Open Source ERP Deutschland: Der Guide 2026 für rechtssichere Software

Open Source ERP für Deutschland 2026: Odoo, ERPNext, Dolibarr im Vergleich. GoBD-konform, DATEV-fähig & kostenlos. Jetzt das passende System finden!

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Kevin Lücke
Co-Founder bei Qualimero
3. Februar 202622 Min. Lesezeit

Die *Kostenlos*-Falle: Warum US-ERPs in Deutschland scheitern

Es ist das Jahr 2026, und die Suche nach einem Open Source ERP ist für deutsche Unternehmen verlockender denn je. Die Versprechen klingen fantastisch: Keine Lizenzgebühren, vollständige Kontrolle über den Quellcode und eine Community, die Innovationen schneller vorantreibt als jeder Konzern. Doch für viele Geschäftsführer und IT-Leiter in Deutschland endet der Traum vom kostenlosen ERP oft in einem Albtraum aus Abmahnungen, fehlenden Schnittstellen und explodierenden Beraterkosten.

Warum? Weil die meisten Top 10 ERP Listen, die du bei Google findest, einen entscheidenden Fehler machen: Sie ignorieren den deutschen Markt. Ein amerikanisches Open-Source-System mag technisch brillant sein, aber wenn es keine GoBD-konforme Festschreibung bietet oder keinen DATEV-Export für deinen Steuerberater generieren kann, ist es für eine GmbH in Deutschland praktisch wertlos. Mehr noch: Es ist ein Haftungsrisiko.

In diesem umfassenden Guide analysieren wir die Open Source ERP Landschaft 2026 spezifisch durch die deutsche Brille. Wir beantworten die Fragen, die dir statische Vergleichsportale nicht beantworten: Ist die Community Edition wirklich legal nutzbar? Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten (TCO) nach Hosting und Anpassung? Und welches System passt zu deinem Geschäftsmodell? Ähnlich wie eine KI-Produktberatung individuelle Empfehlungen für Produkte geben kann, zeigen wir dir, wie du das richtige ERP für dein Unternehmen findest.

Was macht ein ERP *Deutschland-ready*? Das Compliance-Fundament

Bevor wir Odoo, ERPNext oder Dolibarr vergleichen, müssen wir die Kriterien definieren, an denen amerikanische und asiatische Software oft scheitert. Wenn du nach open source erp deutsch suchst, müssen diese drei Säulen stehen – ohne Kompromisse.

GoBD-Konformität: Mehr als nur ein Schlagwort

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) sind das Damoklesschwert über jeder deutschen Buchhaltung. Ein ERP-System muss sicherstellen, dass Buchungen unveränderbar festgeschrieben werden. Das Problem: Viele Open Source Lösungen erlauben in der Standardkonfiguration das nachträgliche Löschen oder Ändern von Buchungssätzen. Das ist in den USA oft okay (Draft Mode), in Deutschland führt es zur Verwerfung der Buchführung durch das Finanzamt.

Die Anforderung ist klar: Das System muss einen Audit Trail (Prüfpfad) besitzen und darf Änderungen nur durch Stornobuchungen zulassen, sobald eine Periode geschlossen ist. Jede Buchung muss mit Zeitstempel und Benutzerkennung versehen sein – und diese Daten dürfen niemals nachträglich manipulierbar sein.

Die DATEV-Schnittstelle: Der beste Freund deines Steuerberaters

In Deutschland nutzt die absolute Mehrheit der Steuerberater DATEV. Ein ERP-System, das Daten nicht im DATEV-Format (CSV/XML) exportieren kann, verursacht massive manuelle Mehraufwände. Der Reality Check: Wenn dein kostenloses ERP keine DATEV-Schnittstelle hat, zahlst du das gesparte Geld doppelt und dreifach an Buchhaltungskosten, weil dein Steuerberater jede Rechnung manuell abtippen muss.

Achte unbedingt auf Unterstützung für SKR03 und SKR04 Kontenrahmen – das sind die deutschen Standardkontenrahmen, die praktisch jeder Steuerberater erwartet. Ohne diese Unterstützung wird die monatliche Buchhaltung zum Alptraum.

DSGVO und Datenhoheit: Der unterschätzte Vorteil

Open Source bietet hier einen riesigen Vorteil: Du kannst das System auf eigenen Servern (On-Premise) oder bei einem deutschen Cloud-Hoster (z.B. Hetzner, IONOS) betreiben. Damit umgehst du die Problematik des US-CLOUD Acts, die bei proprietären SaaS-Lösungen (wie NetSuite oder Salesforce) oft Kopfzerbrechen bereitet. Für Unternehmen mit sensiblen Kundendaten – etwa im Bereich KI-gestützter Kundenservice – ist diese Datenhoheit besonders wertvoll.

Die 3 Säulen der deutschen ERP-Compliance
1
GoBD-Konformität

Unveränderbare Festschreibung, Prüfpfad und Stornobuchungen statt Löschungen

2
DATEV-Integration

Export im DATEV-Format mit SKR03/SKR04 Kontenrahmen für den Steuerberater

3
DSGVO-Datenhoheit

Hosting auf deutschen/EU-Servern ohne US-CLOUD Act Problematik

Top 5 Open Source ERP Systeme im Test (Stand 2026)

Basierend auf den Releases von Ende 2025 und Anfang 2026 (Odoo 19, ERPNext v16, Dolibarr v22) haben wir die relevantesten Player für den deutschen Markt analysiert. Jedes System wurde auf seine deutsche Tauglichkeit, versteckte Kosten und Zielgruppen-Eignung geprüft.

1. Odoo ERP (Version 19): Der Marktführer mit dem *Aber*

Odoo ist unbestritten der Platzhirsch unter den Open Source ERP Systemen. Mit Version 19 (Release Ende 2025) und der kommenden Version 20 (erwartet Herbst 2026) setzt Odoo Maßstäbe in Sachen UX und KI-Integration. Laut muchconsulting.com und ksolves.com bietet Odoo 19 beeindruckende neue KI-Features für Automatisierung und Prozessoptimierung.

Odoo besticht durch sein modulares App-Konzept. CRM, E-Commerce, Lager und Buchhaltung greifen nahtlos ineinander. Die Oberfläche ist so modern wie ein iPhone – ein wichtiger Faktor für die Nutzerakzeptanz bei deinen Mitarbeitern.

Deutsche Eignung – Enterprise Edition (Hoch): Odoo 18/19 Enterprise ist nach IDW PS 880 zertifiziert und GoBD-konform, wie intero-technologies.de bestätigt. Es enthält native DATEV-Exporte und Elster-Schnittstellen gemäß muchconsulting.com.

Deutsche Eignung – Community Edition (Niedrig): Hier fehlt das vollwertige Buchhaltungsmodul. Ohne Drittanbieter-Apps ist die kostenlose Version in Deutschland für bilanzierende Unternehmen kaum nutzbar. Module von Anbietern wie syscoon oder equitania sind oft kostenpflichtig und erfordern technisches Know-how für die Integration.

  • Versteckte Kosten: Die Community Edition ist lizenzkostenfrei, aber um sie deutschlandtauglich zu machen, benötigst du oft kostenpflichtige Module oder musst auf die Enterprise-Version upgraden
  • Stärken: Beste UX am Markt, riesiges App-Ökosystem, starke E-Commerce-Integration
  • Schwächen: Open Core Modell schränkt kostenlose Nutzung ein, Enterprise-Lizenzen pro User können teuer werden
  • Fazit: Die beste Wahl für Unternehmen, die bereit sind, für Komfort zu zahlen, oder über starke interne Entwickler verfügen

2. ERPNext (Version 16): Der 100% Open Source Rebell

ERPNext gilt als die ernsthafteste echte Open-Source-Alternative zu Odoo. Version 16 (Release Januar 2026) bringt massive Performance-Boosts durch eine neue Caching-Layer und verbesserte UI, wie frappe.io berichtet.

Anders als Odoo gibt es hier kein Open Core Modell. Der gesamte Code – inklusive Buchhaltung, HR und Fertigung – ist 100% Open Source (GPL Lizenz). Laut dexciss.io ist es besonders stark in der Fertigung und bietet eine sehr saubere Struktur.

Deutsche Eignung (Mittel/Hoch): Die Community – insbesondere die ERPNext German Community – ist sehr aktiv. Es gibt Apps für DATEV XML/CSV Export von alyf.de und von github.com, die aktiv gepflegt werden. GoBD-Konformität ist durch Immutability Einstellungen möglich, erfordert aber korrekte Konfiguration.

  • USP: Keine Lizenzkosten pro User – du zahlst nur für Hosting oder Support. Ideal für Unternehmen mit vielen Mitarbeitern, wo Odoo-Lizenzen teuer würden
  • Stärken: Fantastisches Fertigungsmodul (BOM, Workstations), starke Community, Python-basiert
  • Schwächen: Deutsche Compliance erfordert manuelle Konfiguration und Community-Apps
  • Fazit: Maximale Freiheit und Funktionsvielfalt ohne Lizenzkosten – perfekt für den technikaffinen Mittelstand
ERPNext Dashboard mit deutschem Kontenrahmen und DATEV-Export Funktion

3. Metasfresh: Der Hidden Champion *Made in Germany*

Während andere Systeme weltweit agieren, kommt metasfresh aus Deutschland (Bonn) und ist ein Fork des legendären ADempiere. Es richtet sich explizit an den Mittelstand und den Großhandel, wie metasfresh.com beschreibt.

Metasfresh ist weniger Baukasten und mehr Hochleistungsmaschine. Es ist spezialisiert auf Massendatenverarbeitung, Großhandel und Fresh-Food-Logistik. Da es in Deutschland entwickelt wird, sind GoBD, SKR03/04 und DATEV Teil der DNA, nicht nur Plugins – wie metasfresh.org bestätigt. Es wird wöchentlich aktualisiert und ist validiert vom Fraunhofer IML.

  • Deutsche Eignung (Sehr Hoch): Native GoBD-Compliance und DATEV-Integration ohne zusätzliche Module
  • Stärken: Extrem leistungsfähig bei großen Datenmengen, perfekt für Großhandel und Lebensmittelbranche
  • Nachteile: Die Lernkurve ist steiler als bei Odoo, das UI ist funktional aber weniger verspielt
  • Fazit: Die beste Wahl für den deutschen Großhandel ab 10 Mio. € Umsatz, der keine Lizenzgebühren zahlen will

4. Dolibarr (Version 22): Der Liebling für Freelancer

Mit Version 22 (Release Winter 2025/2026) hat Dolibarr sein WebPortal stabilisiert und die UX modernisiert, wie nextgestion.com berichtet. Das System ist modular wie Odoo, aber technisch weniger komplex (PHP-basiert). Es läuft auf jedem günstigen Shared Hosting – selbst für 5€ pro Monat.

Es gibt aktive deutsche Module für GoBD (Unveränderbarkeit von Logs) und erweiterte Buchhaltung, etwa von syscoon.com. Standardmäßig ist Dolibarr eher ein Rechnungsprogramm mit CRM als ein Konzern-ERP. Für bilanzierungspflichtige GmbHs oft zu leicht, für EÜR-Rechner (Freelancer) aber perfekt.

  • Versteckte Kosten: Fast keine – Hosting kostet oft nur 5€ pro Monat
  • Stärken: Extrem einfache Installation, niedrige Einstiegshürde, aktive deutsche Community
  • Schwächen: Begrenzte Skalierbarkeit, nicht für komplexe Fertigungsprozesse geeignet
  • Fazit: Perfekt für Freelancer, Solo-Preneure und kleine Dienstleister mit überschaubaren Anforderungen

5. Tryton: Die stabile Basis für Entwickler

Tryton (Release 7.8, Dezember 2025) ist ein Framework, auf dem man ERPs baut – wie tryton.org erklärt. Es ist sehr schlank, sehr stabil und Python-basiert. Es hat keine überflüssigen Features und ist extrem modular.

Eignung: Nur für Unternehmen mit eigener IT-Abteilung oder einem spezialisierten Dienstleister. Wer Out of the Box sucht, ist hier falsch. Aber wer einen maßgeschneiderten Prozess für 20 Jahre bauen will, ist hier richtig. Tryton bietet die ultimative Flexibilität für Unternehmen mit sehr spezifischen Anforderungen.

Odoo vs. ERPNext vs. Dolibarr: Der direkte Vergleich

Hier siehst du auf einen Blick, wie sich die Systeme in den kritischen deutschen Kategorien schlagen. Diese Übersicht hilft dir, schnell das passende open source erp deutsch für dein Unternehmen zu identifizieren.

FeatureOdoo EnterpriseOdoo CommunityERPNext v16MetasfreshDolibarr v22
LizenzmodellJährliche GebührenOpen Source (LGPL)100% Open Source (GPL)100% Open Source (GPL)100% Open Source (GPL)
ZielgruppeKMU bis KonzernTech-Savvy StartupsMittelstand/FertigungGroßhandel/FoodFreelancer/Kleine KMU
GoBD Out-of-Box✅ Ja (Zertifiziert)⚠️ Nein (Plugin nötig)⚠️ Konfiguration nötig✅ Ja (Nativ)⚠️ Modul nötig
DATEV Export✅ Nativ❌ Drittanbieter-App✅ Drittanbieter-App✅ Nativ✅ Drittanbieter-Modul
Usability (UI)⭐⭐⭐⭐⭐ Top⭐⭐⭐⭐ Gut⭐⭐⭐⭐ Gut⭐⭐⭐ Funktional⭐⭐⭐ Simpel
HostingCloud/On-PremiseSelf-HostedCloud/Self-HostedCloud/Self-HostedShared Hosting OK

Die *versteckten* Kosten von kostenlosem ERP

Als erfahrene Implementierungspartner sehen wir oft Kunden, die Software nur nach Lizenzkosten auswählen. Das ist ein fataler Fehler. Ein Open Source ERP ist wie ein kostenloses Grundstück: Du zahlst nichts für den Boden, aber du musst das Haus selbst bauen. Ähnlich wie bei der KI-Leadgenerierung – die Technologie allein bringt nichts ohne die richtige Implementierung und Strategie.

Hier ist die Realität der Kostenstruktur – die sogenannten Total Cost of Ownership (TCO), die viele Vergleichsportale verschweigen.

Implementierung und Konfiguration: Der größte Kostenblock

Ein ERP installiert sich nicht von selbst. Du musst Kontenpläne (SKR03/04) mappen, Briefpapier und Rechnungs-Layouts anpassen (Pflichtangaben nach deutschem Recht!), und Workflows definieren – etwa was passiert, wenn Ware fehlt oder ein Lieferant nicht liefert.

Realistische Kosten: Rechne mit 3 bis 10 Tagen externer Beratung oder interner Arbeit. Bei einem Stundensatz von 120€ sind das schnell 3.000€ bis 10.000€. Diese Kosten entstehen bei JEDEM ERP-System – egal ob Open Source oder proprietär.

Hosting und Wartung: Die laufenden Kosten

Odoo und ERPNext brauchen Server-Ressourcen (RAM/CPU). Shared Hosting (5€/Monat) reicht oft nicht für Odoo/ERPNext mit ihren Java/Python Prozessen. Du brauchst einen VPS oder dedizierten Server. Realistische Kosten: ca. 20€ bis 50€ pro Monat für Managed Hosting inklusive Backups und Sicherheitsupdates.

Updates und Migration: Das unterschätzte Risiko

Das Jahr 2026 bringt Odoo 20 und ERPNext v17. Wer führt das Update durch? Open Source Updates sind oft komplex, da Datenbank-Migrationen erforderlich sind. Das große Risiko: Wenn du den Core-Code angepasst hast, crasht das Update möglicherweise. Die Lösung: Nutze Docker, um Umgebungen sauber zu trennen, und dokumentiere jede Anpassung akribisch.

True Cost of Free: Die versteckten ERP-Kosten im ersten Jahr
3.000-10.000€
Implementierung

Konfiguration, Kontenrahmen-Mapping, Workflow-Setup

240-600€
Hosting/Jahr

VPS mit ausreichend RAM/CPU für ERP-Betrieb

1.500-3.000€
Deutsche Module

DATEV-Export, GoBD-Compliance, SKR03/04

500-2.000€
Jährliche Wartung

Updates, Sicherheitspatches, Backup-Management

Versteckte ERP-Kosten vermeiden – mit KI-Analyse

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GoBD und DATEV: Warum amerikanische ERPs scheitern

Im Research haben wir gesehen, dass viele US-Listen Tools wie Apache OFBiz oder xTuple empfehlen. Vorsicht! Diese Systeme kennen die deutsche Umsatzsteuervoranmeldung nicht und sind ohne massive Anpassungen in Deutschland praktisch nicht einsetzbar.

Die *Festschreibung*: Die Implementation Trap

Viele Systeme erlauben es Usern, eine gebuchte Rechnung einfach zu editieren, um einen Tippfehler zu korrigieren. In Deutschland: Verboten! Eine gebuchte Rechnung muss storniert und neu erstellt werden. Jede andere Vorgehensweise verstößt gegen GoBD und kann bei einer Betriebsprüfung zu massiven Problemen führen.

Der Fix: In ERPNext und Odoo musst du die Rechteverwaltung (Permissions) so strikt einstellen, dass Delete und Cancel für normale User nach der Buchung deaktiviert sind. Suche nach der Einstellung Immutable Ledger (Unveränderliches Hauptbuch). Diese Konfiguration ist Pflicht für jedes deutsche Unternehmen.

Der DATEV-Workflow: Was dein Steuerberater wirklich braucht

Dein Steuerberater will keine PDF-Rechnungen. Er will einen strukturierten Datensatz (Buchungsstapel), der Belegbild und Buchungssatz verknüpft. Ohne diese Verknüpfung muss er jeden Beleg manuell zuordnen – und das kostet dich Geld.

Der Fix für Odoo Community: Nutze Module wie den DATEV Export von der Odoo Community Association (OCA). Der Fix für ERPNext: Installiere die DATEV Integration App aus dem Frappe Marketplace, wie frappe.io dokumentiert. Diese erlaubt den Export von Debitoren/Kreditoren im DATEV-Format.

Deutsche Compliance-Checkliste für Open Source ERP Systeme

So wählst du aus: Ein konsultativer Rahmen

Statt Features zu zählen, schau auf dein Unternehmensszenario. Welches Profil bist du? Diese Entscheidungshilfe funktioniert ähnlich wie ein KI-Mitarbeiter im E-Commerce – nur dass du hier dein perfektes ERP-System findest.

Szenario A: Der Solo-Preneur oder kleine Dienstleister

Dein Profil: Du verkaufst Dienstleistungen, schreibst 20 Rechnungen im Monat, machst EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung). Empfehlung: Dolibarr. Warum? Es ist Overkill, Odoo für 3 Rechnungen aufzusetzen. Dolibarr ist schnell, einfach und mit dem Modul EÜR sofort startklar. Hosting kostet dich 5€ im Monat, die Einrichtung schaffst du an einem Wochenende.

Szenario B: Das E-Commerce Startup mit Wachstumsambitionen

Dein Profil: Shopify/WooCommerce Shop, 5-20 Mitarbeiter, Lagerhaltung nötig, regelmäßige Bestellungen. Empfehlung: Odoo Enterprise oder ERPNext. Warum? Du brauchst starke Schnittstellen (Connectors) zu DHL, Shipstation und Shopify. Odoo ist hier Marktführer mit dem besten Ökosystem. Wenn Budget knapp ist: ERPNext hat hervorragende Integrationen out of the box ohne Lizenzkosten pro User.

Übrigens: Wenn du deinen Kundenservice automatisieren möchtest, könnte eine KI-Mitarbeiterin wie Flora eine sinnvolle Ergänzung zu deinem ERP sein – sie übernimmt die Produktberatung, während das ERP die Bestellabwicklung managed.

Szenario C: Der klassische Mittelstand mit Produktion

Dein Profil: 50+ Mitarbeiter, Fertigung, eigene Server, strikte Compliance-Vorgaben vom Wirtschaftsprüfer. Empfehlung: Metasfresh oder ERPNext. Warum? Hier zählen Lizenzkosten massiv – bei 50 Usern summieren sich Odoo-Enterprise-Lizenzen auf fünfstellige Jahresbeträge. Metasfresh ist für hohes Volumen gebaut und Made in Germany. ERPNext bietet ein fantastisches Fertigungsmodul (BOM, Workstations) kostenlos an, wofür du bei SAP Millionen zahlen würdest.

Entscheidungsbaum: Welches Open Source ERP passt zu dir?
1
Freelancer/Klein-KMU mit EÜR

→ Dolibarr: Einfach, günstig, schnell einsatzbereit

2
E-Commerce mit Lagerhaltung

→ Odoo Enterprise oder ERPNext: Starke Shopify/WooCommerce Integration

3
Großhandel/Food mit Compliance

→ Metasfresh: Native deutsche GoBD/DATEV ohne Extras

4
Mittelstand mit Fertigung

→ ERPNext: Kostenloses BOM-Modul, keine User-Lizenzen

5
Enterprise mit Entwickler-Team

→ Tryton: Framework für maßgeschneiderte Lösungen

Praxisbeispiele: Wie Unternehmen erfolgreich automatisieren

Die richtige Software-Auswahl ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie du das System im Alltag nutzt und mit anderen Tools kombinierst. Viele unserer Kunden haben ihre ERP-Systeme mit KI-gestützten Lösungen ergänzt – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Ein Beispiel: Der Rasendoktor nutzt KI-Produktberatung, um Kundenanfragen automatisch zu qualifizieren und an das richtige Produkt zu verweisen. Die Bestelldaten fließen dann automatisch ins ERP. Ähnlich funktioniert die Leadgenerierung mit KI-Mitarbeiterin Marta – qualifizierte Leads werden direkt im CRM-Modul des ERP angelegt.

Auch im Bereich Kundenservice zeigt sich das Potenzial: Social-Media-Anfragen werden automatisiert beantwortet, während komplexe Fälle an menschliche Mitarbeiter eskaliert werden. Bei Drink & Paint hat sich der Einsatz eines KI-Mitarbeiters bereits im ersten Monat amortisiert.

Fazit und Nächste Schritte

Der Markt für Open Source ERP in Deutschland ist im Jahr 2026 reifer denn je. Mit Odoo 19 und ERPNext v16 stehen dir Werkzeuge zur Verfügung, die funktional mit SAP oder Microsoft Dynamics mithalten können – zu einem Bruchteil der Kosten. Doch Open Source bedeutet Freiheit, nicht kostenloses Bier. Die Investition verlagert sich von Lizenzen hin zu Wissen und Konfiguration.

Zusammenfassung der Empfehlungen: Wähle Metasfresh, wenn du im Großhandel bist und German-First willst. Wähle Odoo Enterprise, wenn du Budget hast und die beste UX willst. Wähle ERPNext, wenn du maximale Freiheit und Funktionsvielfalt ohne Lizenzkosten suchst. Wähle Dolibarr, wenn du klein und agil bleiben willst.

Übrigens: Unabhängig von deiner ERP-Wahl kannst du deinen Kundenservice mit einer KI-Assistentin wie Leyla ergänzen. Sie beantwortet Standardanfragen rund um die Uhr, während sich dein Team auf komplexe Fälle konzentriert. Oder starte mit einem kostenlosen Erstgespräch, um deine Optionen zu besprechen.

Checkliste für deinen ERP-Start

  1. Ist der Kontenrahmen SKR03 oder SKR04 verfügbar?
  2. Gibt es einen Export für DATEV (Format CSV/XML)?
  3. Werden Buchungen festgeschrieben (Immutable Ledger)?
  4. Liegen die Daten auf Servern in der EU (DSGVO)?
  5. Gibt es einen lokalen Dienstleister für den Notfall?
  6. Ist eine Elster-Schnittstelle für Umsatzsteuervoranmeldung vorhanden?
  7. Können Rechnungen mit deutschen Pflichtangaben erstellt werden?
  8. Existiert eine aktive deutsche Community oder Support?
Open Source ERP Auswahl Entscheidungshilfe für deutsche Unternehmen

FAQ: Häufige Fragen zu Open Source ERP

Die Lizenz ist kostenlos, aber du musst mit Implementierungskosten von 3.000-10.000€ rechnen. Hinzu kommen Hosting (20-50€/Monat), deutsche Compliance-Module (1.500-3.000€) und laufende Wartung. Die Total Cost of Ownership im ersten Jahr liegt typischerweise bei 5.000-15.000€ – immer noch günstiger als proprietäre Lösungen wie SAP.

Metasfresh bietet die beste GoBD-Compliance out of the box, da es in Deutschland entwickelt wird. Odoo Enterprise (kostenpflichtig) ist ebenfalls zertifiziert nach IDW PS 880. Bei ERPNext und Odoo Community musst du zusätzliche Module installieren und die Konfiguration anpassen – was technisches Know-how erfordert.

Technisch ja, praktisch mit Einschränkungen. Die Community Edition enthält kein vollwertiges Buchhaltungsmodul für Deutschland. Du benötigst Drittanbieter-Apps für GoBD-Compliance und DATEV-Export. Für bilanzierende Unternehmen (GmbH, AG) empfehlen wir entweder die Enterprise-Version oder ERPNext/Metasfresh als echte Open Source Alternativen.

Für ein kleines Unternehmen mit Dolibarr: 1-2 Wochen. Für einen Mittelständler mit ERPNext oder Odoo: 2-4 Monate inklusive Datenmigration, Schulung und Anpassungen. Komplexe Fertigungsunternehmen mit Metasfresh sollten 6-12 Monate einplanen. Der größte Zeitfaktor ist nicht die Software, sondern die Bereinigung und Migration deiner Altdaten.

Das hängt von deinem Profil ab. Odoo Enterprise bietet die bessere UX und ist sofort GoBD-konform, kostet aber Lizenzgebühren pro User. ERPNext ist 100% Open Source ohne User-Lizenzen, erfordert aber mehr Konfigurationsaufwand für deutsche Compliance. Für Unternehmen mit vielen Mitarbeitern ist ERPNext oft wirtschaftlicher, für UX-orientierte Teams mit Budget ist Odoo die bessere Wahl.

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