ERP Mittelstand 2026: Vom Verwaltungs-Tool zum KI-Berater

ERP Mittelstand 2026: Vergleich der besten Systeme für 100-500 Mitarbeiter. KI-Trends, Kosten & Auswahlkriterien für Manufacturing und Handel.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
3. Februar 202618 Min. Lesezeit

Warum dein nächstes ERP kein reines Verwaltungstool sein darf

Der Begriff ERP im Mittelstand unterliegt derzeit einem radikalen Wandel. Lange Zeit galt Enterprise Resource Planning (ERP) als das notwendige Übel der Verwaltung: Ein gigantischer Datenspeicher für Rechnungen, Lagerbestände und Lohnbuchhaltung. Die Auswahlkriterien waren starr: Kann es DATEV-Export?, Funktioniert die Lagerbewertung?, Ist es GoBD-konform?

Doch im Jahr 2026 reicht das nicht mehr aus. Der deutsche Mittelstand – insbesondere die Hidden Champions im Bereich Manufacturing und Großhandel – steht vor einer neuen Herausforderung. Es geht nicht mehr nur darum, Daten zu speichern (System of Record), sondern darum, diese Daten intelligent nutzbar zu machen (System of Intelligence). Das bestätigt auch Centium in ihrer aktuellen Analyse.

Während herkömmliche Vergleichsportale noch immer reine Feature-Listen abhaken, zeigt die Realität eine andere Dringlichkeit: Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und die Fähigkeit eines Systems, als Single Source of Truth für Vertriebs- und Beratungsprozesse zu dienen. Ein modernes ERP muss heute in der Lage sein, komplexe Produktfragen eines Vertriebsingenieurs in Sekunden zu beantworten, anstatt ihn durch zehn Untermenüs klicken zu lassen. Hier kommt eine KI-Produktberatung ins Spiel, die genau diese Lücke schließt.

Dieser Artikel liefert dir keinen 08/15-Vergleich. Er ist ein strategischer Leitfaden für mittelständische Unternehmen (Fokus 100–500 Mitarbeiter), die verstehen wollen, wie sie ihre ERP-Landschaft von einem Datengrab in einen intelligenten Berater transformieren. Wir beleuchten die Marktführer, analysieren die Kostenstruktur und zeigen auf, warum Datenverfügbarkeit das wichtigste Auswahlkriterium des kommenden Jahrzehnts ist.

Status Quo: Was den German Mittelstand heute charakterisiert

Bevor wir über Software sprechen, müssen wir über die Realität in mittelständischen Unternehmen sprechen. Anders als Großkonzerne, die Prozesse oft gnadenlos standardisieren können, lebt der Mittelstand von Flexibilität und Kundennähe. Die Herausforderungen sind dabei einzigartig und erfordern maßgeschneiderte Lösungen.

Die drei großen Schmerzpunkte bei der ERP-Nutzung

Aktuelle Analysen und Umfragen im Umfeld von ERP für 100-500 Mitarbeiter zeigen wiederkehrende Muster, die laut OMR branchenübergreifend zu beobachten sind:

  1. Komplexität der Produkte (Variantenvielfalt): Viele Mittelständler fertigen keine Standardware, sondern hochkonfigurierbare Produkte (z.B. Maschinenbau, Spezialkomponenten). Ein Standard-Artikelstamm reicht hier oft nicht aus. Die Folge: Vertriebsmitarbeiter müssen technisches Wissen im Kopf haben, da das ERP die Abhängigkeiten (Passt Motor A an Flansch B?) oft nur kryptisch in Stücklisten versteckt.
  2. Das Datensumpf-Problem: Über Jahre gewachsene Systeme (oft On-Premise-Installationen von älteren Navision- oder SAP-Versionen) haben Datenmengen angehäuft, die inkonsistent sind. Dubletten und unstrukturierte Freitextfelder machen eine Automatisierung fast unmöglich, wie LeanDNA bestätigt.
  3. Die Diskrepanz zwischen Verwaltung und Beratung: Das ERP wird oft nur von der Buchhaltung und dem Einkauf geliebt. Der Vertrieb hasst es oft, weil es langsam ist, mobil schlecht funktioniert und keine schnellen Antworten liefert. Diese Beobachtung macht auch Planat.
Darstellung der drei Schmerzpunkte bei ERP-Nutzung im Mittelstand

Warum der alte Auswahlprozess tot ist

Früher erstellten Unternehmen Lastenhefte mit 500 Zeilen, in denen Funktionen wie Drucken von Lieferscheinen abgehakt wurden. Heute sind diese Basisfunktionen Hygienefaktoren – jedes ernstzunehmende System kann das. Der neue Fokus liegt auf Konnektivität und KI-Readiness.

Die Frage lautet nicht mehr: Kann das ERP Lagerbestände verwalten?, sondern Ist die Datenstruktur so sauber, dass ein KI-Agent meinem Vertriebsmitarbeiter am Telefon sagen kann, wann die Ware beim Kunden sein wird, unter Berücksichtigung der aktuellen Lieferengpässe? Diese Perspektive bestätigen auch Softengine und andere Experten der Branche.

ERP-Reife im deutschen Mittelstand 2026
32%
Projektüberschreitungen

Fast ein Drittel aller ERP-Projekte sprengt das Budget oder scheitert komplett

70%
Datenqualitätsprobleme

Hauptgrund für gescheiterte ERP-Implementierungen ist schlechte Datenqualität

45%
KI-Bereitschaft

Weniger als die Hälfte der Mittelständler hat Daten in KI-fähiger Struktur

20-30%
Lizenzkosten-Anteil

Software-Lizenzen machen nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus

Der Marktüberblick: 3 Kategorien von ERP-Systemen

Der Markt für ERP im Mittelstand ist unübersichtlich. Um die Auswahl zu erleichtern, kategorisieren wir die Systeme nicht alphabetisch, sondern nach Komplexitätsgrad und Unternehmens-DNA. Es ist entscheidend, sich hier ehrlich einzuordnen. Diese Kategorisierung hilft dir, schnell das passende System für deine spezifischen Anforderungen zu identifizieren.

Tier 1: Die Cloud-Natives (Handel & E-Commerce Fokus)

Diese Systeme sind ideal für junge Mittelständler oder reine Handelsunternehmen, die schnell skalieren wollen und wenig komplexe Fertigungstiefe haben. Laut Weclapp liegen die Implementierungszeiten oft bei nur wenigen Wochen.

Hauptakteure: Weclapp, Xentral

Zielgruppe: 10–100 Mitarbeiter, Fokus auf Handel, E-Commerce, einfache Dienstleistung

Stärken:

  • Extrem schnelle Implementierung (oft in Wochen statt Monaten)
  • Moderne API-First-Ansätze ermöglichen leichte Anbindung an Shops wie Shopify oder Amazon
  • Intuitive Benutzeroberfläche (Usability), die kaum Schulung erfordert – wie auch ERP-4-Business bestätigt

Schwächen: Stoßen bei komplexer Fertigung (mehrstufige Stücklisten, verlängerte Werkbank) oder tiefem Konzern-Controlling oft an Grenzen.

Kostenrahmen: Transparentes Abo-Modell, oft ca. 40–100 Euro pro User/Monat.

Tier 2: Das industrielle Rückgrat (Manufacturing Mittelstand)

Dies ist die Domäne des klassischen ERP Manufacturing Mittelstand. Hier geht es um Produktionstiefe, CAD-Integration und Betriebsdatenerfassung (BDE). Analysen von SoftwareSuggest zeigen die Stärken dieser Systeme.

Hauptakteure: proAlpha, abas ERP, Sage 100

Zielgruppe: 50–500+ Mitarbeiter, Fokus auf diskrete Fertigung, Maschinenbau, Automotive-Zulieferer

Stärken:

  • Tiefgreifende Produktionsplanung (APS, Feinplanung)
  • Verstehen die Sprache des deutschen Mittelstands (Vorgaben, Normen)
  • Starke Integration von CAD/PLM-Daten – proAlpha positioniert sich laut YouTube stark als Komplettlösung für den Hidden Champion

Schwächen: Oft historisch gewachsene Benutzeroberflächen, teilweise noch On-Premise-lastig, Updates können aufwendig sein.

Tier 3: Die Plattform-Ökosysteme (Skalierbarkeit & KI)

Diese Systeme bieten eine Basis, auf der Partner branchenspezifische Lösungen bauen. Sie sind führend bei der Integration von Office-Welt und KI. Die Experten von DynamicsSmartz heben besonders die Flexibilität dieser Lösungen hervor.

Hauptakteure: Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One (und S/4HANA Public Cloud für den gehobenen Mittelstand)

Zielgruppe: 50–1.000+ Mitarbeiter, branchenübergreifend, Unternehmen mit internationalen Niederlassungen

Stärken:

  • Microsoft: Nahtlose Integration in Outlook/Teams. Der Copilot (KI) ist hier bereits tief integriert. Enorme Anpassbarkeit durch Partner, wie auch ERP Software Blog bestätigt.
  • SAP B1: Starke Finanzbuchhaltung, weltweit standardisiert, sehr robust – laut Aclaros eine der zuverlässigsten Optionen.

Schwächen: Die Implementierung steht und fällt mit der Qualität des Implementierungspartners (Systemhaus). Ohne Anpassung oft nicht out-of-the-box passend für deutsche Spezialanforderungen.

MerkmalTier 1 (Weclapp/Xentral)Tier 2 (proAlpha/abas)Tier 3 (Microsoft/SAP)
FokusHandel, E-Commerce, DienstleistungFertigung, MaschinenbauUniversell, Plattform
ImplementierungszeitSchnell (Wochen/Monate)Mittel (6-12 Monate)Lang (9-18+ Monate)
KI-IntegrationNative Features, wendigTeils konservativ, ProduktionSehr stark (Copilot, Joule)
KostenNiedrig (OpEx)Mittel bis HochHoch (Initial), Skalierbar
Geeignet fürStartups, reine HändlerHidden Champions, ProduzentenWachstumsstarke KMU, Konzerntöchter

Der Game Changer: KI und Produktberatung

Hier liegt die größte Content-Lücke in den meisten Vergleichen. Die meisten Unternehmen betrachten ERP als reines Backend. Doch im Jahr 2026 wird das ERP zum Gehirn des Vertriebs. Die Fähigkeit, Daten nicht nur zu speichern, sondern intelligent für Beratungsprozesse zu nutzen, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Das Problem: Der unwissende Vertrieb

In vielen mittelständischen Unternehmen mit technischen Produkten läuft ein Verkaufsgespräch so ab: Der Kunde fragt nach einer spezifischen Konfiguration. Der Vertriebler sagt: Das muss ich mit der Technik klären. Er schreibt eine Mail, wartet zwei Tage, bekommt eine Antwort, meldet sich beim Kunden. In dieser Zeit hat der Wettbewerber vielleicht schon geliefert.

Warum? Weil das Wissen im ERP (Stücklisten) oder in den Köpfen der Ingenieure gefangen ist. Diese Situation führt zu verlorenen Geschäftschancen und frustrierten Kunden. Die Lösung liegt in der intelligenten Verknüpfung von ERP-Daten mit modernen KI-Systemen, wie sie beispielsweise bei einer Produktberatung automatisiert erfolgreich eingesetzt wird.

Vergleich zwischen traditioneller ERP-Nutzung und KI-gestützter Produktberatung

Die Lösung: Der AI Consultation Layer

Moderne ERP-Strategien setzen auf eine KI-Schicht auf dem ERP. Dies ist der Übergang von der Datenverwaltung zur Datenaktivierung. Anstatt Daten nur zu speichern, werden sie aktiv genutzt, um Entscheidungen zu unterstützen und Prozesse zu beschleunigen.

Generative AI (LLMs) im Einsatz: Stell dir vor, dein Vertriebsmitarbeiter könnte das ERP im Chat fragen: Welche Dichtung passt zu Pumpe X-200, die wir 2019 an Kunde Müller geliefert haben, und ist sie auf Lager? Ein KI-gestützter Kundenservice macht genau das möglich.

Technischer Hintergrund: Dafür braucht es keine futuristische neue Software, sondern ein ERP mit sauberen APIs und eine KI-Lösung (wie RAG – Retrieval Augmented Generation), die auf diese Daten zugreifen kann. Die Technologie existiert bereits und wird von führenden Unternehmen erfolgreich eingesetzt.

Use Cases für den Mittelstand

  1. Intelligente Lagerabfrage: Nicht nur Ist Teil X da?, sondern Wann wird Teil X wahrscheinlich wieder da sein basierend auf den Lieferzeiten der letzten 12 Monate? (Predictive Analytics) – wie Bizowie und TechTarget bestätigen.
  2. Automatisierte Angebotserstellung: KI generiert aus einem Kundenwunsch und den ERP-Stammdaten einen ersten Angebotsentwurf inkl. technischer Beschreibungen – dies wird auch von Panorama Consulting als Zukunftstrend gesehen.
  3. Produktkonfiguration in Echtzeit: Kunden erhalten sofortige Antworten auf Kompatibilitätsfragen, ohne dass ein Techniker eingeschaltet werden muss.
  4. Proaktive Wartungsempfehlungen: Basierend auf Verkaufshistorie und Produktlebenszyklus werden automatisch Wartungsangebote generiert.

Differenzierung: Wer sein ERP heute nur als Buchhaltungstool kauft, verliert morgen gegen Wettbewerber, die ihr ERP als Wissensdatenbank für den Vertrieb nutzen. Die KI-Leadgenerierung ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein für den Unternehmenserfolg.

Standard ERP vs. KI-Enhanced ERP
1
Kundenanfrage

Kunde fragt: Passt Komponente A zu Produkt B?

2
Standard ERP

User öffnet 4 Fenster, prüft Stückliste, vergleicht manuell (Zeit: 10 Minuten)

3
KI-Enhanced ERP

User fragt Chatbot – Bot fragt ERP – Antwort: Ja (Zeit: 10 Sekunden)

4
Ergebnis

98% Zeitersparnis und zufriedenere Kunden durch sofortige Antworten

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Auswahlkriterien: Die neue Checkliste 2026

Vergiss die 50-seitigen Feature-Listen. Hier sind die Kriterien, die wirklich über die Zukunftsfähigkeit entscheiden. Diese Punkte solltest du bei jeder ERP-Evaluation priorisieren, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

A. KI-Readiness (Der neue Standard)

Die KI-Fähigkeit eines ERP-Systems wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Laut ERP Software Blog sind folgende Aspekte zu prüfen:

  • API-First-Ansatz: Gibt es eine dokumentierte REST-API, die alle Datenfelder lesen und schreiben kann? (Wichtig für die Anbindung von KI-Tools)
  • Datenstruktur: Zwingt das System zu strukturierten Daten oder erlaubt es Freitext-Chaos? KI liebt Struktur.
  • Cloud-Native: Ist das System wirklich Cloud-basiert (SaaS) oder nur ein gehostetes altes System? Echte KI-Features wie der Microsoft Copilot funktionieren oft nur in der echten Cloud-Version.

B. Branchen-Fit vs. Plattform-Flexibilität

Die Gretchenfrage: Nehme ich eine Nischenlösung (z.B. Branchensoftware für Möbelbau) oder eine große Plattform (Microsoft/SAP)?

Trend: Der Trend geht zur Plattform + Branchen-App. Nischenanbieter tun sich schwer, bei der KI-Entwicklung mitzuhalten. Es ist oft sicherer, eine große Plattform (Microsoft) zu nehmen und ein Branchen-Add-on dazu zu kaufen. So profitierst du von den Innovationen der großen Anbieter und behältst gleichzeitig branchenspezifische Funktionalität. Die Erfahrungen der KI-Mitarbeiterin Kira zeigen, wie solche Integrationen in der Praxis funktionieren.

C. Kosten (Total Cost of Ownership)

Die Frage Was kostet ein ERP-System? lässt sich für den Mittelstand grob staffeln, aber Vorsicht vor versteckten Dienstleistungskosten. Glasholz bestätigt: Die Software-Lizenz macht oft nur 20–30% der Kosten im ersten Jahr aus.

Faustformel Implementierung: Der Rest sind Dienstleistungen (Consulting, Datenmigration, Schulung). Diese Kosten werden häufig unterschätzt und führen zu Budgetüberschreitungen, wie iTransition und MAC-ITS berichten.

Budget-Indikation (Mittelstand 100 User):

  • Tier 1 (Weclapp/Xentral): Einführung ca. 20.000 – 50.000 Euro, laufend ca. 5.000 Euro/Monat
  • Tier 2/3 (Dynamics/SAP/proAlpha): Einführung ca. 100.000 – 500.000+ Euro, laufend deutlich variabel je nach Modulen

Implementierungs-Guide: Vermeidung des Data Swamp

Studien von BCG zeigen, dass fast ein Drittel aller ERP-Projekte das Budget sprengen oder scheitern. Der Hauptgrund im Jahr 2026? Schlechte Datenqualität, die den Einsatz moderner Features verhindert. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du diese Fallstricke vermeiden.

Schritt 1: Die Daten-Inventur (Vor der Auswahl)

Bevor du einen Anbieter anrufst, prüfe deine Daten. Diese Vorarbeit ist entscheidend für den späteren Projekterfolg und wird häufig unterschätzt.

  • Wie viele Dubletten hast du im Kundenstamm?
  • Sind Produktmerkmale (Farbe, Größe, Material) in separaten Feldern oder im Artikeltext versteckt?
  • Gibt es einheitliche Namenskonventionen für Artikel und Lieferanten?
  • Sind historische Daten vollständig und konsistent?

Checkliste zur Datenbereinigung: Nutze Deduplizierungs-Tools bevor du migrierst. Wie Numerous.ai bestätigt: KI kann später nur so gut beraten, wie die Datenbasis ist (Garbage In, Garbage Out).

Drei-Schritte-Prozess zur erfolgreichen ERP-Implementierung

Schritt 2: Der Minimum Viable ERP Ansatz

Versuche nicht, am Tag 1 alles zu perfektionieren (Big Bang). Starte mit den Kernprozessen (Finanzen, Einkauf, Verkauf). Binde komplexe Zusatzwünsche (z.B. vollautomatische Tourenplanung) erst in Phase 2 an. Dies reduziert das Risiko des Scheiterns massiv und ermöglicht schnellere Erfolgserlebnisse für dein Team.

Die schrittweise Einführung hat mehrere Vorteile: Dein Team kann sich an das neue System gewöhnen, Fehler werden früh erkannt und können korrigiert werden, und du behältst die Kontrolle über das Budget. Diese Erfahrung haben auch Unternehmen gemacht, die KI-Mitarbeiter erfolgreich eingeführt haben.

Schritt 3: Change Management ist kein Buzzword

Deine Mitarbeiter müssen das System füttern. Wenn die Eingabemasken zu kompliziert sind, werden sie Workarounds (Excel) nutzen. Das gefährdet den gesamten Projekterfolg und führt zu inkonsistenten Daten.

Tipp: Achte bei der Auswahl extrem auf die User Experience (UX). Ein System wie Business Central oder Weclapp sieht modern aus und erhöht die Akzeptanz. Alte graue Masken führen zu innerer Kündigung beim User. Ähnliche Erfahrungen machten auch Unternehmen wie bei der digitale Mitarbeiter Alex Integration – die Nutzerakzeptanz ist entscheidend.

Checkliste: Ist dein Unternehmen KI-Ready?

Nutze diese Checkliste, um deine aktuelle Situation einzuschätzen und die nächsten Schritte zu planen:

  • Sind unsere Stammdaten (Artikel, Kunden) bereinigt und dedupliziert?
  • Liegen Produktinformationen strukturiert vor (Attribute statt Freitext)?
  • Sind unsere Prozesse dokumentiert (Soll-Prozess definiert)?
  • Haben wir eine Cloud-Strategie definiert (Akzeptanz von SaaS)?
  • Ist das Budget für Change Management und Schulung eingeplant (ca. 10-15% des Projektbudgets)?
  • Gibt es einen verantwortlichen Projektleiter mit ausreichend Zeit?
  • Ist die Geschäftsführung vom Projekt überzeugt und unterstützt es aktiv?

Fazit: Das ERP als Wettbewerbsvorteil

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Suche nach ERP Mittelstand Software hat sich grundlegend gewandelt. Es geht nicht mehr um die Verwaltung des Mangels, sondern um die Aktivierung von Wissen. Die Unternehmen, die diesen Paradigmenwechsel verstehen und umsetzen, werden im Wettbewerb die Nase vorn haben.

  1. Verwaltung war gestern: Dein ERP muss der Motor für deinen Vertrieb und deine Produktberatung werden. Die Integration mit einer KI-Recruiterin zeigt, wie verschiedene Unternehmensbereiche von intelligenten Systemen profitieren.
  2. KI ist Pflicht: Nicht als Spielerei, sondern um durch den Datendschungel zu navigieren und Fachkräfte zu entlasten. Die Leadqualifizierung mit KI zeigt konkrete Ergebnisse.
  3. Sauberkeit vor Schnelligkeit: Investiere Zeit in deine Datenstruktur, bevor du Software kaufst.

Die Zukunft gehört den Unternehmen, die ihre Daten nutzen, nicht nur speichern.

Wenn du vor der Entscheidung stehst, betrachte deine ERP-Investition als den Aufbau eines digitalen Gehirns. Die Software liefert die Synapsen (Verbindungen), aber deine Datenqualität bestimmt den IQ deines Unternehmens. Nutze die verfügbaren Förderkredite der KfW und wähle einen Partner, der nicht nur Software installiert, sondern deine Prozesse versteht.

Erfolgreiche Unternehmen wie die KI-Mitarbeiterin Theresa zeigen, dass die Kombination aus modernem ERP und intelligenten KI-Lösungen messbare Ergebnisse liefert. Für ein kostenloses Erstgespräch stehen dir unsere Experten jederzeit zur Verfügung.

ERP als digitales Gehirn des Unternehmens mit KI-Integration

Häufig gestellte Fragen zu ERP im Mittelstand

Die Kosten variieren stark je nach Komplexität. Für Cloud-Native Lösungen (Tier 1) wie Weclapp oder Xentral rechne mit 20.000-50.000 Euro Einführungskosten und ca. 5.000 Euro monatlich. Bei Industrie-ERPs (Tier 2/3) wie Microsoft Dynamics oder SAP Business One liegen die Einführungskosten zwischen 100.000 und 500.000+ Euro. Wichtig: Die Software-Lizenz macht oft nur 20-30% der Gesamtkosten aus – der Rest entfällt auf Beratung, Migration und Schulung.

Die Implementierungsdauer hängt vom gewählten System ab. Cloud-Native Lösungen können in wenigen Wochen bis Monaten eingeführt werden. Industrie-ERPs (Tier 2) benötigen typischerweise 6-12 Monate. Plattform-Ökosysteme (Tier 3) wie Microsoft Dynamics oder SAP erfordern oft 9-18+ Monate. Der Minimum Viable ERP Ansatz – Start mit Kernprozessen – kann diese Zeiten deutlich verkürzen und Risiken minimieren.

Für den ERP Manufacturing Mittelstand empfehlen sich die Tier 2 Lösungen: proAlpha, abas ERP oder Sage 100. Diese Systeme bieten tiefgreifende Produktionsplanung, CAD/PLM-Integration und verstehen die spezifischen Anforderungen deutscher Fertigungsunternehmen. Wachstumsstarke Unternehmen sollten alternativ Microsoft Dynamics 365 prüfen, da hier die KI-Integration (Copilot) besonders fortgeschritten ist.

KI-Readiness wird zum entscheidenden Auswahlkriterium, weil moderne ERP-Systeme nicht mehr nur Daten speichern, sondern aktivieren sollen. Ein KI-fähiges ERP ermöglicht intelligente Lagerabfragen, automatisierte Angebotserstellung und sofortige Produktberatung. Prüfe bei der Auswahl: Gibt es dokumentierte APIs? Zwingt das System zu strukturierten Daten? Ist es echtes Cloud-SaaS? Diese Faktoren bestimmen, ob du später von KI-Features profitieren kannst.

Das Programm Digital Jetzt ist zwar ausgelaufen, aber der KfW-Digitalisierungs- und Innovationskredit (Nr. 380) bietet zinsgünstige Darlehen und teils Tilgungszuschüsse für Digitalisierungsprojekte. Zusätzlich gibt es Landesprogramme wie den Digitalbonus Bayern. Es lohnt sich, vor Projektstart die aktuellen Fördermöglichkeiten zu prüfen und in die Finanzplanung einzubeziehen.

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