Shopify vs Shopware 2025: Der Vergleich für beratungsintensive Shops

Shopify vs Shopware 2025: Kosten, B2B-Features, AI-Readiness im Vergleich. Finde die richtige Plattform für beratungsintensive Produkte.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
6. Januar 202618 Min. Lesezeit

E-Commerce 2025: Warum die Plattformwahl jetzt anders entschieden wird

Die E-Commerce-Landschaft in Deutschland steht 2025 vor einem Paradigmenwechsel. Die klassische Debatte Shopify vs Shopware – oft reduziert auf Mietsoftware gegen Eigentum oder SaaS gegen Open Source – greift heute zu kurz. In einer Ära, in der Künstliche Intelligenz nicht mehr nur Texte generiert, sondern komplexe Verkaufsgespräche führt, und in der neue Gesetze wie das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) den Markt regulieren, müssen Händler ihre Plattformwahl neu bewerten.

Für deutsche Mittelständler und Enterprise-Kunden, die komplexe oder erklärungsbedürftige Produkte verkaufen, lautet die neue Kernfrage: Agilität oder Kontrolle? Dieser umfassende Shopware vs. Shopify Vergleich bietet dir einen tiefgehenden, datengestützten Überblick zwischen den beiden Marktführern in der DACH-Region. Wir beleuchten nicht nur Kosten und Features, sondern analysieren exklusiv, welches System besser auf die Zukunft des Conversational Commerce vorbereitet ist.

Das schnelle Urteil: Executive Summary im Überblick

Für Entscheidungsträger, die wenig Zeit haben, hier der direkte Vergleich auf einen Blick. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zwischen Shopify oder Shopware zusammen und hilft dir bei der ersten Orientierung.

FeatureShopify (Plus / Advanced)Shopware (6 Rise / Evolve)
ArchitekturClosed Source SaaSOpen Source / PaaS
Setup-ZeitSchnell (2-4 Monate Enterprise)Lang (6-12 Monate Enterprise)
KostenmodellHohe OPEX (laufende Abo- & App-Kosten)Hohe CAPEX (initiale Entwicklung) + Lizenz
WartungAutomatisch durch ShopifyManuell durch Agentur/Inhouse
DatenhoheitCloud (US-Konzern)Volle Kontrolle (Self-Hosted möglich)
B2B-FokusStark aufgeholt (B2B Markets)Historisch sehr stark
AI-ReadinessExzellente API-InfrastrukturStarke Datenstruktur, aufwendigere Integration
Marktanteil DE~40% bei KMU~25% im Mittelstand/Enterprise

Das Verdikt: Welche Plattform passt zu dir?

  • Wähle Shopify, wenn: Deine Priorität auf Geschwindigkeit (Time-to-Market), Innovation und geringem technischen Wartungsaufwand liegt. Es ist die bessere Wahl, wenn du externe Tools wie AI-Verkaufsberater schnell und nahtlos integrieren willst, ohne das Kernsystem umzubauen.
  • Wähle Shopware, wenn: Du extrem komplexe, historisch gewachsene B2B-Prozesse abbilden musst, die tiefgreifende Eingriffe in den Core-Code erfordern, oder wenn Datenhoheit auf eigenen Servern eine unverhandelbare Compliance-Vorgabe deines Unternehmens ist.

Architektur und Philosophie: Zwei grundverschiedene Ansätze

Um zu verstehen, ob Shopware vs Shopify besser zu dir passt, musst du die DNA der Systeme verstehen. Beide Plattformen verfolgen fundamental unterschiedliche Philosophien, die sich auf jeden Aspekt deines E-Commerce-Geschäfts auswirken.

Shopware 6: The Architects Choice

Shopware, entwickelt im westfälischen Schöppingen, folgt dem Prinzip API-First und Open Source. Es ist wie ein Architektenhaus auf deinem eigenen Grundstück. Du hast Zugriff auf jede Zeile Code. Wenn du einen Checkout-Prozess benötigst, der erst nach einer Bonitätsprüfung und einer manuellen Freigabe durch drei Abteilungen erfolgt, kannst du das bauen.

Der Nachteil: Ein Haus muss instand gehalten werden. Sicherheitsupdates, Server-Patches und Performance-Optimierungen liegen in deiner Verantwortung oder der deiner teuren Agentur. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte die tatsächlichen Kosten genau kennen – unser Guide zum Thema Shopware Kosten sparen zeigt dir, wie du die Ausgaben optimierst.

Shopify: The Innovation Engine

Shopify ist wie ein Luxus-Apartment in einem Hochhaus mit Concierge-Service. Du besitzt das Gebäude nicht, aber alles funktioniert – Strom, Wasser, Sicherheit. Der große Vorteil liegt in der extremen Innovationsgeschwindigkeit. Features wie der One-Page-Checkout oder neue B2B-Funktionen werden zentral ausgerollt und sind sofort verfügbar. Das System skaliert technisch unendlich, ohne dass du Serverkapazitäten dazubuchen musst.

Der Nachteil: Du lebst in einem geschlossenen Ökosystem. Wenn Shopify entscheidet, dass bestimmte URL-Strukturen nicht änderbar sind (z.B. /products/), dann musst du damit leben oder aufwendige Workarounds wie Headless-Lösungen bauen. Für einen tieferen Einblick in die Plattform empfehlen wir unseren Artikel Was ist Shopify.

Architekturvergleich Shopify SaaS vs Shopware Open Source

Der Consultation Factor: Die versteckte Lücke beider Systeme

Die meisten Vergleiche Shopify oder Shopware konzentrieren sich auf Transaktionen: Wie gut funktioniert der Warenkorb? Wie flexibel sind die Rabattcodes? Doch für Händler von erklärungsbedürftigen Produkten – sei es E-Bikes, medizinische Geräte oder Industriemaschinen – hat sich der Markt verschoben.

Der Trend geht weg von *Search & Browse* hin zu *Ask & Consult*. Hier offenbart sich eine massive Lücke in beiden Systemen, die weder Shopify Magic noch der Shopware AI Copilot schließen. Moderne Kunden erwarten eine digitale Beratung, die ihnen bei komplexen Kaufentscheidungen hilft – genau wie im stationären Handel.

Die AI-Lücke der Plattformen im Detail

Shopify Magic und Sidekick: Diese Tools sind fantastisch für das Backend. Sie generieren Produkttexte, optimieren Bilder oder helfen bei der Datenanalyse. Laut eesel.ai sind sie hervorragend für die Effizienzsteigerung interner Prozesse. Aber: Sie beraten den Kunden nicht. Sie können einem Kunden nicht erklären, welches E-Bike für seine Rückenschmerzen das richtige ist.

Shopware AI Copilot: Auch hier liegt der Fokus auf Effizienz für den Händler – Export-Assistenten, Kundenklassifizierung, Zusammenfassung von Bewertungen. Wie folio3.com und elsner.com berichten, sind diese Features nützlich für das Tagesgeschäft. Es fehlt jedoch die kundenorientierte Beratungsebene, die gerade bei komplexen Produkten den Unterschied macht.

AI-Features im Vergleich: Was fehlt beiden Plattformen
0%
Native Kundenberatung

Weder Shopify Magic noch Shopware AI Copilot bieten echte Produktberatung

85%
Backend-Fokus

Der Großteil der AI-Features zielt auf Händler-Effizienz, nicht Kundenerlebnis

73%
Kaufabbruchrate

Bei erklärungsbedürftigen Produkten ohne Beratung

Wer gewinnt bei der Integration von Beratungs-AI?

Wenn du eine externe AI-Lösung wie einen digitalen Produktberater integrieren willst, gewinnt oft Shopify. Der Grund: Shopifys API-Ökosystem und die Standardisierung der Daten machen es extrem einfach, externe Intelligenz anzudocken. Eine AI-App kann innerhalb von Minuten installiert werden und auf den Produktkatalog zugreifen. Die Integration einer KI Produktberatung erfolgt oft nahtlos.

Das Shopware-Dilemma: Shopware hat zwar oft die besseren Daten – etwa extrem detaillierte technische Attribute aus einem PIM-System. Aber die Integration einer Frontend-AI erfordert oft individuelle Entwicklungsarbeit, da jedes Shopware-Frontend ein Unikat ist. Der hervorragende Shopware Kundensupport kann hier zwar helfen, ersetzt aber nicht die Entwicklungskosten.

Kostenvergleich: Die Wahrheit über TCO

Der Preisvergleich Shopware vs Shopify ist oft irreführend, da Äpfel (Lizenzkosten) mit Birnen (Transaktionsgebühren) verglichen werden. Hier ist die Realität für 2025, die dir hilft, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Shopify: Das OPEX-Modell mit laufenden Kosten

Shopify wirkt auf den ersten Blick günstig, wird aber bei hohem Umsatz teurer durch Transaktionsgebühren (wenn man nicht Shopify Payments nutzt) und App-Kosten. Ein detaillierter Überblick zu den Shopify Preise zeigt dir die versteckten Kosten.

  • Lizenz Advanced: ~384 Euro pro Monat laut ecom-flow.de und eshop-guide.de
  • Lizenz Plus: Ab ca. 2.300 Euro pro Monat für Enterprise, wie coding9.de und hyghstreet.com berichten
  • Transaktionsgebühren: 0,6% bis 0,5% bei Nutzung externer Zahlungsanbieter (entfällt bei Shopify Payments)
  • App-Kosten: Ein realistischer Enterprise-Stack kostet schnell 500-1.000 Euro monatlich
  • Wartung: Nahezu 0 Euro – keine Sicherheitsupdates, kein Server-Management nötig

Für Enterprise-Kunden lohnt sich ein Blick auf die Shopify Plus Kosten, um die Gesamtinvestition realistisch einzuschätzen.

Shopware: Das CAPEX-Modell mit Investitionskosten

Shopware hat hohe Einstiegshürden und versteckte Folgekosten. Laut erock-marketing.de und webwirkung.ch solltest du folgende Kosten einplanen:

  • Community Edition: Kostenlos nur bis 1 Mio. Euro GMV
  • Rise: Ab 600 Euro pro Monat
  • Evolve: Ab ca. 2.400 Euro pro Monat (vergleichbar mit Shopify Plus)
  • Beyond: Ab ca. 6.500 Euro pro Monat
  • Hosting: 150 bis 500+ Euro pro Monat für performantes Hosting
  • Agentur und Wartung: Das ist der Eisberg unter Wasser – rechne mit mindestens 1.000-3.000 Euro monatlich für Updates, Patches und Bugfixes
  • Setup: Ein Shopware-Projekt kostet initial oft das Doppelte bis Dreifache eines Shopify-Projekts (z.B. 50.000 Euro vs. 150.000 Euro)
TCO Eisberg Vergleich Shopify vs Shopware Kosten

Das TCO-Fazit für deine Budgetplanung

Über 3 Jahre gerechnet ist Shopify Plus für Marken bis ca. 10-20 Mio. Euro Umsatz oft günstiger, da die Personalkosten (Entwickler) und Wartungskosten bei Shopware die Lizenzgebühren von Shopify übersteigen. Wie niccos.com analysiert, lohnt sich Shopware finanziell oft erst, wenn die Transaktionsgebühren bei Shopify bei extrem hohen Umsätzen so hoch werden, dass sie die Wartungskosten eines eigenen Systems übersteigen.

TCO-Szenarien nach Unternehmensgröße
1
Kleiner Shop (unter 1 Mio. Euro)

Shopify Basic/Advanced meist kostengünstiger, Shopware Community limitiert

2
Wachsender Shop (1-10 Mio. Euro)

Shopify Plus gewinnt TCO-Analyse, Shopware Rise/Evolve vergleichbar

3
Enterprise (10-50 Mio. Euro)

Detaillierte Analyse nötig, Transaktionsgebühren vs. Entwicklungskosten

4
Enterprise+ (über 50 Mio. Euro)

Shopware kann durch wegfallende Transaktionsgebühren günstiger werden

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Lokalisierung und Recht: Der German Fear Faktor

Ein häufiges Argument bei der Entscheidung Shopware oder Shopify ist der Standort Deutschland. Deutsche Unternehmen haben oft spezifische Anforderungen an Datenschutz und Compliance, die bei der Plattformwahl berücksichtigt werden müssen.

Datenschutz und DSGVO im Vergleich

Shopware: Als deutsches Unternehmen ist Shopware GDPR-native. Du kannst den Shop auf einem Server in Frankfurt bei Hetzner hosten. Laut keyweb.de ist das für Unternehmen mit extrem strengen Compliance-Vorgaben (z.B. Pharma, Public Sector) oft das K.O.-Kriterium.

Shopify: Shopify ist DSGVO-konform nutzbar, erfordert aber Arbeit. Serverstandorte sind global verteilt, auch wenn Shopify laut shopify.com Datenhaltung in Europa zusichert. Das Thema US Cloud Act bleibt ein theoretisches Risiko, das laut pandectes.io viele deutsche Rechtsabteilungen nervös macht.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz 2025

Ab dem 28. Juni 2025 müssen Online-Shops in Deutschland barrierefrei sein (WCAG 2.1 Level AA). Laut shop-fabrik.net und eshop-guide.de sind die Anforderungen umfangreich.

  • Shopware: Bietet mehr Kontrolle über das Frontend, um Compliance sicherzustellen, erfordert aber Entwickleraufwand
  • Shopify: Viele Themes sind bereits optimiert, aber du bist darauf angewiesen, dass Theme-Entwickler und App-Anbieter nachziehen. Die Verantwortung liegt am Ende bei dir

Trust und UX für deutsche Kunden

Deutsche Kunden lieben Beratung. Ein Shop, der sich deutsch anfühlt – Trust-Badges, Impressum an der richtigen Stelle, formale Ansprache – konvertiert besser. Unser Artikel zur KI-Beratung im Shop zeigt, wie du dieses Bedürfnis digital erfüllen kannst.

  • Shopify: Der Checkout ist extrem optimiert, aber starr. Er konvertiert exzellent, lässt sich aber visuell kaum anpassen (außer bei Plus)
  • Shopware: Erlaubt Shopping Experiences (Erlebniswelten), die tief in den Content-Bereich gehen. Das ist stark für Storytelling, aber oft komplex in der Pflege

B2B-Funktionen: Das Schlachtfeld 2025

Lange Zeit hieß es: B2C gleich Shopify, B2B gleich Shopware. Das gilt 2025 so nicht mehr. Beide Plattformen haben massiv in B2B-Funktionen investiert, und die Unterschiede werden kleiner.

Shopware B2B Suite: König der Komplexität

Shopware ist hier immer noch der König der Komplexität. Die Plattform bietet umfassende Rechte- und Rollen-Konzepte für Einkäufer-Teams, Budgetfreigaben und Genehmigungsworkflows sowie kundenspezifische Preislisten, die direkt aus dem ERP (SAP, Microsoft Dynamics) kommen.

Shopify B2B: Das Update 2025

Shopify hat massiv aufgeholt. Mit B2B Markets kannst du nun B2B-Kunden in spezifische Märkte gruppieren und individuelle Kataloge sowie Preise anzeigen. Laut zaelab.com sind auch Company Profiles mit mehreren Standorten und Einkäufern nativ möglich.

Das Verdikt: Für 80% der B2B-Händler – DTC-Marken, die auch an Händler verkaufen – reicht Shopify heute völlig aus. Es ist weniger sperrig als Shopware. Einen alternativen Vergleich findest du auch in unserem WooCommerce vs Shopify Artikel.

B2B E-Commerce Funktionen Vergleich Shopify Shopware

Entscheidungs-Framework: 5 kritische Fragen

Bevor du dich für Shopify vs Shopware entscheidest, stelle dir diese fünf Fragen. Die Antworten führen dich zur richtigen Plattform und helfen dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Dein Entscheidungs-Flowchart
1
Frage 1: Interne Entwickler?

Nein → Shopify (Shopware ohne Entwickler ist riskant). Ja → Shopware ist eine Option.

2
Frage 2: Produktkomplexität?

Standard (Kleidung, Möbel) → Shopify. Komplex (Maschinenteile mit 50 Abhängigkeiten) → Shopware oder Shopify mit CPQ-App.

3
Frage 3: Beratung als Kernprozess?

Ja → Du brauchst eine AI-Lösung. Prüfe, welche Plattform sich leichter mit AI-Tools verbinden lässt.

4
Frage 4: Umsatzhöhe (GMV)?

Unter 1 Mio. → Shopify. 1-10 Mio. → TCO-Analyse. Über 50 Mio. → Shopware kann günstiger werden.

5
Frage 5: IT-Compliance Made in Germany?

Kritisch → Shopware. Wichtig, aber lösbar → Shopify.

Detaillierte Analyse der Entscheidungsfaktoren

Frage 1: Haben wir interne Entwickler? Wenn die Antwort Nein lautet, ist Shopify fast immer die bessere Wahl. Shopware ohne Entwickler ist ein Himmelfahrtskommando, bei dem du komplett von externen Agenturen abhängig bist. Mit internen Entwicklern wird Shopware zur validen Option.

Frage 2: Verkaufen wir Standardware oder hochkomplexe Konfigurationen? Bei Standardprodukten wie Kleidung, Nahrung oder Möbeln gewinnt Shopify durch Einfachheit. Bei komplexen Produkten wie Maschinenteilen mit 50 Abhängigkeiten solltest du Shopware oder Shopify mit einer starken CPQ-App in Betracht ziehen.

Frage 3: Ist Beratung ein Kernteil unseres Verkaufs? Hier brauchst du eine AI-Lösung. Prüfe, welche Plattform sich leichter mit modernen AI-Tools verbinden lässt. Oft ist das Shopify aufgrund der standardisierten API. Die Nutzung von KI im E-Commerce wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Frage 4: Wie hoch ist unser GMV? Unter 1 Mio. Euro empfiehlt sich Shopify, da die Shopware Community Edition durch die neuen Limits riskant wird. Bei 1-10 Mio. Euro solltest du eine TCO-Analyse machen – meist gewinnt Shopify Plus. Über 50 Mio. Euro kann Shopware durch wegfallende Transaktionsgebühren günstiger werden.

Frage 5: Wie wichtig ist Made in Germany für unsere IT-Compliance? Ist es kritisch, führt kein Weg an Shopware vorbei. Ist es wichtig, aber lösbar, ist Shopify mit entsprechenden Compliance-Maßnahmen eine gute Alternative.

AI-Readiness: Der unterschätzte Faktor für 2025

Ein Aspekt, der in den meisten Vergleichen fehlt, ist die Frage der AI-Readiness. In einer Zeit, in der KI Chatbot einsetzen zum Standard wird, entscheidet die Plattformarchitektur über deine Zukunftsfähigkeit.

AI-KriteriumShopifyShopware
Native AI-FeaturesShopify Magic, Sidekick (Backend-fokussiert)AI Copilot (Backend-fokussiert)
API-GeschwindigkeitSehr schnell, standardisiertAbhängig von Hosting und Setup
App-Ökosystem für AIUmfangreich, schnelle IntegrationBegrenzt, oft Eigenentwicklung nötig
Datenzugriff für AIStandardisiert, aber limitiertFlexibel, aber komplex
Integration DrittsystemeMinuten bis StundenStunden bis Tage

Laut Marktdaten von uptain.de liegt der Marktanteil von Shopify bei KMU in Deutschland bei rund 40%, während Shopware im Mittelstand und Enterprise-Bereich etwa 25% hält. Diese Verteilung spiegelt die unterschiedlichen Stärken der Plattformen wider.

Die hybride Realität: Beide Plattformen wachsen zusammen

Was viele Vergleiche übersehen: Die Grenzen zwischen den Plattformen verschwimmen zunehmend. Wie stefanpilz.ltd und shopware.com berichten, entwickelt sich Shopware mit Cloud-Angeboten und Abo-Modellen in Richtung SaaS. Gleichzeitig wird Shopify mit Features wie Shopify Plus und B2B Markets immer enterprisiger.

Laut mavenbird.com ist die klassische Unterscheidung SaaS vs. Open Source nicht mehr zeitgemäß. Beide Plattformen bewegen sich auf einen Mittelweg zu, bei dem Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit kombiniert werden. Die Frage ist nicht mehr welche Architektur, sondern welche Geschwindigkeit der Innovation du benötigst.

Fazit: Die Plattform ist nur das Fundament

Der Vergleich Shopify vs Shopware im Jahr 2025 zeigt: Die Lücke schließt sich. Shopify wird enterprisiger mit B2B-Features und Skalierbarkeit, Shopware wird saasiger mit Cloud-Angeboten und Abo-Modellen.

Doch beide Systeme haben eine gemeinsame Schwäche: Sie sind Verwaltungssysteme, keine Verkäufer. Sie verwalten Produkte, aber sie erklären sie nicht. Sie wickeln Transaktionen ab, aber sie führen keine Gespräche.

Wenn du beratungsintensive Produkte verkaufst, reicht es nicht mehr, nur das Shopsystem zu wählen. Du musst eine Schicht der Intelligenz darüberlegen. Die KI im E-Commerce ist nicht mehr optional, sondern der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

Unsere finale Empfehlung

  • Wähle Shopify, wenn du Geschwindigkeit und AI-Readiness priorisierst. Die Integration von digitalen Beratern ist hier oft nahtloser.
  • Wähle Shopware, wenn du die volle Kontrolle über komplexe Datenstrukturen benötigst, um deine AI zu füttern, oder wenn deutsche Datenhoheit unverhandelbar ist.

Egal wie du dich entscheidest: Der Wettbewerbsvorteil der Zukunft liegt nicht im Warenkorb-Button, sondern in der Qualität der digitalen Beratung, die davor stattfindet.

Häufig gestellte Fragen zu Shopify vs Shopware

Ja, Shopify ist DSGVO-konform nutzbar, erfordert aber Konfiguration. Du musst sicherstellen, dass Cookie-Banner, Datenschutzerklärung und Auftragsdatenverarbeitung korrekt eingerichtet sind. Shopify bietet EU-Serverstandorte an, aber als US-Unternehmen unterliegt es dem Cloud Act. Für die meisten Unternehmen ist das mit entsprechenden Vertragswerken lösbar, für streng regulierte Branchen kann es ein Ausschlusskriterium sein.

Die Shopware Community Edition ist seit März 2025 nur noch für Shops unter 1 Million Euro Jahresumsatz (GMV) kostenlos. Wer darüber liegt, muss in die kostenpflichtigen Pläne Rise, Evolve oder Beyond wechseln. Hinzu kommen Hosting-Kosten von 150-500 Euro monatlich und Agenturkosten für Wartung und Updates, die schnell 1.000-3.000 Euro pro Monat betragen können.

Das hängt von der Komplexität ab. Für extrem komplexe B2B-Prozesse mit mehrstufigen Genehmigungsworkflows, kundenspezifischen Preislisten aus SAP und komplexen Rechte-Rollen-Konzepten ist Shopware nach wie vor führend. Für 80% der B2B-Händler – besonders DTC-Marken, die auch an Händler verkaufen – reicht Shopify mit den neuen B2B Markets Features vollkommen aus.

Beide Systeme bieten AI-Features, die aber primär auf Backend-Effizienz ausgerichtet sind. Shopify Magic hilft bei Produkttexten und Datenanalyse, der Shopware AI Copilot bei Export und Kundenklassifizierung. Für kundenorientierte Produktberatung müssen bei beiden Plattformen externe Lösungen integriert werden – hier hat Shopify durch sein standardisiertes API-Ökosystem Vorteile bei der Integrationsgeschwindigkeit.

Shopify Plus startet bei ca. 2.300 Euro pro Monat, Shopware Evolve bei ca. 2.400 Euro pro Monat – also ähnlich. Der große Unterschied liegt im TCO über 3 Jahre: Bei Shopify kommen App-Kosten (500-1.000 Euro monatlich) und ggf. Transaktionsgebühren hinzu. Bei Shopware fallen zusätzlich Hosting (150-500 Euro), Agenturkosten für Wartung (1.000-3.000 Euro) und höhere initiale Entwicklungskosten an. Für Shops bis 10-20 Mio. Euro Umsatz ist Shopify Plus oft günstiger im Gesamtbild.

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