. Für deutsche Anforderungen wie GoBD-konforme Archivierung, fortlaufende Nummerierung und E-Rechnung brauchst du aber eine spezialisierte Rechnungs-App wie lexoffice, easybill oder Sufio.
Shopify allein ist nicht GoBD-konform. Die Plattform bietet keine fortlaufende Rechnungsnummerierung, keine revisionssichere Archivierung und keinen DATEV-Export. Mit einer ergänzenden App wie lexoffice, sevdesk oder easybill lässt sich GoBD-Konformität herstellen.
Das hängt von deinem Bedarf ab. Für reine Rechnungserstellung ist Rechnungsprinter Pro (ab 9,99 EUR/Monat) der günstigste Einstieg. Für Buchhaltung plus Rechnungen bietet lexoffice (ab 6,90 EUR/Monat) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für internationale B2B-Shops eignet sich Sufio am besten.
Installiere eine Rechnungs-App wie easybill oder Sufio aus dem Shopify App Store. Definiere einen Trigger (z.B. "nach Zahlungseingang"), richte deine Rechnungsvorlage ein und aktiviere den automatischen E-Mail-Versand. Der gesamte Setup dauert etwa 30 Minuten.
Die Preise reichen von 6,90 EUR/Monat (lexoffice) bis über 40 EUR/Monat (Billomat mit Shopify-App). Reine Rechnungs-Apps wie Rechnungsprinter Pro starten ab 9,99 EUR. Buchhaltungssuiten wie sevdesk (ab 17,90 EUR) bieten dafür auch EÜR, UStVA und Belegerfassung.
Wenn du B2B-Kunden in Deutschland hast: ja. Seit Januar 2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können (laut BMF). Die Pflicht zur Ausstellung greift spätestens 2028. Bei reinen B2C-Shops bist du von der E-Rechnungspflicht befreit, musst aber trotzdem GoBD-konform arbeiten.
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