Shopware 6: Editionen, Kosten und Features im Test

Shopware 6 Editionen, Preise und Features unabhängig getestet. Rise ab 600 EUR/Monat, Evolve ab 2.400 EUR. Inkl. Vergleichstabelle und Entscheidungshilfe.

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Kevin Lücke
CTO & Co-Founder bei Qualimero
24. März 2026Aktualisiert: 4. Juni 202614 Min. Lesezeit

Was ist Shopware 6? Plattform im Überblick

Shopware 6 ist eine API-First-E-Commerce-Plattform auf Basis von Symfony 7 und Vue.js 3, die seit 2019 den monolithischen Vorgänger Shopware 5 ersetzt. Mit Headless-Architektur, Flow Builder und Erlebniswelten-CMS bedient sie B2B- und B2C-Händler von der kostenlosen Community Edition bis zur Enterprise-Lösung Beyond.

Die Plattform kommt aus Schöppingen, Nordrhein-Westfalen. Klingt unspektakulär. Aber genau dieser DACH-Ursprung ist einer der Gründe, warum Shopware 6 unter den umsatzstärksten deutschen Onlineshops den höchsten Marktanteil hält: 11,5% der Top-1.000 setzen laut EHI auf Shopware. Zum vierten Mal in Folge Platz 1.

Diese Marktführerschaft kommt nicht von ungefähr. Shopware investiert gezielt in den DACH-Markt: deutschsprachige Dokumentation, lokaler Support, Steuer- und Versandlogik, die das deutsche Handelsrecht abbildet. Für einen Händler in München oder Wien bedeutet das: weniger Konfigurationsaufwand als bei einer US-Plattform, die Europa als Nebenmarkt behandelt.

Über den Gesamtmarkt betrachtet liegt Shopware bei 25,7% Marktanteil in Deutschland, hinter Shopify (31,7%) und vor JTL-Shop (14%). Die Verteilung zeigt ein klares Muster: Shopify dominiert bei kleinen D2C-Shops, Shopware bei mittelständischen und großen Händlern mit komplexen Anforderungen. In diesem Segment gibt es eben keine ernstzunehmende Alternative mit vergleichbarer DACH-Lokalisierung.

Wer von Shopware 5 kommt, muss wissen: Shopware 6 teilt weder Code noch Architektur mit dem Vorgänger. Seit Juli 2024 gibt es keine Sicherheitsupdates mehr für Shopware 5. Die Migration ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Stand Juni 2026 läuft die aktuelle Version 6.7.7.1.

Der deutsche E-Commerce-Markt erreichte 2025 laut Wix E-Commerce-Statistiken ein Volumen von 83,1 Milliarden EUR. Für 2026 werden 3,8% Wachstum prognostiziert. Shopware positioniert sich in diesem Markt als die Plattform für Händler, die über die Grenzen von Template-basierten Systemen hinauswachsen wollen.

Drei Betriebsmodelle stehen zur Wahl. Self-hosted: du betreibst den Shop auf eigenem Server, maximale Kontrolle, maximale Verantwortung. PaaS (Platform as a Service): Shopware stellt die Infrastruktur, du betreibst die Shop-Instanz mit eigenen Plugins und Anpassungen. SaaS (Software as a Service): Shopware betreibt alles, du nutzt den Shop. Jedes Modell hat seinen Platz. SaaS eignet sich für Händler mit geringem Anpassungsbedarf, Self-hosted für Teams mit eigener Entwicklung.

Technische Architektur: API-First, Headless, Symfony

Die technische Basis von Shopware 6 besteht aus drei Säulen: einer vollständigen REST-API für Headless-Betrieb, dem Symfony-7-Backend für Enterprise-Stabilität und einem Vue.js-3-Frontend für reaktive Admin-Oberflächen. Jede Shop-Funktion ist über API steuerbar.

API-First bedeutet bei Shopware 6 konkret: drei getrennte APIs für unterschiedliche Anwendungsfälle. Die Store API ist öffentlich zugänglich und erfordert nur kontextuelle Header, ideal für Headless-Frontends. Die Admin API läuft über OAuth 2.0 und steuert das komplette Backend. Dazu kommt eine GraphQL-API für effizientere Frontend-Abfragen, bei denen du exakt die Datenfelder anforderst, die du brauchst. Die Shopware Developer Documentation listet alle Endpoints mit interaktivem API Explorer.

Für Headless-Commerce liefert Shopware die Composable Frontends mit. Du kannst das gesamte Storefront entkoppeln und durch ein eigenes React-, Vue- oder Nuxt-Frontend ersetzen. Das Backend bleibt die Commerce-Engine, das Frontend wird austauschbar. In der Praxis nutzen das vor allem Händler, die maximale Kontrolle über PageSpeed und User Experience brauchen.

Laut einer Case Study von 8mylez zeigt Shopware 6 selbst bei 5.000 Bestellungen pro Stunde und 600.000 Produkten keine Performanceeinbrüche, sofern das Hosting stimmt. Die Betonung liegt auf dem letzten Teil. Ohne Varnish-Cache und Redis-Session-Handling erreichst du diese Werte nicht.

Der Symfony-Stack hat einen praktischen Vorteil: PHP-Entwickler mit Symfony-Erfahrung finden sich sofort zurecht. Der Pool an verfügbaren Entwicklern ist in Deutschland deutlich größer als etwa für Magento (Java/PHP-Hybrid) oder Spryker (proprietäres Framework).

Das Plugin-System funktioniert auf zwei Ebenen. Klassische Plugins laufen im Shopware-Kern mit vollem PHP- und Datenbank-Zugriff. Apps laufen isoliert und kommunizieren ausschließlich über APIs. Cloud-Shops (SaaS) können nur Apps nutzen, keine klassischen Plugins. Das ist ein relevanter Unterschied, den viele bei der Wahl des Betriebsmodells übersehen.

Im Shopware 6 GitHub Repository lässt sich der gesamte Quellcode einsehen. Über 2.800 Contributors haben daran mitgearbeitet. Für ein europäisches Open-Source-Projekt ist das eine solide Codebasis.

Shopware 6 API-First-Architektur mit Store API, Admin API und GraphQL für Headless Commerce
Shopware 6 trennt Commerce-Engine und Frontend über drei APIs.

Ein Punkt, der in Vergleichsartikeln selten vorkommt: die Plugin-Qualität. Von den über 3.500 Extensions im Shopware Store bieten laut unserer Analyse nur etwa 30-40% eine aktive Wartung für die aktuelle Shopware-Version. Vor dem Kauf eines Plugins prüfe immer die letzte Aktualisierung, die Kompatibilitaet mit deiner Shopware-Version und die Bewertungen anderer Händler. 15-20 aktive Plugins sind für die meisten Shops der Sweet Spot.

Editionen und Preise 2026: Community bis Beyond

Shopware 6 gibt es in vier Editionen: Die Community Edition ist kostenlos und Open Source (MIT-Lizenz). Rise startet bei 600 EUR/Monat für professionelle B2C-Shops, Evolve bei 2.400 EUR/Monat für den Mittelstand mit B2B-Anforderungen und Beyond bietet individuelle Enterprise-Preise ab ca. 6.500 EUR/Monat.

Die größte Änderung der letzten zwei Jahre betrifft die Community Edition. Seit der Fair Use Policy (Stand 2025) gilt eine GMV-Obergrenze von 1 Mio. EUR Bruttoumsatz. Überschreitest du diese Schwelle, verlierst du den Zugang zum Shopware Account und Store. Keine neuen Plugins, keine Sicherheitsupdates. Das ist kein sanfter Hinweis, sondern ein harter Schnitt. Shopware hat sich damit vollständig zum Abo-Modell bekannt.

Shopware 6 Editionen im Vergleich (Stand Q2 2026)
EditionPreis/MonatGMV inklusiveKernfeaturesEmpfehlung
Community0 EURbis 1 Mio. EUROpen Source, Erlebniswelten, Flow Builder, Store APIStartups, Entwickler, Shops unter 100 Produkten
Riseab 600 EURbis 2 Mio. EURErweiterte Promotions, Rechteverwaltung, professioneller SupportB2C-Shops mit Support- und Marketingbedarf
Evolveab 2.400 EURbis 5 Mio. EURB2B Suite (Budgets, Rollen, Genehmigungen), Custom Pricing, Workflow-AutomatisierungB2B-Händler und Mittelstand mit komplexen Prozessen
Beyondab ca. 6.500 EURindividuellMulti-Inventory, Digital Sales Rooms, 24/7-Support, dedizierter Account ManagerEnterprise mit mehreren Standorten und Vertriebsteams

Was die offiziellen Shopware Preise nicht zeigen: Lizenzkosten machen laut Webwirkung nur 15-25% der Gesamtinvestition aus. Der Rest verteilt sich auf Hosting (ab 99 EUR/Monat für Managed, ab 300 EUR für performantes Hosting), Plugins (durchschnittlich 100-500 EUR/Monat je nach Funktionsumfang) und Agenturleistungen für Design, Entwicklung und laufende Wartung.

Ein realistisches Erstjahresbudget für einen Rise-Shop liegt bei 30.000-50.000 EUR inklusive Setup. Für Evolve-Projekte mit B2B-Integration kalkuliere mit 60.000-120.000 EUR. Diese Zahlen stammen aus unseren eigenen Integrationsprojekten und decken sich mit den Schätzungen von Ostend Digital.

Ich halte die Fair Use Policy für die richtige Entscheidung, auch wenn sie wehtut. Ein Shopsystem mit über 3.500 Extensions und aktivem Core-Team braucht ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Die Ära der Einmallizenzen war langfristig nicht tragfähig.

Was viele Händler bei der Kalkulation vergessen: die laufenden Plugin-Kosten. Seit Ende 2023 gibt es im Shopware Store keine Einmalkäufe mehr für Plugins. Alle bezahlten Extensions laufen als Miet-Modell, monatlich oder jährlich. Bei 10-15 aktiven Plugins summiert sich das auf 200-800 EUR pro Monat zusätzlich zur Lizenz. Das sollte von Anfang an im Budget stehen.

Für eine detaillierte Aufschlüsselung aller Editionen: Unser Shopware Editionen im Detail geht auf jedes Feature einzeln ein. Wer speziell die kostenlose Version prüft, findet im Guide zur Shopware Community Edition die genauen Einschränkungen.

Shopware 6 Features: Was die Plattform kann

Die wichtigsten Shopware 6 Features sind der Flow Builder für automatisierte Geschäftsprozesse, die Erlebniswelten für Drag-and-Drop-Seitengestaltung, der Rule Builder für dynamische Preise und Konditionen sowie native B2B-Funktionen wie kundenspezifische Kataloge und Budgetverwaltung.

Flow Builder und Rule Builder

Der Rule Builder definiert Bedingungen. Der Flow Builder führt Aktionen aus. Zusammen ersetzen sie in vielen Fällen individuelle Plugin-Entwicklung. Ein konkretes Beispiel: Kunde bestellt über 500 EUR, kommt aus der Kundengruppe "B2B Gold" und hat in den letzten 90 Tagen mindestens drei Bestellungen aufgegeben. Der Flow Builder vergibt automatisch 8% Rabatt, weist die Bestellung einem eigenen Lager zu und sendet eine personalisierte E-Mail. Ohne eine Zeile Code.

In unseren Projekten sehen wir, dass Händler mit gut konfigurierten Flows 3-5 Stunden pro Woche an manueller Arbeit einsparen. Das Wort "gut konfiguriert" ist entscheidend. Ohne durchdachte Regellogik produziert der Flow Builder Chaos statt Automatisierung. Plan die Regelarchitektur, bevor du anfängst zu bauen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Gartenbedarfs-Händler hat 47 Flows konfiguriert, die automatisch Rabatte nach Saison, Kundengruppe und Bestellhistorie vergeben. Vor Shopware 6 liefen diese Regeln über drei verschiedene Plugins, die sich gegenseitig überschrieben haben. Der Flow Builder ersetzt das durch eine zentrale Logik. Das nervt mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich Shops sehe, die diese Funktion ignorieren.

Erlebniswelten und CMS

Erlebniswelten sind Shopwares CMS-System. Du baust Landingpages, Kategorieseiten und Produktwelten per Drag-and-Drop aus Sektionen, Blöcken und Elementen. Redakteure ohne technischen Hintergrund können Seiten selbst gestalten. Für komplexere Layouts brauchst du allerdings Custom-Elemente, die ein Entwickler anlegen muss.

Die Shopping Experiences lassen sich auch für Produktseiten nutzen. Das bedeutet: individuelle Produktdarstellungen pro Kategorie oder Kundengruppe, ohne Templates anzufassen. Für Händler mit erklärungsbedürftigen Produkten ist das ein echter Vorteil, weil du Content und Commerce auf einer Seite verbinden kannst.

Im Vergleich dazu bietet Shopify Sections und Blocks für die Seitengestaltung, die aber stärker an das Theme gebunden sind. WooCommerce setzt auf den WordPress Gutenberg-Editor, der für Blogging optimiert ist, nicht für E-Commerce-Layouts. Die Erlebniswelten sind Shopwares staerkster Differenzierungspunkt im CMS-Bereich, weil sie speziell für den Verkauf gebaut wurden.

AI Copilot

Seit Version 6.5.1.0 gibt es den AI Copilot in der Administration. Er generiert Produkttexte, übersetzt Beschreibungen und hilft bei der Regelkonfiguration. Für Teams, die Produktdaten in großen Mengen pflegen, kann das laut 8mylez einen „großen Effizienzgewinn“ darstellen. Nützlich, aber mit einer klaren Einschränkung: Der Copilot arbeitet ausschließlich im Backend. Für den Kunden im Frontend ist er unsichtbar.

B2B-Features in Evolve und Beyond

Ab der Evolve-Edition bietet Shopware 6 native B2B-Funktionen: Budgets pro Einkäufer, Rollen und Genehmigungsprozesse, kundenspezifische Kataloge und individuelle Preislisten. Beyond fügt Multi-Inventory hinzu, also die Verwaltung mehrerer Lagerstandorte direkt im System. Dazu kommen Digital Sales Rooms für Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen Vertrieb und Kunde.

Für B2B-Händler im DACH-Raum ist das relevant, weil Shopify vergleichbare Features erst ab Shopify Plus (ab 2.300 EUR/Monat) bietet und WooCommerce dafür komplett auf Drittanbieter-Plugins angewiesen ist. Bei Shopware sind sie Teil des Kerns.

Shopware 6 Feature-Check: Brauche ich das?
  • Flow Builder für automatisierte Bestellprozesse und E-Mails
  • Rule Builder für dynamische Preisregeln nach Kundengruppe
  • Erlebniswelten für individuelle Landingpages ohne Entwickler
  • B2B Suite mit Budgets, Rollen und Genehmigungsprozessen (ab Evolve)
  • Multi-Inventory für mehrere Lagerstandorte (nur Beyond)
  • AI Copilot für automatische Produkttexte (ab Version 6.5)
  • Headless-Frontend über Store API und Composable Frontends
Shopware 6 Ökosystem in Zahlen
3.500+
Extensions im Store

Quelle: Shopware Store, Stand Juni 2026

2.800+
Contributors auf GitHub

Quelle: GitHub

25,7%
Marktanteil Deutschland

Zweitgrößtes Shopsystem nach Shopify (31,7%)

115
Top-1.000 Onlineshops

Marktführer unter umsatzstärksten deutschen Shops

Shopware 6 im Vergleich: Shopify, WooCommerce, Magento

Im direkten Vergleich punktet Shopware 6 gegenüber Shopify durch volle Code-Kontrolle und DACH-Lokalisierung, gegenüber WooCommerce durch dedizierte E-Commerce-Architektur und gegenüber Magento durch niedrigere Einstiegskosten bei vergleichbarer Enterprise-Funktionalität.

Plattformvergleich: Shopware 6 vs. Shopify vs. WooCommerce vs. Magento
KriteriumShopware 6ShopifyWooCommerceMagento/Adobe Commerce
HostingSelf-hosted, PaaS oder SaaSNur SaaS (Cloud)Self-hosted (WordPress)Self-hosted oder Adobe Cloud
Einstiegskosten0 EUR (Community)ab 36 EUR/Monat0 EUR (Plugin)ab 2.000 EUR/Monat
B2B-FeaturesNativ ab EvolveAb Shopify Plus (2.300+ EUR/Monat)Nur über PluginsNativ in Commerce
API-ArchitekturREST + GraphQL, API-FirstREST + GraphQLREST (Plugin-abhängig)REST + GraphQL
DACH-LokalisierungNativ: Steuer, Versand, RechtTeilweise, oft Plugin-abhängigPlugin-abhängigMöglich, hoher Aufwand
Code-ZugriffVollständig (MIT-Lizenz)Begrenzt (Liquid Templates)Vollständig (GPL)Vollständig (kommerziell)
Extension-Ökosystem3.500+ im Store8.000+ im App Store60.000+ (WordPress)4.800+ auf Marketplace
Typischer HändlerDACH-Mittelstand, B2BGlobal, D2C, kleine ShopsBlogger, kleine ShopsEnterprise, Multi-Brand

Shopware bietet native DACH-Lokalisierung mit deutschem Steuerrecht, Versandlogik und Rechtskonformität, während Shopify für deutsche Steuerlogik und Versandarten auf Drittanbieter-Apps angewiesen ist. WooCommerce ist technisch flexibel, aber WordPress-basierte Shops erreichen bei über 5.000 Produkten häufig Performancegrenzen, die ein dediziertes E-Commerce-System nicht hat.

Magento bzw. Adobe Commerce spielt in einer anderen Preisklasse. Ab 2.000 EUR/Monat für die Cloud-Version ist die Einstiegshürde deutlich höher als bei Shopware Rise (600 EUR/Monat), obwohl der Funktionsumfang vergleichbar ist. Stefan Hamann, Gründer von Shopware, positioniert die Plattform in seinen Whitepapers zu Agentic Commerce als „europäische Alternative zu US-Anbietern“. Ein Punkt, der angesichts von DSGVO und Datensouveränität zunehmend relevant wird.

Ein Aspekt, den Vergleichsartikel oft auslassen: die Entwicklerverfügbarkeit. Symfony-Entwickler findest du in Deutschland einfacher als Magento- oder Spryker-Spezialisten. Das wirkt sich direkt auf Projektkosten und Wartbarkeit aus. Wer heute eine Plattform wählt, wählt auch einen Talentpool.

Detaillierte Einzelvergleiche findest du in unseren Guides: Shopware vs Shopify, Shopware vs WooCommerce, Shopware vs OXID, Shopware vs PrestaShop, Shopware vs JTL und Shopware vs Spryker. Den Gesamtüberblick bietet der Shopware Vergleich. Wer noch offen ist: Shopware Alternativen listet alle relevanten Optionen.

Vergleich von Shopware 6 mit Shopify, WooCommerce und Magento als Entscheidungsmatrix
Shopware 6 positioniert sich zwischen WooCommerce (Einstieg) und Magento (Enterprise).

Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Plattformwahl: der Total Cost of Ownership über drei Jahre. Shopify wirkt günstiger beim Einstieg (ab 36 EUR/Monat), aber Transaktionsgebühren von 0,5-2% und teure Apps summieren sich. Bei einem Shop mit 500.000 EUR Jahresumsatz kosten allein die Transaktionsgebühren bei Shopify bis zu 10.000 EUR pro Jahr. Shopware erhebt keine Transaktionsgebühren.

Migration und Setup: Einstieg in Shopware 6

Der Einstieg in Shopware 6 erfolgt in drei Schritten: Hosting wählen (Cloud ab 99 EUR/Monat oder self-hosted), Installation per Composer oder Installer ausführen und Basiskonfiguration mit Versandarten, Zahlungsanbietern und Steuersätzen abschließen. Eine Migration von Shopware 5 dauert typischerweise 4-12 Wochen.

Beim Hosting gibt es drei Optionen: Self-hosted auf eigenem oder gemietetem Server, PaaS (Shopware stellt die Infrastruktur, du betreibst den Shop) oder SaaS (Shopware betreibt alles). Self-hosted ist das verbreitetste Modell, erfordert aber DevOps-Kompetenz oder einen zuverlässigen Hosting-Partner. PaaS reduziert den Betriebsaufwand bei gleichzeitiger Plugin-Freiheit. SaaS minimiert den Aufwand komplett, schränkt aber die Individualisierung ein, weil nur Apps (keine klassischen Plugins) laufen.

Für die Migration von Shopware 5 stellt Shopware den Migration Assistant bereit. Der überträgt Produkte, Kunden, Bestellungen und Kategorien automatisch. Plugins müssen jedoch neu evaluiert werden, weil Shopware-5-Plugins auf Shopware 6 nicht laufen. Das ist der Teil, der in der Praxis die meiste Zeit kostet. Plane dafür mindestens eine Woche reine Plugin-Recherche und -Tests ein.

Ein Punkt aus unseren Integrationsprojekten: Plane das Caching (Varnish oder Redis) von Tag 1 an ein. Nachträgliches Einrichten verursacht Mehraufwand und erfordert oft ein Re-Deployment. Und teste die API-Antwortzeiten vor dem Go-Live unter Last, nicht erst danach.

Typischer Shopware 6 Setup-Zeitplan
1
Woche 1-2: Hosting und Grundinstallation

Server aufsetzen, Shopware installieren, SSL-Zertifikat einrichten, Caching konfigurieren

2
Woche 3-4: Datenmigration und Konfiguration

Produkte, Kunden und Bestellungen übertragen. Versandarten, Zahlungsanbieter und Steuersaetze einrichten

3
Woche 5-8: Design, Plugins und Testing

Theme anpassen, Plugins evaluieren und installieren, Erlebniswelten gestalten, Lasttests durchführen

4
Woche 9-12: Go-Live und Optimierung

Soft-Launch, Monitoring, Performance-Optimierung, SEO-Grundkonfiguration

KI-Produktberatung im Shopware-Shop

Shopware 6 bietet mit dem AI Copilot grundlegende KI-Funktionen für die Administration, deckt aber keine kundengerichtete Produktberatung ab. Spezialisierte KI-Lösungen schließen diese Lücke: Sie beraten Kunden im Frontend, erhöhen den Warenkorbwert und automatisieren Produktanfragen in Echtzeit.

Der AI Copilot generiert Produkttexte, übersetzt Beschreibungen und hilft bei der Regelkonfiguration. Das spart dem Admin-Team Zeit. Aber er beantwortet keine Kundenfragen im Shop. Wenn ein Kunde vor 50 Rasenpflegeprodukten steht und nicht weiß, welches Produkt er braucht, hilft der Copilot nicht weiter.

Die REST-API von Shopware 6 macht es möglich, diese Lücke zu schließen. Eine externe KI-Lösung greift über die Store API auf Produktdaten, Kategorien und Kundendaten zu und berät den Kunden in Echtzeit. Rasendoktor, ein Shopware-Händler für Rasenpflegeprodukte, hat genau das umgesetzt: Wie Rasendoktor +35% Warenkorbwert erreichte. Das Ergebnis: 16x ROI und 100% Automatisierung der Produktanfragen.

Auch Signed, ein Fashion-Retailer auf Shopware, setzt auf einen KI-Produktberater. 18x ROI und 30% mehr Up- und Cross-Selling durch die Signed Case Study: KI-Produktberater Alex. Die technische Integration nutzt die gleiche Shopware-6-API, die auch für Headless-Frontends gedacht ist. Der Aufwand für die Grundintegration liegt bei zwei bis drei Tagen.

Shopware-Gründer Stefan Hamann spricht von „Agentic Commerce“ als strategische Richtung: KI-Agenten, die eigenständig E-Commerce-Aufgaben übernehmen. Die Shopware Whitepapers zu Agentic Commerce beschreiben die Vision im Detail. Die API-First-Architektur ist dafür die technische Voraussetzung. Wer heute eine KI-Produktberatung für Onlineshops integriert, baut auf dieser Architektur auf.

Was Shopware von anderen Plattformen unterscheidet: Die API-Dokumentation ist vollständig und interaktiv testbar. Das reduziert die Integrationszeit gegenüber WooCommerce, wo die REST-API-Dokumentation lückenhaft ist und viele Endpoints Plugin-abhängig arbeiten. In unseren Projekten liegt die reine Integrationszeit bei Shopware-Shops bei 2-3 Tagen, bei WooCommerce-Shops eher bei 4-7 Tagen.

Fazit: Für wen lohnt sich Shopware 6?

Shopware 6 lohnt sich für DACH-Händler mit 500+ Produkten, die volle Kontrolle über ihren Shop benötigen und in B2B oder Multi-Channel verkaufen. Für Einsteiger mit unter 100 Produkten ist die Community Edition ein kostenloser Einstieg. Wer skalieren will, steigt auf Rise oder Evolve um.

Konkret: Community Edition für Entwickler und Startups, die unter der 1-Mio.-GMV-Grenze bleiben. Rise für B2C-Shops, die professionellen Support und erweiterte Promotions brauchen. Evolve für B2B-Händler mit kundenspezifischen Preisen und Workflow-Automatisierung. Beyond für Enterprise mit mehreren Lagern und Vertriebsteams.

Wer Shopware 6 nicht nutzen sollte: Shops mit weniger als 50 Produkten und ohne technisches Team sind bei Shopify besser aufgehoben. Für reine Blog-Shops mit angehängtem Warenkorb reicht WooCommerce. Und wer ein Multi-Brand-Enterprise mit globaler Präsenz aufbaut, sollte halt Adobe Commerce evaluieren, auch wenn die Kosten ein Vielfaches betragen.

Der Blick nach vorn: Shopware 7 ist noch nicht terminiert. Für 2027 plant Shopware ein Major Update auf Version 6.8, laut der offiziellen Ankündigung. Die Übergangsphase von Shopware 5 auf 6 hat gezeigt, dass jahrelanger Parallelbetrieb die Regel ist. Wer heute auf Shopware 6 setzt, investiert in eine Plattform mit Laufzeit.

Noch ein Gedanke zum Schluss: Die beste Plattform ist die, die du tatsächlich ausreizt. Ich sehe regelmäßig Shopware-Shops, die 2.400 EUR pro Monat für Evolve zahlen, aber weder den Flow Builder noch die B2B Suite nutzen. Bevor du die Edition wählst, liste deine tatsächlichen Anforderungen auf. Community reicht für mehr Shops, als die meisten denken.

Häufig gestellte Fragen zu Shopware 6

Die Community Edition ist kostenlos (MIT-Lizenz), unterliegt aber seit 2025 einer GMV-Obergrenze von 1 Mio. EUR. Rise startet bei 600 EUR/Monat, Evolve bei 2.400 EUR/Monat und Beyond bei ca. 6.500 EUR/Monat. Die Gesamtkosten inklusive Hosting, Plugins und Agentur liegen im ersten Jahr typischerweise bei 30.000-80.000 EUR, je nach Edition und Projektumfang.

Ja, die Community Edition ist kostenlos und Open Source unter der MIT-Lizenz nutzbar. Seit der Fair Use Policy (Stand 2025) gilt jedoch eine Umsatzgrenze von 1 Mio. EUR Bruttoumsatz. Shops, die diese Schwelle überschreiten, müssen auf eine kommerzielle Edition (Rise, Evolve oder Beyond) wechseln.

Shopware 6 bietet ein vollständiges E-Commerce-System mit Produktmanagement, Bestellverwaltung, CMS (Erlebniswelten), Flow Builder für Automatisierung, Rule Builder für dynamische Preise sowie native B2B-Features ab der Evolve-Edition. Über 3.500 Extensions im Shopware Store erweitern den Funktionsumfang. Die API-First-Architektur erlaubt Headless-Betrieb und Integration mit ERP-, CRM- und PIM-Systemen.

Shopware bietet volle Code-Kontrolle, native DACH-Lokalisierung und B2B-Features ab Evolve. Shopify punktet durch einfacheres Setup und geringere Einstiegskosten ab 36 EUR/Monat. Für DACH-Händler mit komplexen Anforderungen ist Shopware die bessere Wahl, für D2C-Shops mit Standardanforderungen ist Shopify oft schneller einsatzbereit. Details: Shopware vs Shopify.

Eine Migration von Shopware 5 dauert typischerweise 4-12 Wochen. Shopware stellt den Migration Assistant bereit, der Produkte, Kunden und Bestellungen automatisch überträgt. Der Hauptaufwand liegt in der Plugin-Neubewertung, weil Shopware-5-Plugins nicht auf Shopware 6 laufen. Seit Juli 2024 ist Shopware 5 End-of-Life. Leitfaden: Shopware Migration.

Community Edition für Startups unter 1 Mio. EUR Umsatz. Rise (ab 600 EUR/Monat) für professionelle B2C-Shops mit Supportbedarf. Evolve (ab 2.400 EUR/Monat) für B2B-Händler mit Custom Pricing und Genehmigungsprozessen. Beyond (ab ca. 6.500 EUR/Monat) für Enterprise mit Multi-Inventory und 24/7-Support. Detailliert: Shopware Editionen im Detail.

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Über den Autor
Kevin Lücke
Kevin Lücke
CTO & Co-Founder · Qualimero

Kevin ist CTO und Mitgründer von Qualimero. Als KI-Architekt mit über 15 Jahren Erfahrung als CTO und CPO in der Tech-Branche entwirft er die KI-Systeme, die bei Qualimeros Kunden täglich zehntausende Kundeninteraktionen automatisieren — zuverlässig, sicher und skalierbar.

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