Shopify B2B Guide 2025: Großhandel zum digitalen Vertrieb

Shopify B2B richtig nutzen: Von der Technik bis zur KI-Beratung. Der komplette Guide für Shopify Großhandel in Deutschland 2025.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
6. Januar 202618 Min. Lesezeit

Warum dein B2B-Shop mehr als eine Excel-Tabelle sein muss

Der B2B-E-Commerce in Deutschland boomt. Doch wenn wir ehrlich sind, gleichen viele Shopify Großhandel-Lösungen eher glorifizierten Excel-Tabellen als modernen Einkaufserlebnissen. Der Fokus lag jahrelang auf Transaktionseffizienz: Wie kann der Kunde möglichst schnell eine Artikelnummer eingeben und zur Kasse gehen?

Das Problem dabei: Effizienz verkauft nicht, sie wickelt nur ab. Traditionelle B2B-Portale scheitern oft genau dort, wo im deutschen Mittelstand das Geld verdient wird: bei der Fachberatung. Ein Einkäufer, der genau weiß, welche SKU er braucht, ist einfach zu bedienen. Aber was ist mit dem Einkäufer, der ein technisches Problem hat und eine Lösung sucht? Bisher musste er zum Telefon greifen oder eine E-Mail schreiben – ein Medienbruch, der Zeit und Umsatz kostet.

In diesem Guide für 2025 zeigen wir nicht nur, wie du Shopify B2B technisch sauber aufsetzt – inklusive aller deutschen Besonderheiten wie MwSt. und Rechnungskauf. Wir zeigen dir vor allem, wie du deinen Shop durch KI-gestützte Beratung von einem passiven Katalog in einen aktiven digitalen Vertriebsmitarbeiter verwandelst. Laut Shopify hat sich die Plattform mit den Editions Updates 2025 von einer reinen D2C-Plattform zu einem ernstzunehmenden B2B-Player entwickelt.

Die Grundlagen: Native Shopify B2B vs. Workarounds

Bevor wir über KI und Strategie sprechen, müssen wir das Fundament klären. Wer nach Shopify B2B sucht, stößt oft auf widersprüchliche Informationen. Das liegt daran, dass es zwei völlig unterschiedliche Wege gibt, Großhandel auf Shopify zu betreiben. Die Wahl des richtigen Wegs entscheidet darüber, ob du skalieren kannst oder an technische Grenzen stößt.

Der echte Weg: Shopify Plus mit nativen B2B-Funktionen

Seit den massiven Updates der letzten Jahre – insbesondere Winter Editions 2025 – ist B2B keine App mehr, sondern tief im Kern von Shopify Plus verankert. Das bedeutet, du nutzt einen Shop für B2C und B2B (Unified Store), steuerst aber das Erlebnis basierend auf dem Login. Diese Entwicklung wurde auch von Ambaum als Game-Changer für den Mittelstand bezeichnet.

Die Kern-Features von Shopify Plus B2B:

  • Unternehmensprofile (Company Profiles): Kunden sind nicht mehr nur Einzelpersonen, sondern Organisationen. Ein Unternehmen kann mehrere Standorte und mehrere Einkäufer mit unterschiedlichen Berechtigungen haben.
  • Preislisten & Kataloge: Du kannst jedem Unternehmen individuelle Preislisten zuweisen (z.B. Großkunde A - 20% Rabatt) und kuratierte Kataloge erstellen. Ein Kunde sieht nur die Produkte, die er kaufen darf.
  • Zahlungsziele (Net Terms): Native Unterstützung für Zahlungsziele wie Netto 30 oder Netto 60, die im Checkout ausgewählt werden können.
  • Draft Orders & Checkout Extensions: Ein oft übersehenes Highlight. Vertriebsmitarbeiter können Entwürfe (Draft Orders) erstellen, die der Kunde im Portal nur noch bestätigen muss. Seit Winter 2025 funktionieren Checkout-Erweiterungen auch hier, was komplexe Logiken erlaubt.

Die Möglichkeit, B2B- und B2C-Geschäft in einem Unified Store zu führen, ist laut BSS Commerce einer der größten Vorteile für wachsende Marken. Du brauchst keine zwei separaten Systeme mehr zu pflegen.

Der Workaround-Weg: Shopify Basic/Advanced mit Apps

Für kleinere Händler, denen die Gebühren von Shopify Plus (ab ca. 2.300 Dollar pro Monat) zu hoch sind, gibt es den Weg über Drittanbieter-Apps. Diese Shopify Wholesale-Apps ermöglichen grundlegende B2B-Funktionen auch auf günstigeren Plänen.

  • Funktionsweise: Apps wie Locksmith oder Wholesale Club verstecken Produkte für nicht-eingeloggte Nutzer oder manipulieren Preise im Warenkorb basierend auf Kunden-Tags.
  • Nachteile: Oft keine saubere Trennung der Kundendaten, Probleme bei der Synchronisation mit ERP-Systemen und eine weniger professionelle User Experience (UX) im Checkout. Bei steigenden Bestellvolumen stoßen diese Lösungen schnell an ihre Grenzen.

Entscheidungshilfe: Plus vs. Apps im direkten Vergleich

FeatureShopify Plus (Native B2B)Shopify Basic + Apps
ZielgruppeSkalierende Marken, Mittelstand, EnterpriseStartups, kleine Manufakturen
DatenstrukturEchte B2B-Datenmodelle (Firma > Standort > Käufer)B2C-Datenmodell mit Tags als Krücke
ERP-IntegrationNahtlos (SAP, NetSuite, Microsoft Dynamics)Oft fehleranfällig oder komplex
CheckoutB2B-optimiert (Netto-Preise, PO-Nummern)Standard B2C-Checkout (oft verwirrend für B2B)
KostenHoch (ab ca. 2.300 Dollar/Monat)Niedrig (Plan + App-Gebühren)
SkalierbarkeitUnbegrenztBegrenzt (Performance-Probleme bei vielen Varianten)
Vergleich Shopify Plus B2B vs. App-basierte Lösungen

Der deutsche Kontext: Anforderungen für die DACH-Region

Ein US-zentriertes System wie Shopify in den deutschen Rechtsraum zu bringen, war lange Zeit ein Abenteuer. Für 2025 hat sich die Lage gebessert, aber es gibt immer noch Must-Haves, die du manuell oder per App nachrüsten musst, um abmahnsicher und kundenfreundlich zu agieren. Diese spezifischen DACH-Anforderungen unterscheiden den deutschen B2B-Markt fundamental vom amerikanischen.

Die Preis-Darstellung: Netto vs. Brutto

Im B2B-Geschäft erwarten Kunden Netto-Preise. Shopify Plus löst dies mittlerweile gut über die B2B Markets Funktion. Du kannst einstellen, dass eingeloggte B2B-Kunden Preise exklusive Mehrwertsteuer sehen, während B2C-Kunden Brutto-Preise sehen.

Die USt-IdNr. Prüfung (VIES Validation)

Dies war jahrelang der größte Schmerzpunkt für EU-Händler. Ohne validierte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) darf keine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung erfolgen. Die technischen Herausforderungen wurden in der Shopify Community ausführlich diskutiert.

Update 2025: Shopify hat mit den Summer/Winter Editions 2025 die native Validierung verbessert, insbesondere im Admin-Bereich und über Shopify Tax. Wie Quickfire Digital berichtet, funktioniert die automatische VIES-Prüfung jetzt deutlich zuverlässiger.

Die Realität: Viele Händler verlassen sich dennoch auf spezialisierte Lösungen, um sicherzugehen. Wenn die native Lösung nicht ausreicht – beispielsweise bei komplexen Dreiecksgeschäften – sind zusätzliche Apps oder ERP-Checks notwendig.

Der Kauf auf Rechnung – Der deutsche Sonderweg

In den USA zahlen B2B-Kunden oft per Kreditkarte. In Deutschland ist der Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel der absolute Standard. Ohne diese Option verlierst du einen Großteil deiner potenziellen Kunden direkt im Checkout.

Das Problem: Wenn du dies manuell anbietest (Überweisung), trägst du das volle Ausfallrisiko und hast hohen administrativen Aufwand – Bonitätsprüfung, Mahnwesen, Zahlungserinnerungen.

Die Lösung (Factoring/BNPL): Integriere Anbieter wie Mondu oder Billie. Wie IJonis in seiner Analyse zeigt, sind diese Dienste für den deutschen Markt unverzichtbar.

  • Diese Dienste integrieren sich direkt in den Shopify Checkout
  • Sie führen eine Echtzeit-Bonitätsprüfung durch (in Sekunden)
  • Sie übernehmen das Ausfallrisiko und zahlen dich sofort aus
  • Der Kunde erhält sein gewohntes Zahlungsziel (z.B. 30 Tage)

Wie Mondu selbst beschreibt: Das Unternehmen übernimmt das gesamte Ausfallrisiko, während du im Voraus bezahlt wirst. Das eliminiert eines der größten operativen Risiken im B2B-Geschäft.

E-Invoicing und ZUGFeRD: Pflicht ab 2025

Ein Thema, das viele unterschätzen: Ab dem 01.01.2025 wird in Deutschland der Empfang von E-Rechnungen (nach Standard EN 16931, z.B. ZUGFeRD oder XRechnung) im B2B-Bereich schrittweise zur Pflicht. Wie in diesem YouTube-Video erklärt wird, sind die Anforderungen komplex.

Shopifys native Rechnungen reichen hierfür oft nicht aus, da sie meist einfache PDFs sind. Empfehlung: Nutze Apps wie Sufio. Sufio hat angekündigt, ab 2025 automatisch strukturierte Daten (ZUGFeRD für Deutschland, Factur-X für Frankreich) in die Rechnungen zu integrieren. Laut Quickfire Digital ist dies eine der wichtigsten Compliance-Anpassungen für deutsche Shopify-Händler.

Deutsche B2B E-Commerce Anforderungen 2025
100%
E-Rechnungspflicht

Ab 2025 müssen alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können

72%
Kauf auf Rechnung

Der Anteil deutscher B2B-Käufer, die Rechnungskauf erwarten

30 Tage
Standard-Zahlungsziel

Das übliche Zahlungsziel im deutschen B2B-Geschäft

The Missing Link: Warum Self-Service bei Komplexität scheitert

Jetzt, da die technischen Grundlagen – Shopify Plus, Rechtliches, Zahlungen – stehen, kommen wir zum eigentlichen Wettbewerbsvorteil. Die meisten Agenturen und Ratgeber hören an diesem Punkt auf. Sie sagen: Dein Shop steht, die Kunden können bestellen. Doch die Realität im technischen Großhandel – Maschinenbau, Ersatzteile, Medizintechnik, Baustoffe – sieht anders aus.

Das typische Szenario im technischen Großhandel

Ein B2B-Einkäufer landet auf deinem neuen Shopify-Store. Er sucht ein Ersatzventil für eine 5 Jahre alte Anlage.

Der Self-Service Weg (Status Quo): Er tippt Ventil in die Suche. Er erhält 500 Ergebnisse. Er ist unsicher. Er verlässt den Shop und schreibt eine E-Mail an info@deine-firma.de mit einem Foto des alten Teils. Ergebnis: Medienbruch, Wartezeit (24h+), hohe Prozesskosten für deinen Vertrieb.

Das Problem: B2B-Produkte sind oft erklärungsbedürftig. Ein statischer Katalog kann die Frage Passt Teil X auf Maschine Y? nicht beantworten. Die technische Komplexität überfordert klassische Suchfunktionen und Filter.

Das Konzept: Consultative Commerce als Wettbewerbsvorteil

Hier liegt deine Blue Ocean Chance. Anstatt den Shop nur als Abwicklungsmaschine zu sehen, positionierst du ihn als digitalen Fachberater. Wir müssen die Lücke zwischen Ich weiß genau, was ich will (Katalog) und Ich habe keine Ahnung, ich brauche Hilfe (Vertrieb) schließen. Genau hier setzt digitale Produktberatung an.

Die deutsche Beratungskultur spielt dir dabei in die Karten: B2B-Käufer in der DACH-Region legen traditionell großen Wert auf technische Fachberatung. Position deine KI nicht als Chatbot – ein Begriff, der bei vielen deutschen Einkäufern auf Skepsis stößt – sondern als Digitaler Fachberater, der den Fachkräftemangel im Vertriebsinnendienst löst.

Vergleich statisches B2B-Portal vs. KI-gestützte Beratung
Die B2B Reifegradstufen: Von Basic bis Consultative
1
Level 1: Basic

Passwortgeschützte Seite mit Standardpreisen – nur für Bestandskunden mit klarer Bestellliste

2
Level 2: Transaktional

Shopify Plus mit Preislisten, Reordering und Company Profiles – effiziente Abwicklung

3
Level 3: Consultative

KI-gestützt mit sofortigen technischen Antworten und geführtem Verkaufsprozess – aktiver Vertrieb

Wie KI deinen B2B-Shop zum 24/7 Fachberater macht

Künstliche Intelligenz im E-Commerce wird oft auf Marketing-Texte oder einfache Support-Chatbots reduziert. Im B2B-Kontext ist das Potenzial jedoch viel größer: Es geht um Knowledge Integration. Das Wissen deiner besten Vertriebsmitarbeiter – jahrelange Erfahrung, technische Expertise, Produktkenntnisse – wird digitalisiert und rund um die Uhr verfügbar gemacht. Ein virtueller Verkaufsberater kombiniert dabei alle Informationsquellen.

Der technische Produktberater mit RAG-Technologie

Stell dir vor, dein Shop kennt nicht nur die Produktattribute (Farbe, Größe), sondern hat alle deine technischen Handbücher, PDF-Datenblätter und Kompatibilitätslisten gelesen. Genau das ermöglicht moderne RAG-Technologie (Retrieval Augmented Generation).

Anwendungsbeispiel: Ein Kunde fragt im Chat oder einer intelligenten Suchleiste: Ich brauche eine Dichtung für die Pumpe Modell X-200, Baujahr 2019, die säurebeständig ist.

Die KI-Reaktion: Eine moderne KI-Lösung durchsucht deine internen Dokumente, findet die richtige SKU, prüft den Lagerbestand in Shopify und legt das Produkt direkt in den Warenkorb – oder erstellt eine Draft Order zur Bestätigung durch den Kunden.

Der entscheidende Vorteil: Dies löst den Fachkräftemangel im Vertriebsinnendienst. Die KI-Produktberatung übernimmt die 80% Standardanfragen, dein Team konzentriert sich auf die 20% komplexen Sonderfälle, bei denen menschliche Expertise wirklich gebraucht wird.

Proaktives Bestandsmanagement und intelligentes Reordering

Shopify bietet native Funktionen für Easy Reordering. Aber KI kann deutlich mehr als nur vergangene Bestellungen anzuzeigen.

Predictive Intelligence: Analysiere die Bestellhistorie. Wenn Kunde A jeden Monat 500 Schrauben kauft, aber seit 6 Wochen nicht bestellt hat, kann das System proaktiv warnen oder einen Entwurf (Draft Order) per E-Mail senden: Dein Vorrat an Schrauben müsste zur Neige gehen. Hier ist ein vorbereiteter Warenkorb für die Nachbestellung.

Dies verwandelt den Shop von einem passiven Warte auf Bestellung-Kanal in einen aktiven Vertriebskanal. Durch KI im B2B-Vertrieb wird aus reaktivem Service proaktives Selling.

Hybride Vertriebsprozesse mit Human-in-the-Loop

Nicht alles muss vollständig automatisiert sein. Die neuen Draft Order Extensions – wie auf Shopify Editions vorgestellt – ermöglichen intelligente Übergabepunkte zwischen KI und Mensch.

  1. Ein Kunde konfiguriert eine komplexe Bestellung, ist sich aber unsicher
  2. Anstatt abzubrechen, klickt er auf Angebot anfordern oder Expertenprüfung
  3. Die KI prüft vorab auf offensichtliche Fehler (z.B. Teil A und Teil B sind inkompatibel)
  4. Der menschliche Vertriebler erhält den geprüften Entwurf, gibt ihn frei
  5. Der Kunde bekommt den personalisierten Checkout-Link

Dieser hybride Ansatz kombiniert die Skalierbarkeit von KI mit der Expertise deiner Mitarbeiter. Der KI-gestützte Kundenservice zeigt, wie diese Integration in der Praxis funktioniert.

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Vergleich: Statisches Portal vs. KI-gestützter B2B-Store

Um die Unterschiede zwischen klassischen B2B-Portalen und einem KI-gestützten Ansatz deutlich zu machen, hier eine detaillierte Gegenüberstellung. Diese Tabelle zeigt, wo genau der Mehrwert einer KI-Produktberatung einsetzen-Strategie liegt.

FunktionKlassisches B2B PortalKI-getriebener B2B Store
ProduktsucheKeyword-basiert (z.B. Ventil DN50)Problem-basiert (z.B. Ventil tropft bei 80 Grad)
KompatibilitätKunde muss Datenblätter selbst lesenKI bestätigt: Ja, passt zu deiner Maschine X
SupportE-Mail oder Telefon (9-17 Uhr)Sofortige technische Antwort (24/7)
ReorderingManuelles Suchen in der BestellhistorieProaktiver Vorschlag basierend auf Verbrauch
User ExperienceVerwaltungs-Tool mit vielen FilternGeführter Verkaufsprozess wie im Fachgespräch
VerfügbarkeitAbhängig von ÖffnungszeitenRund um die Uhr verfügbar
SkalierbarkeitBegrenzt durch PersonalkapazitätUnbegrenzt skalierbar

Der Unterschied ist fundamental: Während klassische Portale passiv auf Kunden warten, die bereits wissen was sie brauchen, geht der KI-gestützte Store aktiv auf Bedürfnisse ein – genau wie ein erfahrener Vertriebsmitarbeiter im persönlichen Gespräch.

Implementierung: In 3 Schritten zum modernen B2B-Store

Wie setzt du das konkret um? Hier ist ein praxiserprobter Fahrplan für 2025, der technische Grundlagen, Datenintegration und KI-Layer systematisch aufbaut.

Schritt 1: Das Fundament (Technical Setup)

Plattform: Upgrade auf Shopify Plus für native B2B-Funktionen. Unternehmensprofile, Preislisten und der B2B-optimierte Checkout sind die Basis für alles Weitere.

Theme: Nutze ein Theme, das die neuen Horizon Design-Standards unterstützt, um Performance und Flexibilität zu sichern. Wie Tresl berichtet, sind diese Themes für B2B-Use-Cases optimiert.

Compliance: Einrichtung von Sufio für ZUGFeRD-Rechnungen und Integration von Mondu oder Billie für den gesicherten Rechnungskauf. Diese beiden Punkte sind für den deutschen Markt nicht optional.

Schritt 2: Die Integration (Data Layer)

ERP-Anbindung: Verbinde dein ERP (SAP, Business Central, Xentral) nicht nur für Bestände, sondern auch für Kundendaten. Laut ioVista ist diese tiefe Integration der Schlüssel zu effizienten B2B-Prozessen.

PIM (Product Information Management): Sorge dafür, dass deine Produktdaten sauber sind. Ohne gute Daten kann keine KI beraten. Attribute wie Kompatibilität, Material, ISO-Norm müssen gepflegt sein. Investiere hier Zeit – es zahlt sich mehrfach aus.

Schritt 3: Die Intelligenz (AI Layer)

Knowledge Base: Sammle alle unstrukturierten Daten – PDFs, Anleitungen, FAQ des Vertriebs, E-Mail-Archive mit häufigen Fragen. Diese Informationen sind Gold wert für die KI-Beratung.

AI-Integration: Implementiere eine KI-Lösung, die auf diese Daten zugreift und als Schnittstelle im Frontend dient. Die Integration in Shopify erfolgt über Custom Apps oder spezialisierte Lösungen. Weitere Details findest du im Guide zu KI im Kundenservice.

Training: Briefe die KI wie einen neuen Mitarbeiter. Teste sie mit echten Kundenanfragen aus den letzten 12 Monaten. Optimiere iterativ, bis die Antwortqualität deinen Standards entspricht.

3-Stufen-Implementierung für modernen B2B-Shop
Der Implementierungsfahrplan 2025
1
Fundament (Wochen 1-4)

Shopify Plus Setup, Theme-Auswahl, Compliance-Apps (Sufio, Mondu) integrieren

2
Integration (Wochen 5-8)

ERP-Anbindung, PIM-Daten aufbereiten, Produktattribute für KI optimieren

3
Intelligenz (Wochen 9-12)

Knowledge Base aufbauen, KI-Lösung implementieren, Testing mit echten Anfragen

4
Optimierung (fortlaufend)

Feedback-Loop etablieren, KI-Antworten verbessern, Conversion-Raten monitoren

Anwendungsfall: KI-Beratung in der Praxis

Um das Konzept greifbar zu machen, hier ein konkretes Beispiel aus dem technischen Großhandel. Ähnliche Ansätze werden bereits erfolgreich bei Shopware KI-gestützte Produktberatung eingesetzt.

Ausgangssituation: Ein Maschinenbau-Zulieferer mit 50.000 SKUs. Der Vertriebsinnendienst besteht aus 8 Mitarbeitern, die täglich 200+ Anfragen zu Kompatibilität und technischen Spezifikationen beantworten müssen.

Die Herausforderung: 60% der Anfragen sind Standardfragen, die mit den richtigen Dokumenten beantwortet werden könnten. Aber die Kunden finden die Informationen nicht im Katalog – oder trauen sich nicht, ohne Bestätigung zu bestellen.

Die Lösung: Eine KI-Beratung, die auf 2.000 PDF-Datenblätter trainiert wurde. Der Kunde gibt seine Anfrage ein (Ich brauche einen Ersatzmotor für Anlage XY, Baujahr 2018), die KI findet das passende Produkt, bestätigt die Kompatibilität und führt durch den Bestellprozess.

Das Ergebnis: 70% der Standardanfragen werden vollautomatisch gelöst. Der Vertrieb konzentriert sich auf komplexe Projekte und Neukundenakquise. Die Conversion-Rate im Shop stieg um 35%, weil Kunden nicht mehr abspringen, wenn sie unsicher sind.

Für tiefere Einblicke in ähnliche B2B-Strategien empfehle ich den Artikel zu Shopware B2B Beratungslücke, der die gleiche Problematik aus Shopware-Perspektive beleuchtet.

Erweiterte Strategien für Shopify B2B Erfolg

Über die Grundlagen hinaus gibt es weitere Hebel, um deinen Shopify Großhandel auf das nächste Level zu bringen. Diese fortgeschrittenen Strategien bauen auf dem soliden Fundament auf.

Personalisierung auf Unternehmensebene

Mit Shopify Plus kannst du nicht nur individuelle Preise, sondern komplette Einkaufserlebnisse pro Unternehmen gestalten. Zeige Großkunden andere Kategorien, andere Startseiten, andere Empfehlungen als Neukunden. Kombiniert mit KI im B2B-Vertrieb werden diese Personalisierungen noch wirkungsvoller.

Multi-Channel B2B mit einheitlicher Datenbasis

Deine B2B-Kunden bestellen vielleicht über den Shop, per E-Mail, über EDI oder direkt beim Außendienst. Die Herausforderung: Alle Kanäle müssen dieselben Preise, Bestände und Konditionen zeigen. Shopify Plus mit seiner API-first-Architektur ermöglicht diese Konsistenz.

Lead Nurturing und automatisierte Qualifizierung

Nicht jeder Besucher deines B2B-Shops ist sofort kaufbereit. Mit KI Leadgenerierung identifizierst du potenzielle Großkunden, bevor sie selbst danach fragen. Die KI kann Besuchermuster analysieren und qualifizierte Leads automatisch an den Vertrieb übergeben.

Ähnliche Konzepte werden auch bei Shopware Großhandel KI-Beratung erfolgreich eingesetzt – die Prinzipien sind plattformübergreifend anwendbar.

Fazit: Baue keinen Shop, baue eine Vertriebsmaschine

Der Markt für Shopify B2B in Deutschland hat sich gewandelt. Es reicht nicht mehr, nur online verfügbar zu sein. Die Gewinner im Jahr 2025 und darüber hinaus werden diejenigen sein, die die Beratungskompetenz ihres Außendienstes in die digitale Welt übertragen.

Zusammenfassung der wichtigsten Schritte:

  1. Nutze Shopify Plus für die native B2B-Logik – keine Bastel-Lösungen mit Apps, die an ihre Grenzen stoßen
  2. Respektiere die deutschen Besonderheiten: Rechnungskauf via Mondu oder Billie, E-Invoicing via Sufio, korrekte Netto-/Brutto-Darstellung
  3. Differenziere dich durch KI-gestützte Fachberatung, die technische Fragen löst, bevor der Kunde abspringt

Ist dein B2B-Shop bereit, nicht nur Bestellungen anzunehmen, sondern aktiv zu verkaufen? Die Technologie ist da. Die Kunden erwarten es. Es ist Zeit, den digitalen Vertriebsmitarbeiter einzustellen – einen, der niemals krank ist, nie Urlaub braucht und jede technische Frage in Sekunden beantwortet.

Häufig gestellte Fragen zu Shopify B2B

Für ernsthaftes B2B-Geschäft: Ja. Shopify Plus bietet native Funktionen wie Unternehmensprofile, individuelle Preislisten und B2B-optimierte Checkouts, die mit Apps auf Basic-Plänen nur unzureichend nachgebaut werden können. Wenn du mehr als 10 B2B-Kunden hast oder planst zu skalieren, lohnt sich die Investition von ca. 2.300 Dollar monatlich.

Die beste Lösung für den deutschen Markt sind Factoring-Anbieter wie Mondu oder Billie. Diese integrieren sich direkt in den Shopify Checkout, führen Echtzeit-Bonitätsprüfungen durch und übernehmen das Ausfallrisiko. Du wirst sofort ausgezahlt, während dein Kunde sein gewohntes Zahlungsziel von 30 Tagen erhält.

Ein klassisches B2B-Portal ist ein statischer Katalog mit Login – der Kunde muss bereits wissen, was er kaufen will. Consultative Commerce geht einen Schritt weiter: Durch KI-Beratung werden technische Fragen automatisch beantwortet, Kompatibilitäten geprüft und der Kunde aktiv zum richtigen Produkt geführt – wie ein digitaler Fachberater.

Ab Januar 2025 müssen alle B2B-Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im Format EN 16931 (ZUGFeRD oder XRechnung) empfangen können. Die Sendepflicht wird schrittweise eingeführt. Shopifys native Rechnungen erfüllen diese Anforderungen nicht – du benötigst eine App wie Sufio, die automatisch strukturierte Daten in deine Rechnungen integriert.

Ja, das ist einer der großen Vorteile von Shopify Plus. Mit dem Unified Store-Konzept betreibst du nur einen Shop, aber das Kundenerlebnis unterscheidet sich je nach Login-Status. B2B-Kunden sehen Netto-Preise, individuelle Kataloge und Zahlungsziele, während B2C-Kunden die normale Shopping-Experience haben. Die Datenpflege wird dadurch deutlich effizienter.

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Die Technologie ist bereit. Deine Kunden erwarten kompetente Beratung – auch um 22 Uhr. Mit unserer KI-Lösung beantwortest du technische Produktfragen automatisch und steigerst Conversions, ohne zusätzliches Personal.

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